Kein Extra-Lob für die Überzeugungstäter

Von Heribert Förster | 01.05.2011, 20:30

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Hannover. Der Versuch missglückte. Lucien Favre ließ sich partout kein Extra-Lob, zum Beispiel für Roel Brouwers, entlocken. Der Niederländer hatte nach monatelanger Spielpause - wie schon eine Woche zuvor gegen Borussia Dortmund - im Abwehrzentrum eine blitzsaubere Partie hingelegt.
Mit seinem Partner Martin Stranzl hatte er Hannovers Sturmduo Didier Ya Konan und Mohammed Abdellaoue, beileibe keine Laufkundschaft der Liga, völlig aus dem Spiel genommen. «Er hat wie alle anderen sehr gut trainiert», sagte Favre. Mehr Lob kam nicht über seine Lippen.

So ist er, der Schweizer, unter dem sich Borussia Mönchengladbachs Spielweise sehr verändert hat. Seit zehn Spieltagen steht Favre an der Seitenlinie, und die Entwicklung der Mannschaft seit dieser Zeit ist sehr gut. Und so reift die Erkenntnis, dass eine frühere Verpflichtung des 53-Jährigen dem Klub noch besser getan hätte. Die Krönung ihrer bisherigen Entwicklung präsentierte die Borussia in Hannover, als sie sich mit dem hoch verdienten 1:0-Erfolg beim Immer-noch-Champions-League-Anwärter die Chance auf ein weiteres Jahr in der Erstklassigkeit bewahrte.

Seine Mannschaft habe «ruhig, mit sehr viel Intelligenz gespielt», erklärte Favre, für ihn eine Folge der «harten, konzentrierten und mit viel Überzeugung» absolvierten Trainingswoche. Wer so gut und leidenschaftlich trainiere, bekomme Vertrauen in die eigene Stärke, und «dieses Vertrauen brauchst du, um zu gewinnen».

Der Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, wirkte nie lähmend, weil die «Überzeugungstäter» von sich trotz der prekären Situation eben überzeugt sind. Und Favres Erkenntnis unterstreicht jeder Besucher der Spiele gegen Dortmund und Hannover: «Sie können mit dem Druck sehr, sehr gut umgehen.» Die Mannschaft insgesamt lobt Favre gerne.

Lob von Mirko Slomka

Aber trotz zweier zuletzt famoser Leistungen und einer wirklich guten Entwicklung ist der Abstieg Borussias immer noch wahrscheinlicher als der Klassenerhalt über den Umweg Relegation. «Wir müssen unsere Punkte machen, sonst sind wir tot», sagt der Trainer drastisch. Das Lob des Hannoveraner Kollegen dürfte aber Favres Theorie stützen, nachdem mit zwei weiteren Siegen gegen Freiburg und in Hamburg seine Borussia Rang 16 noch erklimmen könnte. Sichtlich beeindruckt konstatierte Mirko Slomka: «Die Borussia hat sehr diszipliniert gespielt, war sehr zweikampfstark und hat uns mit einer guten Ordnung große Schwierigkeiten bereitet.»
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