Borussia diesmal ohne Verdauungsprobleme?

Von Bernd Schneiders | 12.08.2011, 10:38

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Mönchengladbach. Neue Trikots werden nicht gedruckt in Mönchengladbach. Am Samstag gegen den VfB Stuttgart wird nicht «Bayernbesieger» auf den Jerseys prangen. Einmal ist dieser Titel, den zumindest traditionellen Branchenführer bezwungen zu haben, in der letzten Saison stark abgewertet worden.
Zum anderen weiß zumindest Max Eberl, dass - noch immer - überraschende Erfolge gegen vermeintliche Übermannschaften wie die Münchner zu einem mentalen Bumerang werden können.

Auch im Frühstadium der vergangenen Spielzeit hatte ein sensationell herausgespielter 6:3-Erfolg in Leverkusen ein schleichendes Gift in die Stammhirne der Beteiligten geträufelt - trotz aller damaligen Mahnungen. Das Siechtum entwickelte sich schrittweise - gepaart und verstärkt durch eine Verletzungsmisere - und endete fast letal.

Erst Lucien Favre befreite den Patienten, den schon viele aufgegeben hatten, aus dem Koma. «Das ist damals nicht bewusst abgelaufen», nimmt der Mönchengladbacher Sportdirektor vor allem auch die Spieler in Schutz, die damals nicht, gegen die Bayern aber wieder zu den Leistungsträgern gehörten. «Ich hoffe, die Mannschaft hat daraus gelernt.»

Dafür gibt es Hinweise. Aber die jüngste «Sensation» in München unterscheidet sich auch inhaltlich von der damaligen «Sensation» in Leverkusen: Das 6:3 war ein erspielter Ausreißer, eine Überhitzungsvorstellung, ein torgewordenes Spektakel.

Das 1:0 gegen die Bayern war ein erarbeiteter Sieg, ein Erfolg der neuen Struktur - und damit wesentlich gesünder als die vergiftete Frucht, von der Reus & Co. bei der Werkself übermäßig naschen durften.

Lucien Favre arbeit vom Naturell her gegen derartige Vergiftungserscheinungen. Und so ist es eher Zufall oder Ausdruck seiner grundsätzlichen Einstellung als der Reflex auf den Ausgangspunkt der letztjährigen Misere, wenn der Schweizer beinahe predigt: «Wir respektieren alle Gegner. Jedes Spiel wird so schwer für uns wie das in München.»
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