Systematisches Glück am Niederrhein

Von Mike Lukanz, dapd | 21.09.2011, 15:05

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Mönchengladbach/Berlin. Es ist nicht überliefert, ob Michael Frontzeck ein interessierter Beobachter der Formel 1 ist. Wenn dem so wäre, fiele ihm möglicherweise folgendes Bild ein: Da holt ein Rennstall einen neuen Fahrer, setzt ihn ins vorhandene, erfolglose Auto und landet prompt in den Punkten.
Und zwar in jedem Rennen. Der neue Fahrer heißt Lucien Favre, sein Auto Borussia Mönchengladbach. Selten zuvor hat ein neuer Trainer so schnell und nachhaltig die Vorzeichen geändert und das, ohne im Magath'schen Stile zuerst die personellen Voraussetzungen massiv zu ändern.

Am 14. Februar dieses Jahres stellte der fünfmalige deutsche Meister Lucien Favre als Nachfolger Frontzecks vor. Ausgerechnet am Valentinstag, mögen sich die leidgeprüften Fans der Borussia seinerzeit gedacht haben. Doch der Schweizer brachte keine Blumen mit, sondern eine Idee. Er erhielt auch keine Blumen, seine Verpflichtung stieß auf Skepsis. Er pflanzte seine Idee vom Fußball überraschend erfolgreich und angesichts der sportlichen Situation im Frühjahr lebensnotwendig schnell in die Köpfe von Marco Reus, Dante und Co.

Favre gab, um im Bild zu bleiben, kein neues Chassis in Auftrag, sondern arbeitete an jeder Schraube. Täglich. Mitarbeiter des Vereins lernen den 53-Jährigen vom ersten Tag an als kooperativen, doch extrem anspruchsvollen, fast schon pedantisch denkenden Übungsleiter kennen. «Ich kenne jede Mannschaft der Bundesliga auswendig», sagte der aus der französischen Schweiz stammende Fußball-Lehrer bei seinem Amtsantritt gleichsam überzeugt wie charmant.

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