Wenn das Sportliche wegen Schmähgesängen zur Nebensache wird

Von: zva
Letzte Aktualisierung:
Dietmar Hopp 1. FC Köln
„Inakzeptabel“: Teile der Kölner Ultras beleidigten Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp während des Spiels mit Schmähgesängen und Plakaten.

Köln. Als dieses Spiel in der Fußball-Bundesliga nach 94 Minuten abgepfiffen worden war, konnte endgültig niemand mehr behaupten, es sei ein wirklich guter Abend für den 1. FC Köln im heimischen Rhein-Energie-Stadion gewesen.

Kerem Demirbay hatte in der dritten Nachspielzeit ja zum einen den Ausgleich für die TSG Hoffenheim geschossen, nachdem der FC lange durch Leonardo Bittencourts Treffer geführt hatte. Und als ob dieser Gegentreffer nicht schon bitter genug gewesen wäre, mussten sich die Kölner zum anderen auch noch mit den unschönen Vorfällen abseits des Platzes auseinandersetzen, die das Sportliche erst mal zur Nebensache verkommen ließen.

Teile der Kölner Ultras hatten Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp während des Spiels mit Schmähgesängen und Plakaten zum wiederholten Male beleidigt; die Beschimpfungen waren diesmal so übel, dass sich FC-Präsident Werner Spinner bei den Gästen entschuldigte, er sagte: „Diese Beleidigungen sind inakzeptabel und sie spiegeln auch nicht die Werte wider, für die der 1. FC Köln steht.“

Stadionsprecher Michael Trippel hatte die Ultras während der Partie gleich mehrfach dazu auffordern müssen, die Beleidigungen gegen Hopp zu unterlassen; geholfen hat es kaum. Ein Großteil der Anhänger – darunter zahlreiche Fans des FC – reagierte mit Pfiffen auf die Schmähungen aus der Kölner Südkurve. Als Konsequenz aus den Vorfällen wird der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in dieser Woche Ermittlungen aufnehmen.

Julian Nagelsmann verurteilte die Vorfälle am drastischsten, für Hoffenheims Trainer waren die Beleidigungen ein neuer Tiefpunkt. Schmähgesänge gibt es bei Spielen seines Teams oft, aber dass „ansatzweise rechte Plakate gehisst werden mit Vergleichen - sorry, aber da fehlt mir das Verständnis“, sagte er. „Du fährst ins Stadion – und jeder zeigt dir den Mittelfinger. Die Leute müssen mal nachdenken, ob denen nicht der Helm brennt.“

Es wäre fast untergegangen, dass zuvor ein unterhaltsames Spiel stattgefunden hatte, in dem Hoffenheim die erste Europapokalteilnahme der Klubgeschichte perfekt machte und Köln so etwas wie eine kleine Wiederauferstehung feierte. Der FC brachte wieder die Leidenschaft auf den Platz, die ihn in der Hinrunde ausgezeichnet hatte, ihm zuletzt aber abhandengekommen war; deshalb war Trainer Peter Stöger ja auch trotz des späten Ausgleichstreffers zufrieden mit seinen Spielern gewesen. „Sie haben alles abgerufen, alles unternommen und eine Reaktion gezeigt“, sagte er: „Fußball ist halt manchmal richtig bitter.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert