Köln will sich keinen Ausrutscher leisten

Von: Roman Sobierajski
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Ein Jahr her: Kölns Angreifer Anthony Modeste rutscht aus, weil Augsburgs Torwart Marwin Hitz den Elfmeterpunkt vorab ein bisschen „behandelt“ hat. Foto: imago/Sven Simon

Köln. Es war vor fast genau einem Jahr eine dieser Szenen der abgelaufenen Saison, die den meisten Menschen lange in Erinnerung bleiben: Augsburgs Torhüter Marwin Hitz malträtierte mit den Stollenschuhen den Elfmeterpunkt in seinem Strafraum, kurz bevor Kölns Stürmer Anthony Modeste zum Strafstoß anlief. Modeste rutschte weg, Hitz parierte den kläglichen Schuss, der FC unterlag mit 0:1. „Das war zwei Tage lang Thema, dann 360 Tage nicht“, hielt sich Peter Stöger nicht lange an der Slapstick-Einlage auf.

Ohnehin ist der Trainer des 1. FC Köln nicht der größte Sammler und Bewahrer vergangener Ereignisse. „Ich weiß nicht, warum wir acht Jahre lang in Gladbach nicht gewinnen konnten. Ich weiß nicht, warum wir viermal nicht gegen Augsburg als Sieger vom Platz gegangen sind. Ich weiß nur, dass man jedes Fußballspiel in 90 Minuten für sich entscheiden kann“, lebt der Österreicher lieber im Hier und Jetzt und bereitet sich und sein Team auf kommende Dinge vor.

Was da kommt, das ist ebenjener FC Augsburg, der am Samstag (15.30 Uhr) im Rhein-Energie-Stadion aufläuft, und dem Stöger das entgegenbringt, was allen Gegnern zusteht: Respekt und sorgfältige Vorbereitung. So will der FC-Coach kurz nach dem Derby-Erfolg in Gladbach nichts von „fußballerischer Schonkost“ angesichts des Gegners hören – und stellt die Euphorie wieder auf die Füße: „Wir waren kurz vor unserer dritten Auswärtsniederlage in Folge“, erinnert der 50-Jährige. „Wir nehmen jede Aufgabe so gewissenhaft wie möglich an. Nur eine Sekunde lang zu denken, dass etwas leicht ist, bedeutet, dass wir nicht unsere beste Leistung abrufen.“

Dass eine komplette FC-Achse langzeitverletzt ausfällt (Horn, Maroh, Lehmann, Bittencourt), macht die Angelegenheit ebenfalls nicht einfacher. Für den Trainer des Tabellenvierten gibt es aber keinen Grund zu jammern: „Wir versuchen, die Verletzungen zu kompensieren und bis zur Winterpause mitzunehmen, was geht“, will sich Stöger nicht darauf ausruhen, dass sein Team mit 21 Punkten aus elf Spielen wesentlich besser dasteht als in der vergangenen Spielzeit. Da wurde erst nach dem 16. Spieltag dieses Ziel erreicht.

Frei von Verletzungssorgen ist auch Augsburgs Coach Dirk Schuster nicht, und „passend“ zu den verletzten Kölner Defensivkräften haben die bayerischen Schwaben Probleme, ihre Offensivreihe hochkarätig zu bestücken. Voraussichtlich werden weder Caiuby, Raul Bobadilla, Alfred Finnbogason noch Ja-Cheol Koo auflaufen können, und so dürfte das Brett, das der FC vor eigenem Publikum zu bohren hat, noch ein wenig dicker ausfallen. „Die werden uns das Spiel machen lassen und auf Konter lauern, da müssen wir sehr konzentriert sein“, mutmaßt Innenverteidiger Dominique Heintz. „Die Gegner wissen, dass sie hier nur ganz schwer Tore erzielen können, und wir machen aus unseren Chancen viel.“

Das war gegen Augsburg bislang nicht unbedingt der Fall, dreimal blieb der FC torlos, eben auch, weil Modeste, erst in dieser Saison die Spitze der Torjägerliste krönt. Da bleibt für Kölns Trainer immerhin das probate Mittel, das auch in Gladbach Erfolg brachte: „Wir haben klaren Punktevorteil, können gegen eine Mannschaft unserer Kragenweite noch einen draufsetzen. Wir werden bis zur letzten Minute alles raushauen.“

 

Voraussichtliche Aufstellung: Kessler - Sörensen, Mavraj, Heintz - Höger, Hector - Risse, Zoller, Rausch - Osako, Modeste

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