Köln - Warum der 1. FC Köln keine Zeit für Jeckereien hat

Warum der 1. FC Köln keine Zeit für Jeckereien hat

Letzte Aktualisierung:
14076385.jpg
Alte Freunde: Leipzigs Ralph Hasenhüttl (l.)und Kölns Peter Stöger. Foto: imago/Picpoint

Köln. Es war für Peter Stöger nicht besonders überraschend, dass am Freitag auch der Karneval seinen Platz in der Pressekonferenz des 1. FC Köln vor dem Spiel am Samstag bei RB Leipzig (15.30 Uhr) gefunden hat. Er hat in den dreieinhalb Jahren als Trainer des FC ja mitbekommen, dass der Brauch noch viel, viel länger zu Köln gehört als er selbst.

Aber wie der Karneval diesmal daherkam, war selbst Stöger neu. Ein amerikanischer Journalist war eigens angereist, um mehr über diesen Karneval zu erfahren. Er hatte eine rot-weiße Krawatte des Klubs mitgebracht, „FC Fastelovends Jeck“ stand darauf, und von Stöger wollte der Reporter nun wissen, was das denn sei, ein „Fastelovends Jeck“. Der Trainer runzelte die Stirn, er hätte diese Frage beantworten können, natürlich, aber das wollte er nicht. Normalerweise spreche er ja ganz gerne über Karneval, sagte Stöger, aber doch bitte nicht jetzt: „Wir haben aber ein sehr wichtiges Spiel gegen Leipzig.“

Kölns Trainer hat das nicht unfreundlich gesagt, er war auch nicht genervt, er wollte damit lediglich klarstellen, worauf sein Fokus und der seiner Mannschaft liegt: auf dem Auswärtsspiel bei RB. Und damit bestätigte der Österreicher auch Ralph Hasenhüttl, seinen Freund, Landsmann und ehemaligen Teamkollegen bei Austria Wien, der früher mal für Köln spielte und jetzt Leipzig trainiert. Hasenhüttl hatte schon am Vortag gesagt, es sei kein Vorteil, am Karnevalswochenende gegen den FC zu spielen: „Die Kölner haben sich professionell vorbereitet.“

Das haben sie, daran hat Stöger keinen Zweifel gelassen. Die ganze Woche hat er seine Mannschaft auf eine „anspruchsvolle Aufgabe“ eingeschworen. „Wir sind auf ein sehr schweres, sehr intensives Spiel eingestellt.“ Die Leipziger hätten ihre Qualitäten im Laufe der Saison schließlich eindrucksvoll gezeigt, und obwohl sie der Aufsteiger sind, gehen sie als Favorit in das Spiel gegen Köln. Dass der FC aber durchaus mit den Spitzenteams der Liga mithalten kann, hat er mehrfach bewiesen, auch beim 1:1 gegen RB im Hinspiel. Stöger sagte: „Da haben wir trotz eines Rückstandes die nötige Ruhe bewahrt.“

Und auch diesmal will Köln etwas mitnehmen, der Trainer setzt dabei auf die „Tugenden und Spielideen“ seiner Spieler. Klar ist, dass gegen die offensivstarken Leipziger vor allem die in dieser Saison schon so häufig starke Defensive des FC funktionieren muss. Dort dürfte Dominic Maroh den gelbgesperrten Frederik Sörensen ersetzen, der seine ersten Ligaminuten überhaupt in dieser Saison verpassen wird; ein Problem sollte das nicht werden, weil auch Maroh schon oft bewiesen hat, dass auf ihn Verlass ist. Er gehört momentan nur nicht zur Stammelf, weil Dominique Heintz und Neven Subotic einen Tick besser in Form sind. Weitere Umstellungen wird Stöger wohl nicht vornehmen. Der zuletzt kranke Stürmer Artjoms Rudnevs wird zumindest wieder im Kader stehen.

Wie wird der Rosenmontag?

Den Karneval wird Stöger nicht mit nach Leipzig nehmen, „das wird komplett ausgeblendet“. So ein Brauch passt wohl auch gar nicht zu einem gemachten Verein wie RB. Stöger sagt: „Rosenmontag wird in Köln auch stattfinden, falls wir Samstag verlieren.“ Dass der Karneval noch viel schöner werden würde, wenn der FC in Leipzig punktet, hat er nicht gesagt. Aber auch das weiß er ganz genau. (luk)

Voraussichtliche Aufstellung: Kessler - Maroh, Subotic, Heintz - Olkowski, Rausch - Höger, Jojic, Hector - Osako, Modeste

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert