1:3 gegen Schalke: Köln vorne nicht kaltschnäuzig, hinten nicht sattelfest

Von: Lukas Weinberger
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Das Tor zur Entscheidung: Der eingewechselte Franco Di Santo trifft zum 3:1 gegen Timo Horn. Foto: sport/ Horstmüller

Köln. Im Vorfeld dieses Heimspiels des 1. FC Köln war viel über die tolle Bilanz gegen Schalke 04 gesprochen worden, alle drei Spiele seit dem Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga hatte der FC ja gewonnen, und deswegen hatte das Umfeld des Klubs die Königsblauen zum sogenannten Lieblingsgegner auserkoren.

Dass Schalke gegen Peter Stöger, den Kölner Trainer, bis Samstag keinen einzigen Punkt geholt hatte, fand sogar ausdrücklich Erwähnung im „Geißbockecho“, der Stadionzeitung des FC.

Nun haben Köln und Stöger am Samstagnachmittag gegen diesen vermeintlichen Lieblingsgegner verloren, mit 1:3, in einem phasenweise mitreißenden Spiel, im tosenden, ausverkauften Rhein-Energie-Stadion. Der Trainer aber fasste diese Niederlage gewohnt nüchtern zusammen. „Wir wussten“, sagte er, „dass Schalke eine sehr gute Mannschaft ist, gegen die wir verlieren können.“

Die Kölner hatten kein schlechtes Spiel gemacht an diesem Samstagnachmittag, sie hatten wieder ihre ganze Leidenschaft auf den Platz gebracht, sie waren viel gelaufen, „und wir haben auch gesehen, dass wir Schalke richtig gefährlich werden können“, sagte Stöger. Er tue sich deshalb auch schwer, seiner Mannschaft große Vorwürfe zu machen.

Aber einen, den gab es dann doch. Es war der Hauptgrund, warum der FC dieses Spiel verloren hatte: die mangelnde Chancenverwertung. Das sahen die Spieler so, die Fans, sogar der Schalker Trainer André Breitenreiter, der vom „großen Glück, nicht mehr als ein Tor kassiert zu haben“ sprach. Und Stöger sagte: „Wir haben unsere Möglichkeiten nicht verwertet, und dann gewinnst du so ein Spiel gegen Schalke eben nicht.“

Es war ein bisschen die Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet Anthony Modeste derjenige war, der die meisten Chancen an diesem Nachmittag liegenließ. Es hatten ja alle gehofft, dass der Torjäger nach seiner Kopfprellung rechtzeitig fit werden würde. Er wurde es. Aber er traf nicht. Modeste köpfte vorbei (9.), er verpasste eine scharfe Hereingabe (15.), er scheiterte am starken Schalker Torwart Ralf Fährmann (18.), er verstolperte (72.). Und weil auch andere Kölner Chancen liegenließen oder am vor allem in der zweiten Halbzeit überragend aufgelegten Fährmann scheiterten, blieb Leonardo Bittencourts zwischenzeitlicher Anschlusstreffer zum 1:2 der einzige Treffer des FC an diesem Nachmittag (34.). Er sagte: „Heute wäre definitiv mehr drin gewesen, wenn wir vor dem Tor mehr Kaltschnäuzigkeit bewiesen hätten.“

Es ist nun aber nicht so, als habe einzig die Offensive Schuld an dieser Niederlage, im Gegenteil: Phasenweise war die Kölner Abwehrreihe vogelwild. Das äußerte sich ja schon in der ersten Minute, als Dominic Maroh einen Elfmeter verschuldete. „Ein klarer Strafstoß“, sagte der Kölner Abwehrchef. Er hatte Pierre-Emile Höjbjerg den Arm ins Gesicht geschlagen, nachdem dieser den Ball über ihn gelupft hatte. Klaas Jan Huntelaar verwandelte zum 1:0.

Auch in der Folge ließ der FC einiges zu, und weil er vorn den Ausgleich nicht machte, schlugen eben die Schalker zu: Max Meyer schoss das 2:0 (23.), und die Gäste hätten gut und gerne auch noch ein paar Mal treffen können. Es war eine erste Hälfte mit unglaublich hohem Tempo, vielen Offensivaktionen und genauso vielen Fehlern in den Abwehrreihen. Ein Fußballspiel, das mit einem Handballergebnis in die Pause hätte gehen können.

In Halbzeit zwei zog sich Schalke immer mehr zurück, während Köln auf den Ausgleich drängte. Er fiel nicht, das Tor machten wieder die Schalker: Franco Di Santo traf zum Endstand (76.). Köln muss nun ein bisschen aufpassen, nicht noch in den Abstiegskampf zu geraten, der FC hat aus den vergangenen vier Spielen nur einen Punkt geholt. Stöger bleibt gelassen, wie immer: „Wir lassen uns nicht verrückt machen.“

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