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Favres digitale Annäherung an die Funkel-Elf
Von Bernd Schneiders | 17.05.2011, 22:00
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Seine Erkenntnisse sind eher enttäuschend. «Bochum ist gut organisiert, spielt meistens in einem 4-3-3-System und kontert sehr gefährlich. Es wird ein hartes Stück Arbeit und sehr, sehr schwer für uns.» Dazu benötigt man nicht unbedingt ein tagelanges Video-Studium. Doch dies ist nur die Analyse light - für die Journalisten. Die tiefer gehenden und konkreteren Erkenntnisse sind seinen Spielern vorbehalten, bei einer kollektiven Vorführung und in Einzelgesprächen.
Detailgenau, akribisch - der Schweizer bestätigt die Nationen-Schublade perfekt. Eigentlich stört ihn der Pressetermin zwei Tage vor dem so wichtigen Relegationsspiel im Borussia-Park. Viel lieber würde er weiter an einer Taktik tüfteln, die den Traum Klassenerhalt wahrscheinlicher machen würde. Aber der 53-Jährige ist nicht nur fußballbesessen, er ist obendrein auch noch höflich. Und so behandelt er jede noch so gut oder dumm gestellte Frage gleichbleibend freundlich.
Die Antwort gerät nicht weniger nett, aber zu 99 Prozent ohne tieferen Inhalt: Favre hat das geschickte Ausweichen in seine sprachlichen Probleme noch besser perfektioniert als die Organisation seiner Spieler. Wesentlich interessanter könnte es sein, die Worte zu lesen, die der Linkshänder auf einen Zettel kritzelt, während endlich mal auch Sportdirektor Max Eberl auf dem Podium eine Frage beantworten muss.
Wahrscheinlich würde man entziffern: sichere Direktkombinationen, hinten herum spielen, Flügelspiel, Pässe in die Tiefe. Das Werkzeug, um den Bochumer Riegel zu knacken. Zwar beteuert Favre, «sie werden auch spielen». Da schwingt Hoffnung mit. Doch eher ist zu erwarten, dass Friedhelm Funkel speziell in Mönchengladbach auf ein zu null spielen wird. Das weiß auch Favre. Und so kündigt er bereits an: «Wir müssen Geduld haben.»
Die Konstellation mit Hin- und Rückspiel fordert und fördert taktische Disziplin. Borussia muss zuerst zu Hause antreten, weil sie einen Tag länger Pause hatte als der VfL Bochum. So will es die DFL. Max Eberl ist es schnurz. «Es gibt keinen Angstgegner Bochum, keinen Vor- oder Nachteil. Es gibt nur zwei Finalspiele.»
Die Statistik fördert wenig Ermutigendes zutage. Seit 15 Pflichtspielen gelang es keiner Gladbacher Mannschaft, Bochum zu besiegen. Doch das war alles vor Favre. Borussias Glücksfall ist keine Garantie, aber eine große Chance, sich mit Plan und (Vor-)Arbeit gegen das Funkel-Team durchzusetzen. Der Verein profitiert nicht nur vom taktischen Können und dem Trainingsunterricht des Schweizers.
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