Elfmeter-Debatte sorgt für Wirbel - Beckenbauer dafür
Budapest. Franz Beckenbauer hat der Überlegung von FIFA-Präsident Joseph Blatter zu einer möglichen Abschaffung von Elfmeterschießen eine klare Abfuhr erteilt.
Skandalspiel abgehakt? Hertha hält sich bedeckt
Frankfurt/Main. Schlusspunkt oder Fortsetzung? Nach der Entscheidung des DFB-Bundesgerichts zum Düsseldorfer Skandalspiel kann Hertha BSC weitere juristische Mittel ausschöpfen.
Barca holt Pokal zum Abschied von Trainer Guardiola
Madrid. Die Fußballstars des FC Barcelona haben ihrem Trainer Josep Guardiola zum Abschied den Königspokal geschenkt. Der spanische Vizemeister gewann das Finale um die «Copa del Rey» in Madrid gegen Athletic Bilbao mit 3:0 (3:0) und holte sich damit einen weiteren Titel ab.
Offenbar kein neuer Vertrag für Zidan in Mainz
Mainz. Der FSV Mainz 05 und Stürmer Mohamed Zidan gehen laut Medienberichten wieder getrennte Wege.
EM-Testlauf gegen das «kleine Holland»
Tourrettes. Den Ernstfall kann Joachim Löw ohne den für die Fußball-EM gesetzten Bayern-Block zwar nicht simulieren, dennoch verspricht sich der Bundestrainer vom Tagesausflug in die Schweiz wertvolle Fingerzeige für die in zwei Wochen beginnende Titelmission in Polen und der Ukraine.
Fürth-Manager Azzouzi wechselt zum FC St. Pauli
Fürth. Mit der SpVgg Greuther Fürth schaffte Manager Rachid Azzouzi im Frühjahr den Bundesliga-Aufstieg, nun bleibt er trotzdem in der 2. Liga. Der 41-Jährige wechselt als Sportdirektor zum Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli - ein echter Überraschungscoup für die Hanseaten.
Eberl schöpft sogar Zuversicht aus der «Malaise»
Von Bernd Schneiders | 14.01.2012, 09:38
Die Lust am Menetekel grassiert und ergreift nicht nur naturgemäß den Boulevard, sondern auch scheinbar seriösere Instanzen, wie etwa Spiegel online. Die Abteilung Schnellschuss des renommierten Nachrichtenmagazins schildert, dass nun auch (neben Dante und Marc-André ter Stegen) Patrick Herrmann genauestens hinschaut, wie es mit dem Klub weitergeht. Huch! Jetzt auch noch Patrick Herrmann. Patrick Herrmann, next Borussen-Superstar!? Ist das nicht der junge Mann (20), der sich zwar bei Borussia heuer ins Rampenlicht gespielt hat, aber von dessen 14 Liga-Einsätzen (3 Tore) nur vier über 90 Minuten gingen? Der noch beweisen muss, dass er auch langfristig den Durchbruch zum Bundesliga-Profi geschafft hat. Borussias Mannschaftsgebilde scheint nur noch aus Säulen zu bestehen, und wenn ein Superstar wegbricht, übernimmt der nächste das Etikett und ächzt unter der Last. So die Beobachtung.
Und was macht der Architekt dieses Gebildes? Max Eberl hat nicht nur offensichtlich versäumt, die Bagger Richtung Borussia-Park zwecks Trümmer-Beseitigung rollen zu lassen. Er schöpft aus der «Malaise» auch noch Zuversicht. «Ich halte das alles für Hysterie. Die Situation erinnert mich an 2009. Damals haben uns Marko Marin und Alexander Baumjohann verlassen, und damals hieß es: Davon wird sich der Verein nicht erholen.» Stattdessen aber habe man, so sieht es der Sportdirektor, mit dem Geld unter anderem Juan Arango, Roman Neustädter und Marco Reus geholt «und als Verein den nächsten Schritt gemacht. Genau das wollen wir auch jetzt tun.»
Der Architekt will die Statik verbessern, der Bauleiter aber verströmt latente Zweifel, was seinem stets am Perfekten orientierten Wesen entspricht. Euphorie gehört nicht zu Lucien Favres Stimmungsrepertoire. Und Schauspielkunst ebenso wenig. So stark seine Taktik-Arbeit mit der Mannschaft auch ist, taktisches Verhalten gegenüber den Medien oder der Öffentlichkeit ist - positiv ausgedrückt - ausbaufähig.
Es wäre ein Leichtes für den 54-Jährigen gewesen, mit einem nüchternen Verweis auf seine Vertragslaufzeit (2013) allen Spekulanten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Stattdessen schürte der Schweizer im Trainingslager mit dem Verweis, er konzentriere sich auf seine Arbeit erst einmal bis Juni, das Gerüchte-Feuer. Lucien Favre ist kein Vereins-Soldat. Spätestens nicht mehr seit seinen Erlebnissen bei Hertha BSC, wo der Verlust von Leistungsträgern nicht adäquat aufgefangen, er aber für den sportlichen Niedergang verantwortlich gemacht worden war.
Die Erinnerungen kommen hoch, wenn scheinbar ähnliche Entwicklungen sich auch nur andeuten. Dabei hat er selbst häufig darauf hingewiesen, dass die Verhältnisse zwischen Spree und Niederrhein nicht vergleichbar seien. Die aktuelle Mannschaft der Borussia hat eine Struktur. Personell und sportlich. Die Defensivqualität bleibt unberührt von Reus' Weggang. Und es ist auch noch gar nicht so lange her, dass selbst die Nordkurve kollektiv aufstöhnte, weil der bald andere Borusse zu viele Chancen vergab.
Stars zu holen, war bisher nicht Eberls Ding. Eher zu entwickeln und gewinnbringend zu verkaufen, was vorerst auch zwingend so bleiben wird. Und so hütet sich der Manager zurecht davor, die Millionen aus dem Reus-Transfer auf Zahl zu setzen. Transfers bleiben immer ein Stück Glücksspiel, das Risiko zu streuen damit sinnvoller und verantwortbarer für den Verein, speziell wenn die Philosophie eh auf Mannschaftsstärke ausgerichtet ist.
Superstar für Superstar? Einen 17,1-Millionen-Flop kann sich Borussia nicht leisten. Und wenn man an Favres Hü und Hott beim Transfer des Japeners Yuki Otsu denkt, ist es wohl auch besser, den Trainer und den Klub vor weiteren Zögerlichkeiten zu bewahren. Selbst einen «Messi für Arme» wird der FC Barcelona-Bewunderer kaum für 17 Millionen Euro finden. Die Basis zu verbessern, scheint die bessere Architektur zu sein. Zumal Top-Stars ja eben immer wieder von dannen ziehen - und Trainer auch.
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