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Rettung in letzter Sekunde durch Camargo
Von Daniel Theweleit | 19.05.2011, 22:40
Mönchengladbach. Es ist viel diskutiert worden über den Sinn und Unsinn der Entscheidungsspiele um den letzten verbleibenden Platz in der Fußball-Bundesliga. Lange vor dem 1:0 (0:0) seines VfL Bochum bei Borussia Mönchengladbach hat Friedhelm Funkel die Veranstaltung als «unsäglich» bezeichnet, der Bochumer Trainer findet, dass der Zweitligadritte ohne Relegation in die Bundesliga gehört.
Da mag Dabrowski richtig liegen, das legte jedenfalls die Inszenierung des Duells nahe. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) nutzte die Gelegenheit und ließ die Teams hinter eigens hergestellten Pappschildern mit der Aufschrift »Relegation 2011» posieren wie Titelgewinner im Konfettiregen. Die Partie wurde sogar auf den Banden beworben, die Liga wollte ihre Marke präsentieren vor den 182 Fußballnationen, die das Duell im Fernsehen sehen konnten. Und die Veranstaltung hat dem Ruf der DFL nicht geschadet.
Ansehnliches Spiel
Denn die Kulisse war prächtig, und in einigen Phasen ist es ein recht ansehnliches Fußballspiel gewesen, das die Gladbacher und die Bochumer dort im Niemandsland zwischen den Ligen zur Aufführung brachten. Und der Siegtreffer von Igor de Camargo in der Nachspielzeit bildete eine wunderbare Pointe, den Unterhaltungswert des Uefa-Cup-Finals vom Vorabend zwischen Porto und Braga überboten die beiden Westklubs jedenfalls locker. Und das lag auch daran, dass in diesem Jahr zwei Teams im Aufschwung aufeinander treffen. Mannschaften, die einen Plan haben, die wissen was sie tun. Aus dieser Konstellation ergab sich zwar kein Spektakel, dafür aber ein sehr spannendes Strategieduell, das in gewisser Weise auch ein Trainerduell zwischen dem Tüftler Lucien Favre und dem Pragmatiker Funkel gewesen ist.
Anfangs kontrollierten die Gladbacher das Spiel, sie ließen den Ball laufen. Immer auf der Suche nach Lücken im gut organisierten Bochumer Defensivverbund, während der VfL auf Gelegenheiten zum Konter wartete. Und beide Teams hatten früh Chancen. Bereits nach 41 Sekunden köpfte Juan Arango knapp über das Bochumer Tor, bevor Filip Daems auf der anderen Seite einen Kopfball von Anthar Yahia von der Linie köpfte (4.).
Das war ein guter Anfang, und die Gladbacher näherten sich mehr und mehr dem Tor der Gäste. Bochums Torhüter Andreas Luthe wehrte gefährliche Schüsse von Mo Idrissou (8.) und Mike Hanke (24.) ab und in der 25. Minute hatte Dante eine wunderbare Gelegenheit nach einer Ecke. Doch der Innenverteidiger köpfte knapp über das Tor.
Bochums beste Gelegenheit der ersten Hälfte ergab sich nach einem klug vorgetragenen Konter über Björn Kopplin und Marcel Maltritz, dessen Schuss der Gladbacher Torhüter Marc-André ter Stegen über das Tor lenkte. Schon nach der ersten von vier Halbzeiten war erkennbar, dass diese Relegation eine ganz enge Angelegenheit werden wird.
Zur zweiten Hälfte entschied sich Funkel dann, Chong Tese ins Spiel zu bringen, doch erstmal verlor das Spiel an Struktur. Die erste richtig gute Gelegenheit der zweiten Spielhälfte hatte dann der VfL, als Dabrowski eine Hereingabe von Ümit Korkmaz sechs Meter vor dem Tor ganz knapp verpasste (60.).
Danach wurden die Gladbacher wieder besser, Favre schickte den lange verletzten Torjäger de Camargo für Idrissou ins Spiel, Hanke scheiterte mit zwei Kopfbällen an Luthe (74.; 87.), bevor de Camargo dann in der Nachspielzeit aus drei Metern traf. Der Borussia-Park tobte, und Friedhelm Funkel dürfte sich bestätigt fühlen in seinem Urteil, dass diese Relegation «unsäglich» ist.
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