Pure Lust auf „mehr“ nach der FC-Galavorstellung

Von: Roman Sobierajski
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Wesentlicher Teil der Werbeveranstaltung: Kölns Lukas Klünter. Foto: imago/Team 2

Köln. „Noch zwei Spiele bis zum großen Traum, dann brennt hier die Hütte“, prophezeite Leo Bittencourt nach dem begeisternden 4:3-Sieg des FC über Werder Bremen, der Köln zumindest wieder auf Platz sechs – und damit sicher in die internationalen Ränge – hievte.

Von den Rängen des RheinEnergie-Stadions sprang schon in der Eröffnungspartie des 32. Spieltags ein Feuerwerk auf die Mannschaft über, und das war auch das Verdienst des 1,71 Meter „großen“ Flügelflitzers, der zum elften Saisonsieg ein Kopfballtor (28.) und zwei Vorlagen zum 1:0 durch Anthony Modeste (13.) und zum 3:2 durch Simon Zoller (44.) beitrug. Der zweite Modeste-Treffer (47.) besiegelte Bremens Niederlage trotz der Tore durch Finn Bartels (34.), Theodor Gebre Selassie (40.) und Serge Gnabry (62.).

Und als – anders als beim Hoffenheimer Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit – tatsächlich nichts mehr anbrannte, war das neben der insgesamt starken Mannschaftsleistung auch dem bärenstark aufspielenden Lukas Klünter zu verdanken. Knapp elf Kilometer Laufleistung sind für den 20-Jährigen in der Statistik verzeichnet. Dass er einen Großteil davon in Höchstgeschwindigkeit zurücklegte, dabei die beiden fußballerischen Schwergewichte Zlatko Junuzovic und Gebre Salassie gegen sich stehen hatte und mit seiner präzisen Vorlage Bittencourt perfekt bediente, verrät das Zahlenwerk aber nicht.

„Das war eine Werbeveranstaltung für den Fußball“, befand auch Kölns Manager Jörg Schmadtke, als Ex-Torhüter nicht als Mann für die verbale Offensive bekannt. „Hohes Tempo, viele Zweikämpfe, sieben Tore. Was will man mehr?“, lautete seine rhetorische Frage.

Das „mehr“ lässt sich nach dem erfolgreichen ersten von drei Schritten Richtung Saisonende und dem finalen Erreichen der europäischen Startplätze nun nicht mehr aus dem kölschen Repertoire streichen. Das Gespann Schmadtke/Stöger hat erst sehr spät die Euphoriefahne gehisst und zur finalen Jagd geblasen: „Hätten wir es früher gesagt, wäre es überheblich gewesen“, skizziert Kölns Trainer die Überlegungen, die dahinter stecken. „Nun ist der Zeitpunkt gekommen. Drei außergewöhnliche Spiele in Folge trauen wir der Mannschaft zu“, bekannte Stöger, dass Kölns Führung vor seinem 100. Spiel als Trainer auf der FC-Bank bewusst in die Offensive gegangen ist, um den (positiven) Druck auf die Mannschaft zu erhöhen.

Den Erfolgszug des SV Werder nach elf ungeschlagenen Partien in Folge zu stoppen, war „der erste Schritt, und der ist der schwerste“, arbeitete sich Schmadtke an einem Sprichwort ab. Bei Bayer Leverkusen zu bestehen, das ebenso im Abstiegskampf steckt wie der letzte Gegner Mainz 05, ist auch kein Spaziergang. Zudem zog Freiburg nach dem Sieg über Schalke 04 vorbei. Oder, um mit den Druck noch ein wenig mehr mit Schmadtke zu erhöhen: „Jetzt geht der Stress erst richtig los.“

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