Modeste beendet nach 400 Minuten seine Torflaute

Von: Roman Sobierajski
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Torwart Bernd Leno streckt sich vergebens: Kölns Torjäger Anthony Modeste überwindet ihn auf ausgesucht schöne Art. Foto: imago/ team2

Köln. Nein, er sei kein Freund dieser ständigen Trainerdiskussionen, hatte Peter Stöger, Trainer des 1. FC Köln, vor dem Derby gegen Bayer Leverkusen erklärt, wo sein Kollege Roger Schmidt nicht nur wegen fehlender Ergebnisse akut in der Kritik steht.

„Das ist überschaubar lustig mittlerweile“, erklärte der FC-Coach, Trainer mit der längsten Restlaufzeit in der Liga, „an jeder Ecke wird nach nur zwei Spielen über den Trainer diskutiert“. Dass Kölns Toptorjäger Anthony Modeste nach exakt 400 Minuten ohne Treffer seine Flaute beendete und den 1:0-Führungstreffer (21.) erzielte, dürfte die Lage für Schmidt nicht unbedingt leichter gemacht haben, auch wenn Wendell kurz vor der Halbzeit zum 1:1-Endstand ausgleichen konnte.

Nicht nur der Werksklub ging angeschlagen in die Begegnung, auch der FC, für den schon vor Spielbeginn klar war, dass er unabhängig vom Ergebnis weiterhin vor Leverkusen rangieren würde, hatte erhebliche Probleme: Das Team hat neben dem gelb-rot gesperrten Marko Höger so viele Verletzte in seinen Reihen, dass tatsächlich nur 17 Namen auf dem Spielbogen auftauchen. Selbst Rekonvaleszent Dominik Maroh nahm auf der Bank Platz. Auf die Nachnominierung eines A-Junioren hatte Stöger verzichtet: „Die Winterpause ist ohnehin schon kurz genug.“

Doch als verfrühtes Weihnachtsgeschenk präsentierte der FC den 50.000 Fans im Stadion die Rückkehr von Christian Clemens von Mainz 05, der bereits bis 2013 das FC-Trikot trug. Der offensive Mittelfeldspieler erhält einen Vertrag bis Saisonende 2021.

Als „noch griffig, noch giftig“ hatte Stöger seine Mannschaft in der Trainingswoche gesehen, und genau so präsentierte sich der FC in den ersten 45 Minuten. Mit Aggressivität in den Zweikämpfen, hoher Laufbereitschaft und schnellem Umschalten stellte Köln den Gegner vor einige Probleme.

Zwar musste Dominique Heintz gegen Hakan Calhanoglu klären (3.), und ein Schüsschen von Kevin Kampl ging kurze Zeit später neben das Tor von Thomas Kessler, Doch das Stöger-Team hatte die erste Großchance, in Führung zu gehen: Eine scharfe Hereingabe von Pawel Olkowski drückte Bayer-Verteidiger Benjamin Henrichs fast über die eigene Torlinie, konnte seinen Fehler aber wieder reparieren, bevor Yuya Osako an den trudelnden Ball kam (11.).

Zehn Minuten später konnte der Kölner Anhang dann doch noch die Führung bejubeln: Verteidiger Frederik Sörensen schlug den Ball wuchtig Richtung Modeste, der Franzose fackelte nicht lange, sondern versenkte den Ball aus der Drehung an seinem Schatten Aleksandar Dragovic vorbei zur Führung im Leverkusener Tor.

Einen Moment nicht auf der Höhe

Bayer drückte daraufhin auf den Ausgleich, doch die meisten Angriffsversuche wurden schnell Beute der FC-Defensive. Kessler entschärfte einen Calhanoglu-Schuss (24.) und einen Versuch von Vladlen Yurchenko zwei Minuten später. Da hatte Bernd Leno mit dem Osako-Geschoss aus 25 Metern, das dieser gerade noch um den Pfosten drehen konnte (37.) schon größere Probleme.

Doch dann fiel der Ausgleich in der 44. Minute dennoch, als die Kölner Verteidigung einen Moment lang nicht auf der Höhe war: Wendell schoss nach Doppelpass mit Kai Havertz den Ball aus acht Metern ins lange Eck.

Elfmeterpfiff bleibt aus

Im zweiten Durchgang blieb die Partie intensiv, doch Torchancen blieben zunächst Mangelware. Auf Konstantin Rauschs Hereingabe auf Modeste, der Ömer Toprak anschoss, folgte kein Pfiff von Schiedsrichter Manuel Gräfe, der den Arm des Innenverteidigers angelegt sah (62.). Schmidt brachte Chicharito für Kampl, um den Druck weiter zu erhöhen, doch FC-Coach Stöger reagierte umgehend und wechselte mit Simon Zoller für Rudnevs ebenfalls einen frischen Stürmer ein.

Ein Freistoß von Rausch von der Strafraumkante brachte die nächste Möglichkeit: Modeste scheiterte mit seinem Kopfball, den Abpraller setzte Heintz ins Getümmel (75.). Ein Schuss von Olkowski ging über das Leverkusener Gehäuse (82), Modeste verletzte sich vier Minuten später bei einem Fallrückzieher-Versuch am Rand des Fünf-Meter-Raums beinahe selbst. Weitere Chancen gab es nicht: Das dritte 1:1 des FC, der mit 25 Punkten ins neue Jahr geht, in Folge war perfekt.

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