Sörensen ist beim 1. FC Köln zur Stammkraft geworden

Von: Roman Sobierajski
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Gesetzt: Dominique Heintz (l.) und Frederik Sörensen. Foto: imago/Defodi Foto: imago/Defodi

Köln. Es ist tatsächlich eine wahre Geschichte, die sich da kurz vor dem Weihnachtsfest zwischen den beiden Kölner Profis Milos Jojic und Frederik Sörensen zutrug: Der dänische Innenverteidiger fand sich nach einer recht durchwachsenen Leistung gegen Hoffenheim ebenso oft auf der Ersatzbank wieder wie der serbische Mittelfeldspieler und bekam zu Weihnachten von seinem Mitspieler ein heizbares Sitzkissen geschenkt, um in den kalten Monaten zumindest den Wärmekomfort auf der Ersatzbank zu erhöhen.

„Aber das war nur ein Spaß“, erinnert sich Sörensen an die Episode. „Ich habe kräftig darüber gelacht.“ Viel Verwendung hatte der 25-Jährige in der Folge allerdings nicht mehr für diesen Gimmick, denn zusammen mit seinem Zimmergenossen Dominique Heintz bildet Sörensen das Stamm-Tandem in der zentralen Defensive. 31 Mal spielte der Däne in der vergangenen Saison durch, musste ein Mal verletzt und einmal gelbgesperrt aussetzen und sah lediglich ein Spiel nur von der Ersatzbank aus.

Und auch, wenn Sörensen damit nun eigentlich zu den „gesetzten“ Spielern innerhalb des Kaders gehört, Dominic Maroh verdrängt und den Konkurrenzkampf gegen den zwischenzeitlich ausgeliehenen Neven Subotic gewonnen hat, sieht Sörensen die Tür hinaus aus der Startformation ebenso weit offen wie den Weg hinein. „Jeder im Kader bekommt seine Chance, wenn er sich im Training anbietet.“

Dem FC steht mit dem Derbyauftakt gegen Borussia Mönchengladbach unter mehreren Aspekten Neuland bevor. „Wir sind in drei Wettbewerben vertreten und müssen uns mental und physisch daran gewöhnen, jeden dritten Tag ein Spiel zu haben“, baut der 1,94-Meter-Hüne darauf, dass die Kaderstärke mittlerweile breit genug ist, um in der Bundesliga, im Pokal und auch im europäischen Wettbewerb bestehen zu können. „Für die meisten von uns, auch für mich, ist diese Herausforderung ganz neu“, sagt Sörensen, der zwar zum Kader von Juventus Turin gehörte, aber erst nach der Meldefrist bei der Uefa dazu stieß.

Dennoch dürften die insgesamt fünf Jahre in Italien mit Stationen bei Juve, Bologna und Hellas Verona der Hauptgrund dafür sein, dass es in den bislang zwei Spielzeiten beim FC für Sörensen stetig bergauf ging – die Länderspiel-Premiere für Dänemark inklusive. „Italien, das ist die beste Verteidigerschule, die es gibt auf der Welt. Das meiste, über das ich taktisch verfüge, habe ich dort gelernt“, sagt Sörensen, der beim Rheinischen Derby auch ein Fernduell mit Jannik Vestergaard erwartet. „Ich gehe davon aus, dass ein Scout der Nationalmannschaft im Stadion sein wird, um uns beide zu beobachten.“

„Erfolgreiches Projekt“

Dass er nun aufgrund seiner Leistungen verstärkt im Fokus steht, bereitet dem Mann aus Kopenhagen aber keine schlaflosen Nächte: „Das war mein Traum, als ich vor zwei Jahren nach Köln gekommen bin, dass wir ein derart erfolgreiches Projekt starten“, sieht Sörensen sich und seinen Verein auf dem richtigen Weg. „Aber wichtig bleibt, dass wir in der Bundesliga bestehen. Der Europapokal ist nur der Bonus, den wir uns durch eine außergewöhnliche Saison verdient haben.“

So hat der Saisonauftakt in Mönchengladbach einen höheren Stellenwert als die Auslosung für die Gruppenphase der Europa League eine Woche später und wird zugleich zur Nagelprobe für einen FC-Stil, der nicht mehr so konsequent auf einen einzigen Spieler zugeschnitten sein wird, wie noch in der vergangenen Saison, als Anthony Modeste Zielspieler, Ballabschirmer und Vollstrecker in einer Person war. „Jetzt müssen eben die anderen Stürmer mehr liefern, aber auch die Mittelfeldspieler und die Verteidiger“, nimmt Sörensen, dem in der vergangenen Woche im DFB-Pokal sein erstes Pflichtspieltor für den FC gelang, sich auch selbst in die Pflicht.

Seine persönlichen Ziele für die kommende Spielzeit klingen jedenfalls recht bescheiden, wohl auch, weil gerade im dänischen Nationalteam das Angebot an Innenverteidigern groß ist. „Ich weiß auch nicht, warum es so ist, aber es gibt viele herausragende dänische Innenverteidiger wie eben Vestergaard oder Andreas Christensen (Chelsea) und Simon Kjaer (FC Sevilla“, sieht Sörensen die große Konkurrenz in der Nationalmannschaft und hofft, „dass ich vielleicht ein paar Tore für meine Mannschaft schieße, mehr Verantwortung übernehme und zeigen kann, wie gut ich bin.“

Mehr Tore zu schießen, das ist sicher kein schlechter Plan. Und wann damit anfangen? „Im Derby gegen Gladbach, das wäre bestimmt nicht schlecht“, will Kölns langer Däne die Pläne keineswegs auf die lange Bank schieben.

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