Der Stachel im Fleisch des Robben-Jägers

Von Bernd Schneiders | 05.08.2011, 21:30

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Mönchengladbach. Filip Daems hat es in seinen Händen, oder besser Füßen - wobei ein Abwehrspieler ja eh im Zweikampf polyvalent vorgeht, mit allen Gliedmaßen. Der belgische Linksverteidiger kann am Samstag verhindern, dass Söhnchen Lenno zum Bayern-Fan wird.
«Er ist immer ein Anhänger der Mannschaft, die gerade oben steht», schmunzelt Borussia Mönchengladbachs Kapitän über den pragmatischen Ansatz des Sechsjährigen. «In der letzten Saison war es Dortmund.»

Das Duell des 32-Jährigen mit dem wieder genesenden Arjen Robben wird eines der Schlüssel-Duelle sein. «Es ist ja nicht nur Robben. Aber wir können es nur gemeinsam machen.» Der Erstkontakt aber gehört dem Belgier, mittlerweile der Methusalem im jungen Team. «Robben ist einer der schnellsten Spieler überhaupt.»

Da kann man sich schon Sorgen machen, wie dicht Daems die linke Seite bekommt, zumal vor ihm Offensiv-Spezialist Juan Arango auflaufen wird. Der Kollege glaubt an den Venezolaner. «Juan hat es in der Rückrunde gut gemacht und mit nach hinten gearbeitet.» Das ist nötig. Speziell da mit Bayern-Neuzugang Rafinha auf dieser Seite noch ein weiterer Linienstürmer sein Unwesen treiben wird.

Nicht wenige hatten vor Saisonbeginn gemutmaßt, das Duell hieße Oscar Wendt gegen Robben. Schließlich ist der schwedische Abwehrspieler der einzige Neuzugang, der nicht unter die Kategorie Jungspund einzuordnen ist. Nationalspieler mit Champions-League-Erfahrung beim FC Kopenhagen - und sieben Jahre Jünger als der belgische Routinier.

Zudem war Daems in der Hinrunde der letzten Saison eher Teil des Defensiv-Problems denn eine Lösung. «Wenn du nie zwei oder drei Mal mit der gleichen Abwehrbesetzung spielst, kannst du nicht eingespielt sein», sagt der Vorzeige-Profi. Wenn Martin Stranzl morgen wegen seiner Wadenprobleme ausfällt, spielt Brouwers. Und auch Nordtveit, Jantschke oder Daems könnten die Position besetzen.

Polyvalenz eben, die Wertigkeit von Daems basiert aber auch auf seiner Einstellung und Lebensweise. Kein Gramm Fett an seinem Körper, «trocken» wie ein Bodybuilder kurz vor dem Wettkampf, und trotz seiner 32 Jahre gehört er nicht zur Schnecken-Abteilung in seiner Mannschaft. «Die ersten fünf Meter sind entscheidend», weiß Max Eberl als ehemaliger Außenverteidiger nur zu gut.
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