Wenn es für Max Eberl um die «Wurst» geht...

Von Bernd Schneiders | 17.04.2011, 20:51

Mainz/Mönchengladbach. Wäre die 0:1-Niederlage von Borussia Mönchengladbach in Mainz nicht eine besondere gewesen, Thomas Tuchel wäre hier gar nicht mehr vorgekommen. Aber der Trainer des Tabellenfünften sagte etwas Interessantes – vor dem Spiel. «Wer oben steht, der hat nicht nur Glück gehabt, und wer unten steht, nicht nur Pech!»
Borussia Mönchengladbach steht ganz unten, hat Fehler gemacht und hat Pech gehabt. Das Pech zum Beispiel, auf Herrn Deniz Aytekin zu treffen.

Am Freitagabend in Mainz griff Aytekin spielentscheidend ein – was nicht unbedingt die Aufgabe eines Schiedsrichters ist. Bei einem Spiel, in dem es für beide Klubs um die Wurst ging, für Borussia um eine mit erstklassigem, für Mainz gar mit europäischem Geschmack, wurde er zur Wurst. Das meinte zumindest Max Eberl. Und Gladbachs Sportdirektor bleibt auch bei diesem Ehrentitel, den er dem Unparteiischen zwei Tage zuvor verliehen hatte, nachdem dieser Mike Hanke mit Gelb-Rot vom Platz gestellt und einen klaren Elfmeter an Marco Reus nicht gepfiffen hatte. «Ich habe ihn nicht beleidigt. Ich denke, dass man schon mal Emotionen zeigen kann bei so einem Spiel. Wenn der DFB meint, er müsste nun gegen mich ermitteln, dann soll er es tun. Wobei ich sage, dass es andere Dinge gibt, um die er sich besser kümmern sollte. Etwa um Diego, der zwei Tätlichkeiten begangen hat, beide Male wurden die Ermittlungen eingestellt.»

Zu späte Erkenntnis

Die Ermittlungen des Deniz Aytekin wurden noch am gleichen Abend eingestellt – von ihm selbst. Wenige Minuten nach dem Schlusspfiff durfte er mit unbewegter Miene verkünden: «Die Super-Zeitlupe hat gezeigt, dass es eine Strafstoß war. Ich war mir nicht sicher, dass Polanski den Fuß von Reus getroffen hat.» Um so sicherer war er, dass Eugen Polanski wenige Minuten zuvor mindestens schwer verletzt war, so wie sich der ehemalige Borusse am Boden wälzte. Mike Hanke sah Gelb-Rot, was zu Polanskis Blitzheilung beitrug. «Ich kam nicht von hinten und wollte den Ball spielen», verstand der Stürmer die Schiedsrichter-Welt nicht mehr. «Das ist doch kein Hallen-Hockey!»

Die Einschätzung traf umso mehr auf seine erste Gelbe Karte zu. Doch Aytekin bot auch hier eine Erklärung feil. «Es war nicht das Foul an sich, sondern die Summe.» Wie gesagt, es ging um Erstliga-Existenz-Angst und Europa-Pokal-Ambitionen.

Immer noch der letzte Tabellenplatz, immer noch der Traum, noch drei Siege zu stemmen – aber nun aus nur noch vier Spielen. Und die erste Möglichkeit ausgerechnet Samstag zu Hause gegen Borussia Dortmund. «Wir sind doch eh schon für alle faktisch abgestiegen. Nach Mainz noch mehr. Da muss es doch für jeden unserer Spieler eine wahre Freude sein, gegen den künftigen Deutschen Meister zu spielen», sagt Eberl.

Und Totgesagte leben zwar nicht länger – als bis zum 34. Spieltag. Aber können vorher noch kräftig rumspuken. «Wir haben zwar immer noch drei Punkte Rückstand. Aber die Klubs vor uns wissen, dass wir in der Lage sind, Spiele unerwartet zu gewinnen.» Fluchtweg Derby: erst Köln, jetzt Dortmund. Wenn es denn die Aytekins dieser Welt zulassen . . .


Die aktuellen Sportligen im Überblick

1. Fußball-Bundesliga
2. Fußball-Bundesliga
Lokalsportligen



VIDEO-NEWS

Medienpartner

Die Fairplay-Liga

Anfeuern ja, steuern nein: Die neue Liga für die jüngsten Fußballer in der Region
in unserem Special


Das Alemannia-Quiz

Wie gut kennen Sie die Schwarz-Gelben? Testen Sie Ihr Wissen über den TSV Alemannia Aachen! Zum Quiz