1. FC Köln: Pokalcrash und eine Straßenkreuzung

Von: Ulrike John, dpa
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TSG 1899 Hoffenheim - 1. FC Köln 2:1
Hängende Köpfe nach dem Pokalaus in Hoffenheim : Kölns Sascha Riether, Miso Brecko und Henrique Sereno (von links) verlassen das Spielfeld. Foto: Uwe Anspach

Sinsheim. Volker Finke zog hastig seinen Trolley hinter sich her und verschwand grummelnd aus der Rhein-Neckar-Arena. „Das war doch eigentlich eine gute Antwort auf Dortmund”, meinte der Sportdirektor des 1. FC Köln nach dem Pokal-Aus bei 1899 Hoffenheim.

Aber nicht gut genug, um die Alarmsirenen bei den Rheinländern zum Verstummen zu bringen. Mit blitzenden Augen redete Trainer Stale Solbakken am Dienstagabend beschwörend auf die Journalisten ein: „Wir haben ein großes Finale am Sonntag gegen Augsburg. Es ist sehr wichtig für die ganze Stadt, dass wir da drei Punkte machen.”

Drei Tage nach dem 0:5-Debakel beim deutschen Fußball-Meister waren die Lebensgeister beim Tabellen-Zwölften der Bundesliga wieder erwacht. Das 1:0 in der Zweitrundenpartie durch Mato Jajalo bereits in der 6. Minute schien die Kölner zu beflügeln. Mit blitzschnellen und -gescheiten Kontern hebelten sie die Hoffenheimer Abwehr aus.

„Wir hatten zwei große Torchancen zum 2:0”, klagte Solbakken später. „Wenn wir einen Fehler gemacht haben, dann haben die Hoffenheimer ein Tor gemacht.” Nach dem Ausgleich durch Chinedu Obasi (41.) und dem 2:1 durch Knowledge Musona (50.) wichen die Kölner wie nach Faustschlägen zurück.

„Wer vor drei Tagen in Dortmund dabei war, der weiß, dass es für die Mannschaft sehr, sehr wichtig war, heute ein anderes Gesicht zu zeigen”, meinte der Ex-Hoffenheimer Christian Eichner. „Wir sind trotz des Ergebnisses einigermaßen in die Spur zurückgekommen. Jetzt haben wir am Sonntag ein richtungsweisendes Spiel.” Der wortgewandte Abwehrspieler fand ein schönes Bild für die Begegnung beim Aufsteiger Augsburg: „Ich glaube, dass wir auf so eine kleine Straßenkreuzung zulaufen.”

Solbakken bescheinigte seiner Mannschaft dieses Mal eine gute Leistung. „Ich glaube, dass die Spieler heute in den Spiegel gucken können”, meinte der Norweger. Der FC-Coach hatte in Sinsheim nur noch 17 Spieler dabei und die Personalnot macht ihm schwer zu schaffen. Die Hoffenheimer Abwehrkette, erklärte er, habe in dieser Saison zehnmal in der gleichen Besetzung gespielt.

„Wir hatten sieben Rechtsverteidiger und drei oder vier Linksverteidiger.” Wenn die verletzten Spieler zurückkommen, „dann haben wir eine andere Konkurrenzsituation, die Chance zu rotieren und mehr taktische Dinge zu machen. Das wird uns helfen”.

Sein Kollege Holger Stanislawski hätte sich bei seinem Aufstellungspoker fast verzockt. Fünf Neue brachte der 1899-Trainer, darunter die Torschützen Musona und Obasi, zudem glänzte Jannik Vestargaard in der Innenverteidigung. Die Hoffenheimer wirkten beim fünften Achtelfinaleinzug ihrer Vereinsgeschichte jedoch lange nicht wie eine Mannschaft. „Wir waren zu wenig kreativ, so dass wir hinten raus schmutzig verteidigen mussten”, sagte Stanislawski. „Da hatten wir viel zu viel Angst. Aber spätestens bei der Auslosung der nächsten Runde fragt keiner mehr danach.”
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