Suche nach Rhythmus: FC Köln zum sechsten Mal ohne Sieg

Von: Christian Oeynhausen
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Hielt seinen Kasten zum zweiten Mal in dieser Saison sauber: FC-Keeper Thomas Kessler klärt hier gegen Yoshinori Muto. Foto: imago/Jan Hübner

Mainz. Eine Menge Optimismus und Vorfreude hat der 1. FC Köln am Ende der Winterpause versprüht, und hinter all dem Selbstvertrauen war ein wenig in Vergessenheit geraten, dass Peter Stöger und sein Team vor der Reise am Sonntag nach Mainz seit fünf Spielen ohne Sieg waren.

Kein Drama, es waren ja gute Gegner dabei – aber zu wenig für die stillen und langsam etwas lauter geäußerten Europa-Ambitionen des Klubs. Und auch in Mainz konnte der FC nicht aus dem Schneckentempo beschleunigen, was die Ergebnisse angeht. Am Ende von 90 vor allem kalten Minuten in der Mainzer Opel-Arena stand mit dem 0:0 das sechste sieglose Spiel und das vierte Remis in Folge.

„Das war jetzt kein Highlight“, kommentierte Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke das Geschehen sehr treffend und bilanzierte: „Für uns als Auswärts-Mannschaft können wir ganz zufrieden sein.“ Ähnlich sah es auf der Gegenseite aus. „Wir wollten gewinnen, ganz klar“, sagte der Mainzer Trainer Martin Schmidt im TV-Sender Sky. „Wir haben versucht, den Kölner Code zu knacken, das ist uns nicht gelungen. Aber den Punkt nehmen wir mit, darauf lässt sich aufbauen.“

Die Hoffnungen der Kölner, Kapitän Matthias Lehmann nach wochenlanger Verletzungspause zumindest auf die Bank setzen zu können, hatten sich schon am Samstag erledigt. Der 32-Jährige klagte über Schmerzen im gerade wieder geheilten Knie und musste passen – eine Vorsichtsmaßnahme und keine neue Verletzung, teilte der Klub mit.

Ohne Lehmann blieb es in Peter Stögers Team bei drei Änderungen (Maroh, Höger und Clemens für Mavraj, Öczan und Rudnevs) gegenüber dem letzten Spiel vor dem Winter, dem 1:1 gegen Bayer 04 Leverkusen. Der Mainzer Coach tauschte fünf Mann – er muss den Abgang von Regisseur Yunus Malli kompensieren und den gesperrten Top-Stürmer Jhon Cordoba ersetzen.

Die Kölner fanden besser ins Spiel und hatten in der Anfangsphase über ihre Flügel Olkowski und Rausch gute Ansätze. Die Gastgeber offenbarten einige Probleme in der Spielentwicklung – der Verlust des Vorbereiters und Vollstreckers Malli ist natürlich noch nicht verkraftet. Bis zur Pause kam Martin Schmidts Team im Kölner Strafraum nicht vor – mit einer Ausnahme: De Blasis Fallrückzieher in der 42. Minute.

Ansonsten musste FC-Keeper Thomas Kessler nur Distanzschüsse von Öztunali (10.) und Jairo (13.) halten. Der Versuch von De Blasis (40.) flog zum Glück für die Kölner wenige Zentimeter am Pfosten vorbei. Der FC zeigte das gepflegtere Spiel, blieb aber auch ohne große Torchance. Osakos Kopfball war nicht platziert genug (35.), Modestes Schuss kurz zuvor (3.) zu harmlos. Immerhin hatte Köln über die rechte Seite mit Olkowski und dessen gutem Zusammenspiel mit Höger eine Art Waffe entdeckt und war einige Male durchgekommen.

Drei Aufreger

Die Partie hatte in ihrem Charakter gut zu vielen anderen des Spieltags gepasst, in denen Mannschaften nach der Pause erst wieder Rhythmus finden mussten und recht wenig passierte. Beide Trainer verzichteten auf Wechsel zur Pause, denn gut organisiert waren beide Seiten bis dahin ja immerhin gewesen. Und es gab tatsächlich gleich drei Aufreger: Bussmanns Kopfball fischte FC-Keeper Thomas Kessler aus dem Eck (47), auf der Gegenseite verfehlte Modeste mit dem Kopf eine Flanke Rauschs nur ganz knapp.

Und wiederum eine Minute später stand De Blasis frei vor Kessler und vergab die bis dahin größte Chance des Spiels. Damit war das Feuerwerk auch schon wieder vorbei. Mainz schien zwar eine Druckphase etablieren zu können, doch wirklich aus der Ordnung ließ sich Kölns Defensive nicht bringen. Gefahr drohte den Kölnern von anderer Seite: Frederik Sörensen stand nach 70 Minuten kurz vor der Gelbroten Karte, und auf Kölns Bank saß nach Mergim Mavrajs Abgang nur der junge Lukas Klünter als Abwehrspieler.

Peter Stöger vertraute auf die Vernunft des Dänen und brachte mit Leonardo Bittencourt für Clemens einen Impuls fürs Offensivspiel. Der FC konnte die Mainzer noch einmal in die Defensive drängen. Die Gastgeber schienen mit dem Unentschieden etwas früher als Köln zufrieden zu sein, und tatsächlich ergab sich für FC-Stürmer Yuya Osako noch einmal die Chance zum Lucky Punch. Doch der Japaner scheiterte aus spitzem Winkel an 05-Torhüter Lössl.

„Das waren zwei gut organisierte Mannschaften. Man hat schon gemerkt, dass man es dem Gegner nicht leicht machen wollte, seine Stärken auszuspielen. Es war ein taktisch geprägtes Spiel und ein logisches 0:0“, urteilte FC-Trainer Peter Stöger.

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