Vaals - Frederic Fraikin kämpft sich mit Löwenherz zum knappen Sieg

Frederic Fraikin kämpft sich mit Löwenherz zum knappen Sieg

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Die Nase blutet, doch Frederic Fraikin (l.) setzt Schamil Magomedov nach dem frühen Treffer zwei Runden lang unter Druck. Foto: Birkenstock

Vaals. Der Höhepunkt des Abends war fast ein Mitternachtskampf. Aber nicht deshalb verschlief Frederic Fraikin die erste Runde in seinem K1-Kampf gegen Schamil Magomedov. Der Aachener Tai-Kien-Athlet ist ein Spätstarter, was bei drei Runden schon mal schnell zum Problem werden kann. Entsprechend knapp ging dann auch das packende Duell mit dem Kontrahenten vom Bujin Gym Düren aus.

500 Zuschauer sahen Samstagnacht im Vaalser Café Zera eine Auseinandersetzung, in der sich beide Kämpfer nichts schenkten – außer Hieben und Tritten – und am Ende einen glücklichen Sieger, in mehrfacher Hinsicht.

„Das war richtig gut“, goutierte Fraikin die Ebenbürtigkeit des „Verlierers“. Und fühlte sich in seiner Einschätzung vor dem Kampf bestätigt, dass der Dürener eigentlich der Bessere sei. Die blutige Nase aus der ersten Runde war ein Zeichen der Gefährlichkeit Magomedovs. Noch mehr aber die diversen Rechten, die zu Anfang immer wieder gefährlich die Deckung des Aacheners durchbrachen. Doch das stachelte den Sportstudenten nur noch mehr an. „Die erste Runde habe ich komplett verschlafen“, gestand Fraikin. „Aber die Treffer habe ich super weggesteckt.“

Der erste Durchgang ging klar an den Dürener. Erst in Runde zwei drehte der Tai-Kien-Kämpfer auf und blieb bis zum Kampfende der aktivere Mann. Mit einem Löwenherz und im Vorwärtsgang verdiente sich Fraikin den Erfolg. Die erheblich größere Anzahl an Schlägen und Schlagkombinationen, auch wenn viele auf die Doppeldeckung des Düreners gingen, sowie die offensive Vorstellung überzeugten die Kampfrichter, die sich einstimmig für den Aachener entschieden.

Magomedov hatte das Pech, sich in seiner starken Runde den großen Zeh an Fraikins Ellbogen gebrochen zu haben. Verständlich, dass auch deshalb die Gäste leicht verärgert waren. „Die Punktrichter haben so entschieden“, sagte Co-Trainer Björn Schlösser. „Wir haben das anders gesehen, aber nehmen das Urteil sportlich hin.“

Fraikins Trainer Frederick Jungheim hätte auch keine Bauchschmerzen mit einem anderen Urteil oder einem Unentschieden gehabt, was eine vierte Runde nach sich gezogen hätte. Zu glücklich war er generell über die Veranstaltung. „Die war richtig geil.“ Eine Knockout-Nacht II steht bereits in seinem Terminkalender. Und dann will der Tai-Kien-Gründer einen zweiten Anlauf nehmen, die Box- mit den Kampfsportduellen zu mixen. „Damit sie nicht mal im Ansatz einen Vorkampfcharakter besitzen.“

Die Zuschauer profitierten von der Spannung, die sich bis zum Finalkampf hielt. Und anders als bei den meisten Profibox-Veranstaltungen üblich verschmähten sie auch nicht die früh angesetzten Kämpfe im ersten Block der Veranstaltung. Bereits beim Start der Olympia-Boxer waren alle Sitze im bereits zuvor ausverkauften Saal Obelisk besetzt.

Helios-Talente überzeugen

Und die überwiegend jungen Talente rechtfertigten diesen Respekt mit beeindruckenden Vorstellungen.„Mein Jungs“, strahlte Herrmann Kehren. Der Zweite Vorsitzende und Trainer von Helios Aachen ist überzeugt vom Talent seiner Boxer, und dies zu Recht, wie der Abend zeigte. Was aber nicht ausschloss, dass „Papa“ Kehren auch mal seine strenge Seite nach außen „kehren“ musste.

„Reiß Dich zusammen“, brüllte der ehemalige Coach von Aachens Schwergewichtsboxer Adnan Serin in den Ring. Der „Angeschriene“ hieß David Timm, und der Helios-Boxer verlor gefährlich seine aufrechte Haltung, nachdem ihn der Niederländer Frank Pansier empfindlich auf die Leber getroffen hatte.

Kehren weiß, wie er seinen schon mal leichtsinnigen Schüler wieder aufrichten muss – mit harten, verbalen Bandagen: „Ich werfe das Handtuch“, drohte der Trainer. Mit Erfolg: Timm verdrängte die Schmerzen und entschied den engen Kampf für sich. Welch große Veranlagung er besitzt, demonstrierte auch Jan Rössner bei seinem Punktsieg über Mark Lamberts (Köln-Kalk).

Der starke Gegner und die immer noch eingestreuten „Kunstpausen“ konnten den Kehren-Schützling, der den Übergang vom Jugend- in die Männerklasse erstaunlich gut bewältigt hat, nicht vom Erfolgsweg abbringen. Nur zwei von 18 Duellen, die Langeweile an diesem Abend keine Chance ließen.

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