Köln - Stöger nimmt die Favoritenrolle des FC nicht an

Stöger nimmt die Favoritenrolle des FC nicht an

Von: Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
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Tage der guten Laune: Auch Neuzugang Neven Subotic (rechts) spielt in den Überlegungen von Trainer Peter Stöger für die Partie heute eine Rolle. Foto: imago/Bucco

Köln. Dass das Fußballgeschäft oft recht simplen Gesetzen folgt, wird immer dann deutlich, wenn es um die Verteilung der sogenannten Favoritenrollen geht. Sie werden fast vor jedem Spiel diskutiert, sie werden vergeben, um von manchen Trainern noch einmal hin- und hergeschoben zu werden. Am Ende gibt es dann Top-Favoriten, Favoriten, leichte Favoriten; es gibt Außenseiter und krasse Außenseiter, und manchmal gibt es auch Spiele auf Augenhöhe. Alltag in der Bundesliga.

Das war auch vor dem heutigen Duell zwischen dem 1. FC Köln und dem VfL Wolfsburg (15.30 Uhr) nicht anders, und viele sind sich einig, dass die Kölner im ersten Heimspiel im Jahr 2017 doch zumindest leichter Favorit seien. Die Tabelle spricht ja auch für den FC: Köln ist Siebter, Wolfsburg 14.; Köln hat 29 Punkte, Wolfsburg 19. Klare Sache. Aber ist das wirklich so einfach?

Einer will da jedenfalls nicht mitmachen – Kölns Trainer Peter Stöger sieht seine Mannschaft nicht als Favorit, er sagt: „Für uns ist es wichtig, dass wir uns nicht blenden lassen von etwas, das auf den ersten Blick gut für uns sein könnte.“ Soll heißen: Nur weil wir vor dem VfL stehen, gewinnen wir das Spiel noch lange nicht.

Die Frage nach der Favoritenrolle gegen ein Team wie das aus Wolfsburg ist auch die Frage danach, wie weit der FC in seiner Entwicklung schon ist. Stöger wird nicht müde zu betonen, dass der FC immer seine beste Leistung abrufen müsse, um Spiele zu gewinnen. Dass das in dieser Saison ganz gut funktioniert, zeigen Platzierung und Punktausbeute, die für einen Klub, der erst vor zweieinhalb Jahren wieder aufgestiegen ist, ganz hervorragend ist.

Aufgaben für den Gegner

Wolfsburg ist hingegen eine Mannschaft, die andere Ansprüche hat, ein Europapokalplatz ist eigentlich Pflicht für den VfL, am besten einer, der in die Champions League führt. Deshalb ist ja auch Yannick Gerhardt vor dieser Saison aus Köln zu den Niedersachsen gewechselt, deshalb hat Wolfsburg in der Winterpause mal eben für 33 Millionen Euro neue Spieler gekauft. Um die Saison zumindest mit einem Platz im Mittelfeld zu retten. Eine andere Liga als der FC.

Und doch kann Stöger nicht verheimlichen, dass sein FC mutiger geworden ist – auch in Duelle mit Gegnern, die viel mehr Geld ausgeben können und die vermeintlich besseren Einzelspieler in ihren Reihen haben. Es gehe nicht darum, sich vorrangig mit der Klasse des Gegners zu beschäftigen. Natürlich wüssten seine Spieler um die Stärken der Wolfsburger, und sein Team würde verhindern wollen, dass der VfL diese ausspielen kann. Aber der Trainer sagt auch: „Wir wollen uns auf unser Spiel konzentrieren.“ Es gehe darum, dem Gegner Aufgaben zu stellen: „Was können wir tun, damit sie uns nicht kontrollieren können?“ Nicht reagieren. Selbst das Spiel machen. Das Kölner Selbstbewusstsein ist nach dem klaren 6:1-Sieg in Darmstadt schließlich nicht kleiner geworden. Und Heimspiele liegen dem FC ja ohnehin, noch keines hat er in dieser Saison verloren. „Natürlich gehen wir mit einem guten Gefühl in diese Partie“, sagt Stöger. „Wir freuen uns darauf.“

Ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet dem Trainer noch die Suche nach der richtigen Aufstellung. „Leistungstechnisch“ gebe es keinen Grund seine Elf nach dem Erfolg in Darmstadt zu verändern; taktisch könnten Umstellungen aber dennoch sinnvoll sein. Gegen die robuste Wolfsburger Offensive um Mario Gomez könnte Stöger wieder auf die erprobte Dreierkette setzen, was auch eine Einsatzchance für Neuzugang Neven Subotic bedeuten würde. „Er steht genauso auf der Liste wie alle anderen Spieler auch“, sagt Stöger. Auch Dominic Maroh, der in Darmstadt aufgrund der Umstellung auf eine Viererkette nur auf der Bank saß, wäre eine Option. Ob Stöger wirklich umstellt? Weiß er selbst noch nicht. Sagt er zumindest: „Wir müssen nochmal in uns gehen.“ Möglich ist, dass entweder Christian Clemens oder Konstantin Rausch ihren Platz in der Startelf zugunsten eines dritten Innenverteidigers verlieren.

Am Samstag, gegen 17.20 Uhr, wird vielleicht immer noch nicht klar sein, wer Favorit in diesem Duell gewesen ist. Ein Ergebnis wird es dennoch geben.

Mögliche Aufstellung: Kessler - Sörensen, Maroh (Subotic), Heintz - Olkowski, Höger, Hector, Rausch - Bittencourt, Osako - Modeste

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