Weiter Tabellenschlusslicht: Köln unterliegt Frankfurt mit 0:1

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
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Die entscheidende Szene: FC-Torhüter Timo Horn wirft sich Mijat Gacinovic entgegen – Strafstoß. Foto: dpa

Köln. Natürlich ist es immer eine Frage der Betrachtung, ob das Glas gerade halbvoll oder halbleer ist. Und selbst, wenn man wie der 1. FC Köln punktlos am Ende der Tabelle der Fußball-Bundesliga rangiert, kann man die Lage unterschiedlich interpretieren: Die Pessimisten sehen schon das Abstiegsgespenst die Fahrkarte für die KVB Richtung Müngersdorf lösen, nüchterne Zeitgenossen wie Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke räumen dagegen ein: „Wir hinken zurzeit drei Punkte hinter unserem eigenen Fahrplan her.“

Nichts passiert also, bis auf den verpassten einkalkulierten Heimsieg über den Hamburger SV? Eigentlich gibt es keinen dankbareren Gegner für dieses Vorhaben als Eintracht Frankfurt, die zuletzt vor einer gefühlten Ewigkeit in Köln als Sieger vom Platz gegangen ist, um Punkte zu sammeln.

Eigentlich, denn während sich die FC-Verantwortlichen beim Spiel in Dortmund über den entscheidungsfreudigen Videoassistenten geärgert hatten, hätte ein solcher Eingriff am Mittwochabend vor 49.000 Zuschauern der Partie wohl gutgetan. Köln unterlag mit 0:1 aufgrund eines heiß diskutierten Elfmeters.

Startformation mit drei Neuen

„Es ist eine mentale Frage, wer bereit ist, diese Aufgabe anzunehmen“, hatte FC-Trainer Peter Stöger vor der Partie gesagt, „und es ist meine Aufgabe, das zu entscheiden.“ So veränderte er die Startformation auf drei Positionen, doch zumindest im Fall Dominic Maroh hatte Stöger wohl nicht die richtige Entscheidung getroffen: Der Innenverteidiger spielte einen fatalen Fehlpass auf Mijat Gacinovic, Kölns Keeper Timo Horn warf sich mutig dazwischen, erwischte den Ball, aber auch den Gegner – und Schiedsrichter Martin Petersen zeigte auf den Elfmterpunkt. Sebastien Haller verlud Horn, Frankfurt führte mit 1:0 (22.).

„Aus der Livesituation heraus war das kein Elfmeter“, meinte Kölns Kapitän Matthias Lehmann nach der Partie. „Und der Schiedsrichter hatte Funkkontakt zum Videoassistenten.“ Doch der Protest der FC-Verantwortlichen verhallte ebenso ungehört wie zehn Minuten später, als Frankfurts Simon Falette dem Kölner Leo Bittencourt im Strafraum in den Rücken sprang und zu Fall brachte. Petersen ließ weiterspielen, Bittencourt blieb angeschlagen. „Der springt mir klar in den Rücken und kommt gar nicht an den Ball“, meinte Bittencourt.

Dazwischen hatten beide Teams ihre Chancen, doch Jhon Cordoba auf Kölner Seite brachte den Ball nicht an Eintracht-Torwart Lukas Hradecky vorbei (28.), der Nachschuss von Simon Zoller landete im Gesicht von Makoto Hasebe. Auf der Gegenseite zwang Ante Rebic Horn zu einer Parade (26.).

Im zweiten Durchgang sollte Marcel Risse (für Zoller) Schwung über rechts bringen, doch woran es in der aktuellen Spielzeit hapert, zeigten schon die ersten beiden Angriffsversuche: Osako brachte eine bessere Rückgabe zustande (49.), Cordoba produzierte nach einer Drehung nur ein Kullerbällchen (57.). Elend war nicht besser als Not.

Stöger erhöhte den Druck weiter, brachte Lukas Klünter und Milos Jojic für Sörensen und Höger. Und Jojic hatte dann auch die erste echte Torchance, doch sein Schuss landete in Hrdeckys Armen (66.). Die beste Möglichkeit vergab Osako, der in einen Klünter-Schuss sprintete und vom Fünfmetereck klar verzog (79.). Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac fand offensiv überhaupt nicht statt, auch wenn die offensive Ausrichtung der Kölner mehr Platz zum Kontern ließ – und die oft schludrig gespielten Bälle aus dem Mittelfeld sogar förmlich dazu einluden.

Zur letzten Aktion rannte noch Keeper Timo Horn in den gegnerischen Strafraum, doch die Ecke von Marcel Risse landete hinter dem Tor (90.+2). „Wir haben nicht wegen des Schiedsrichters verloren“, sprach Bittencourt Klartext, „sondern weil wir Fehler gemacht haben.“ Nun, nach dem fünften Spieltag, hinkt der FC wohl jetzt sechs Punkte hinter dem eigenen Fahrplan her.

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