Berlin - Lehmann: „Einmal schütteln, abwischen und dann geht‘s weiter“

Lehmann: „Einmal schütteln, abwischen und dann geht‘s weiter“

Von: Christian Oeynhausen
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Kein schöner Anblick: Kölns Torjägere Anthony Modeste muss den Berlinern Mitchell Weiser, Vedad Ibisevic (r.) und Per Skjelbred (l.) beim Jubeln zusehen. Foto: imago/Bernd König

Berlin. Der trainingsfreie Sonntag musste beim 1. FC Köln in dieser Woche entfallen. Um 11 Uhr trafen sich Trainer Peter Stöger und seine Mannschaft am Geißbockheim, um die Vorbereitung auf das Pokalspiel gegen Hoffenheim am Mittwoch aufzunehmen.

In der Liste der Wertigkeiten schillert die Partie heller als nur irgendein nächstes Spiel, das immer das Wichtigste ist. Erstmals seit sechs Jahren darf der FC im Pokal zu Hause spielen, mit einem Sieg und dem Einzug ins Achtelfinale wäre die Kalkulation schon mehr als erfüllt. Aber nicht der Wunsch, im Pokal endlich mal wieder weit zu kommen.

Den Kölnern bleibt also keine Zeit, mit der ersten Saisonniederlage zu hadern, dem unglücklichen, aber doch auch verdienten 1:2 am Samstag in Berlin gegen die Hertha. „Viel aufzuarbeiten gibt es eigentlich nicht“, sagte FC-Kapitän Matthias Lehmann und arbeitete also im Schleudergang auf: „Erste Halbzeit hat die letzte Konsequenz und Überzeugung im Spiel nach vorne gefehlt. Für die zweite Halbzeit kann man uns keinen Vorwurf machen. Da haben wir haben das Heft völlig in der Hand und kriegen aus dem Nichts das 2:1. Das tut richtig weh. Aber jetzt ist es so: Einmal schütteln, abwischen und dann geht's weiter.“

Auch Trainer Peter Stöger sprach die erduldete erste und die gestaltete zweite Hälfte an: „Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht. Aber in der zweiten Halbzeit ist die Mannschaft gut zurückgekommen und hat gezeigt, dass es alles stimmig ist.“

Beinahe hätte es auch ohne Schütteln und Abwischen weitergehen können. Aber Simon Zoller traf nur den linken Pfosten, Hertha-Torhüter Jarstein patschte eine Risse-Flanke rechts ans Gestänge. Und als Artjoms Rudnevs sich um Marvin Plattenhardt herumwand und einschoss, pfiff Schiedsrichter Frank Willenborg ein Foul des Kölners. „Ich werde nie mehr etwas zu Schiedsrichter-Entscheidungen sagen. Das kommt nicht gut“, sagte Stöger. Plattenhardt sagte, er sei von Rudnevs „klar getroffen“ worden.

FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke sagte süffisant: „Es ist schwierig, wenn derjenige, der Zweikämpfe bewerten soll, nicht so richtig weiß, was ein Foul ist und was nicht.“ Aber auch: „Deswegen haben wir nicht verloren.“ Die Kritik bezog sich auf die gesamte Partie, in der Willenborg doppelt so viele Fouls gegen Köln pfiff wie gegen die Hertha. „Sie haben ein stückweit darauf gespielt und sind in der Offensive sehr schnell gefallen. Das ist das, was sie uns ein bisschen voraus haben, dass sie abgezockter sind“, sagte FC-Torwart Timo Horn.

Auch das erste Tor der Partie, das zählte, war umstritten. Mitchell Weiser hatte den Ball mit dem Arm mitgenommen, ehe er Vedad Ibisevic bediente. Der Bosnier spielte einmal mehr die Rolle des Schreckgespensts für den FC. Das 1:0 war sein viertes Tor in Folge gegen Köln. „Der Trainer hat uns gut vorbereitet und speziell Ibisevic angesprochen“, sagte FC-Torwart Timo Horn verärgert. Auch der zweite Gegentreffer durch Niklas Stark war ein Produkt von Missgeschicken in der Kölner Verteidigung. „Da ist uns die Zuordnung verloren gegangen. Da standen ja am Ende drei Herthaner frei“, so Horn.

Dabei hatte es nach dem 1:1 durch Anthony Modestes achtes Saisontor so ausgesehen, als würden die Kölner den Punkt mitnehmen können. Aber am Ende etablierte die Hertha doch ihren Status als Kölner Angstgegner. Den Rang des ersten Verfolgers des FC Bayern ist der FC damit los. Erleichterung darüber möchte Trainer Stöger aber nicht formulieren: „Wir wären schon gern noch Bayern-Jäger genannt worden. Auch wenn das nicht zutrifft.“

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