Köln - Schlusslicht Köln bleibt auch im 13. Anlauf ohne Sieg

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Schlusslicht Köln bleibt auch im 13. Anlauf ohne Sieg

Von: Roman Sobierajski
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Matthias Lehmann bringt Davie Selke zu Fall: Die Vorlage zum 2:0 der Hertha. Foto: imago/Team 2

Köln. Als Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus am Sonntagabend diese finale Partie des 13. Bundesliga-Spieltags zwischen dem 1. FC Köln und Hertha BSC anpfiff, ging für den Berliner Angreifer Mitchell Weiser eine fünfeinhalbjährige Ära zu Ende. Seit Februar 2012 war Weiser der jüngste FC-Spieler in der Bundesliga gewesen, seit Sonntag trägt nun Yann Aurel Bisseck dieses Prädikat.

Üblicherweise verteidigt der 1,94-„Mann“, der am Mittwoch seinen 17. Geburtstag feiert, in der A-Junioren-Bundesliga, nun ging es gegen Kaliber wie Vedad Ibisevic und Davie Selke.

Für die „Ausgewogenheit“ sorgte Claudio Pizarro als ältester Feldspieler der Liga im Sturm, der zu der Zeit, als Bisseck auf die Welt kam, in seiner ersten Bundesliga-Saison mit Werder Bremen Erfolge feierte. Am Ende schlug das Pendel aber wieder gegen die Kölner aus: Hertha feierte beim 2:0 den ersten Auswärtssieg. „Das war verdient, Hertha die reifere Mannschaft“, lautete das erstaunlich knappe Fazit von FC-Coach Peter Stöger. Wesentlich deutlicher wurde Kapitän Matthias Lehmann. Er sagte: „Irgendwann bist du vom Kopf her am Arsch. Wenn du so viele Schläge kriegst, zermürbt dich das. Das macht dich kaputt.“

Trotz des Kölner Notaufgebots startete der Tabellenletzte nicht schlecht gegen den Hauptstadtklub: Sehrou Guirassy verfehlte das Hertha-Tor aus 20 Metern knapp (8.), Konstantin Rausch zog dagegen mit seinem stärkeren linken Fuß deutlich am Winkel vorbei (13.). Doch die kalte Dusche für Stögers Mannschaft ließ nicht lange auf sich warten: Selke köpfte eine Ecke Richtung FC-Tor, Ibisevic nahm Timo Horn die Sicht, dessen Abpraller stocherte der Hertha-Kapitän dann aus kurzer Entfernung zum 1:0 über die Linie.

Der Tabellenletzte ließ sich dadurch aber nicht aus dem Takt bringen, sondern kam gefährlich vor das Hertha-Tor. Das Zuspiel von Guirassy auf Pizarro kickte der Peruaner zurück, aber der Schuss des Franzosen strich am Winkel vorbei (24.). Doch auch die Berliner blieben gefährlich. Horn parierte die Chancen von Ibisevic (26., 34.) und brachte auch den Schuss von Marvin Plattenhardt mit Mühe unter Kontrolle (32.).

Kein Elfmeter für den FC

Nach dem Seitenwechsel brannte es dann im Strafraum der Herthaner: Erst blieb Guirassy an einem gegnerischen Abwehrbein hängen (46.), dann warf sich Karim Rekik in einen Schuss des Franzosen, und Schiedsrichterin Steinhaus bemühte den Videoassistenten und den eigenen Augenschein, um nach drei Minuten festzustellen, dass kein elfmeterwürdiges Handspiel vorlag (52.). Keinerlei Zweifel hatte Steinhaus dann beim Einsteigen von Lehmann im eigenen Strafraum gegen Davie Selke. Die 38-Jährige zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt, eine Chance, die sich Ibisevic mit einem platzierten Strafstoß zum 2:0 nicht entgehen ließ (64.).

Welche Möglichkeiten Kölns Trainer noch hat, auf eine solche Spielsituation zu reagieren, verdeutlichen die letzten beiden Wechsel: In der 72. Minute kam Anas Ouahim für den enttäuschenden Yuya Osako, womit der 20-jährige Mittelfeldspieler der Zweiten Mannschaft ebenfalls zu seinem Bundesliga-Debüt kam. Sechs Minuten vor Schluss verließ Lehmann für den 17-jährigen Nikolas Nartey den Platz – der dritte Debütant –, und es machte sich vor 47 800 Zuschauern das Gefühl breit, dass Köln in der laufenden Hinrunde der Bundesliga mit den Planungen für die Zweitliga-Saison begonnen hat. Der Rückstand auf den rettenden 15. Platz beträgt schon elf Punkte, der Relegationsplatz ist neun Zähler entfernt.

„Wir haben sehr defensiv gestanden und sind nur hinterhergelaufen. Und wenn wir den Ball hatten, war nicht viel Bewegung drin“, meinte Pizarro nach dem 13. sieglosen Ligaspiel in Folge. Kritik an der Taktik des Trainers? „Schwer zu beurteilen, aber das müssen wir korrigieren.“

Stöger selbst meinte: „Die Situation für den Verein ist noch schwerer geworden, meine ist unverändert. Ich werde nicht hingehen und sagen, das war es jetzt für mich. Ich bin in der Veranwortung.“ Einen Rücktritt schließt er weiterhin aus. Kapitän Lehmann reagierte auf die Frage nach Stögers Zukunft überraschend ausweichend. „Wir haben zwei Punkte, aber es ist nicht meine Aufgabe, den Trainer zu köpfen. Das ist Aufgabe der Leute oben oder vom Trainer selbst“, sagte er.

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