Marc-André ter Stegen: Ein Torhüter-Leben auf dem richtigen Fuß

Von Bernd Schneiders | 09.09.2011, 10:00

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Mönchengladbach. Er ist gut im Rauskommen - aus seinem Tor. Verbal aber lässt sich Marc-André ter Stegen kaum locken. Speziell Vergleiche mit anderen aktiven oder ehemaligen Keepern wehrt der 19-Jährige ab.
Dabei ist offensichtlich, dass ter Stegen etwa mit Oliver Kahn, der immer dazu herhalten muss, bis auf die blonden Haare wenig Ähnlichkeiten besitzt. Dafür sind seine fußballerischen Qualitäten einfach zu gut. Vergleichbar aber ist allenfalls das Fokussiertsein auf seinen Job - ohne aber deshalb zu häufig Schaum vor dem Mund zu haben. «Ich hatte schon in der C-Jugend das Ziel vor Augen, ich wusste, wo die Reise hingehen sollte.» In die Bundesliga natürlich.

Und das war nicht nur dem gebürtigen Rheydter klar. Fragte man vor Jahren nach, wer denn mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit den Sprung ins Mönchengladbacher A-Team schaffen würde, kam immer nur eine Antwort: Ter Stegen! Echte Parallelen gibt es mit Manuel Neuer - auch wenn der Gladbacher auch davon nicht wissen will. «Das sollen andere beurteilen.» Aber wie der ehemalige Schalker durchläuft er ausschließlich und alle Jugendabteilungen des Heimatvereins. Wie Neuer (2005) wird er mit der Fritz-Walter-Medaille dekoriert (2009), wie der Bayern-Keeper ist er ein Extra-Libero, der eine wichtig Anspielstation für seine Feldkollegen ist und auch manche brisante Situation bereinigt, wodurch seine Abwehr wesentlich höher stehen kann. «Die Jungs wissen, da ist noch einer.»

Borussias Extra-Libero

Und was für einer! Ter Stegen hat das, was selbst die meisten Feldspieler nicht besitzen: die Beidfüßigkeit. Das vereinfacht die Rückpässe. Dante & Co. müssen nicht aufpassen, ihren Torwart-Libero auf dem falschen Fuß zu erwischen. Langeweile gibt es für ihn selbst hinter einer erstarkten Defensive nicht: «Ich will ein Aktivposten sein, immer mitspielen.» Und überhaupt: «Langweilig wird es bei Borussia sowieso nie werden.»

Bis zur E-Jugend spielte ter Stegen im Sturm. Doch immer wenn der Stamm-Torhüter ausfiel, musste Jung-Marc-André ran. So erfolgreich, dass er sich mit seiner angeborenen Beharrlichkeit dort festbiss und bereits ab der U 15 mit den Profis trainierte - soweit die Schule das zuließ. Die kontrollierte Besessenheit hat ihn auch heute noch nicht verlassen. Die 0:1-Niederlage auf Schalke belegt diese Qualität.

Sie ist für eine Karriere auf einer Position, die nicht nur einsam ist, sondern auch machen kann, unabdingbar. Das Gegentor gewährt einen Einblick ins so sorgsam gehütete Innen- und Außenleben des jungen Mannes. Drei Mal musste Weltstar Raúl aus vier Metern ansetzen, um den Borussen-Keeper zu überwinden. Zwei Mal pariert e ter Stegen brillant und musste sich erst durch einen Knie-Stoß geschlagen geben.
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