Köln - Yuya Osako: Nach zwei Jahren endlich angekommen

Yuya Osako: Nach zwei Jahren endlich angekommen

Von: Lukas Weinberger
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Hat Grund zum Feiern: Kölns Stürmer Yuya Osako. Foto: imago/Horstmüller

Köln. Als der 1. FC Köln das bislang letzte Mal in der Fußball-Bundesliga auf Hertha BSC traf, durfte Yuya Osako gar nicht mitspielen, der Stürmer saß an diesem kalten Freitagabend Ende Februar auf der Tribüne des Rhein-Energie-Stadions. Osako, 26, war nicht verletzt, er war auch nicht gesperrt; Peter Stöger, Kölns Trainer, hatte ihn dennoch nicht für den Kader nominiert.

Nicht aus sportlichen Gründen, das hat Stöger nach dem Spiel betont, Osako habe gut trainiert. Und es sollte auch keine Strafe für den schlechten Auftritt des Japaners am Spieltag zuvor im Derby gegen Borussia Mönchengladbach sein. Der Grund war ein anderer: Stöger hatte Osako schützen wollen.

Weil die Fans wesentlich schlechter auf den Stürmer zu sprechen waren als dessen Trainer, viele schimpften, manche pfiffen. „Er hat relativ wenig Bonus bei den Zuschauern“, hat Stöger damals gesagt. „Wir haben Spieler, denen die Zuschauer positiver gesinnt sind als Yuya.“ Und weil Osako das alles ziemlich zusetzte, blieb er gegen die Berliner außen vor.

Startelf statt Tribüne

Heute (15.30 Uhr) spielt der FC wieder gegen die Hertha, diesmal in Berlin, diesmal ist es ein Spitzenspiel, der Zweite reist zum Vierten; aber das ist nicht das Einzige, das anders als beim vergangenen Mal sein wird: Osako wird nicht auf der Tribüne sitzen, er wird wahrscheinlich in der Kölner Startelf stehen. Und sogar der Großteil der Fans jubelt ihm mittlerweile zu.

Osako ist 2014 von 1860 München nach Köln gewechselt, in seinen ersten beiden Spielzeiten beim FC spielte er mal ganz gut, mal eher schlecht, meistens aber unglücklich; er hat ziemlich viele Torchancen vergeben. Wirklich in Köln angekommen scheint der Japaner erst jetzt zu sein: Vier Tore hat er in dieser Saison schon geschossen, zwei in der Liga, zwei im Pokal, das sind genauso viele wie er in den vergangenen beiden Spielzeiten zusammen erzielt hat; dazu hat er drei Treffer vorbereitet.

Gute Quote. Die Kölner Verantwortlichen haben auch deshalb Osakos auslaufenden Vertrag am Donnerstag gleich um drei Jahre bis zum Sommer 2020 verlängert. Es läuft gut. Bei Osako, beim FC. Der Stürmer sagt: „Wir spielen erfolgreich Fußball, und ich habe meinen Platz in der Mannschaft gefunden.“

„Immer noch derselbe Spieler“

Stöger hat immer betont, welch großes Potenzial er in Osako sieht, der Trainer war der größte Fürsprecher des Stürmers. Er hat immer für ihn geworben, ihn unterstützt und geschützt, wenn es nötig war. Läuft es deshalb jetzt plötzlich so gut beim Japaner? „Ich habe das Gefühl, dass Yuya lockerer geworden ist“, sagt Stöger. „Er ist immer noch derselbe Spieler, aber er hat jetzt Erfolgserlebnisse.“

Osako läuft mittlerweile neben Torjäger Anthony Modeste im Sturmzentrum auf. Und nicht mehr auf den ungeliebten Positionen im offensiven Mittelfeld oder auf der Außenbahn. Osako fühlt sich in der Spitze einfach wohler.

Und ist ein wichtiger Faktor im Kölner Spiel geworden: torgefährlicher als noch vor ein paar Monaten, vor allem aber ballsicher, fleißig, mit guter Übersicht, wovon auch Modeste profitiert. Deshalb hat Osako an sechs von sieben Spieltagen in der Startelf des FC gestanden. Durchaus namhafte Konkurrenten wie Artjoms Rudnevs, Simon Zoller oder Sehrou Guirassy kommen derzeit nicht an ihm vorbei.

Osakos Qualitäten sollen heute beim schwierigen Auswärtsspiel in Berlin helfen, die Kölner Serie von saisonübergreifend zwölf Spielen ohne Niederlage auszubauen. Leicht wird das nicht, die Hertha ist ja auch gut drauf, hat als Tabellenvierter nur einen Punkt weniger gesammelt als der FC.

Schon in der vergangenen Saison hat die Mannschaft von Trainer Pal Dardai überzeugt, sie spielte sogar um die Champions-League-Plätze, nur an den letzten Spieltagen ging ihr ein bisschen die Puste aus. Stöger sagt: „Sie spielt seit anderthalb Jahren richtig guten Fußball.“ Den Kölner Trainer beeindruckt vor allem die gute Organisation der Berliner, die Konsequenz in ihrem Spiel. „Das ist eine Mannschaft, die immer bereit ist, wirklich alles für die Punkte zu investieren.“

Das hat auch der FC in der vergangenen Spielzeit zu spüren gekommen: In Berlin verloren die Kölner 0:2, das Heimspiel im Februar 0:1, und alle drei Tore für die Hertha schoss Vedad Ibisevic. Der Stürmer wird auch heute wieder in der Berliner Elf stehen. Seine Spieler dürften Ibsisevic keinen Raum geben, müssten ihn früh stören, sagt Stöger, „denn wenn er seine Möglichkeiten bekommt, trifft er meistens auch“.

Eine Sonderbewachung für den Bosnier wird es aber eher nicht geben, Stöger weiß ja, dass er sich in der Regel auf seine Defensive verlassen kann. Kölns Trainer hat seinen kompletten Kader beisammen, alle Spieler sind fit. „Es gibt keinen Grund, etwas groß umzustellen“, sagt Stöger. „Wir freuen uns auf das Spiel.“ Das dürfte diesmal auch für Yuya Osako gelten.

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Sörensen, Mavraj, Heintz, Hector - Lehmann, Höger - Risse, Rausch (Bittencourt) - Osako, Modeste

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