Köln und das Hoffen auf die Trendwende

Von: luk/zva/dpa
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Mit großem Einsatz: Lukas Klünter (in Weiß) und sein 1. FC Köln wollen gegen Frankfurt siegen – wie beim 1:0 im April. Foto: imago/T-F-Foto

Köln. Es waren nur ein paar wenige Sätze, die die Presseabteilung des 1. FC Köln am Dienstagmorgen formuliert hatte, sie waren aber ziemlich wichtig, die Abteilung hat damit schließlich einen großen Nebenschauplatz geschlossen. Der FC legt keinen Protest gegen die Wertung der 0:5-Niederlage bei Borussia Dortmund ein, das ist jetzt klar.

Die Kölner können sich wieder auf das Sportliche konzentrieren, und das ist ja auch nötig. Nach der besten Spielzeit seit 25 Jahren mit der Qualifikation für die Europa League legte das Team von Trainer Peter Stöger jetzt den schlechtesten Start der Vereinsgeschichte hin. Vier Spiele, null Punkte, Tabellenletzter – viel schmerzhafter kann ein Aufprall auf dem Boden der Tatsachen nicht sein.

Wenn der FC am Mittwochabend um 18.30 Uhr die ebenfalls schwächelnde Eintracht aus Frankfurt empfängt, ist das eine wegweisende Begegnung. „Wir haben die Möglichkeit, etwas zu korrigieren“, sagte Stöger. „Ich finde, das ist ein positiver Ansatz.“

Wenn die Stimmung kippt . . .

Wirklich positiv wäre, wenn die Kölner am Mittwochabend die ersten Punkte der Saison einfahren könnten, die Situation ist durchaus prekär, die Fans werden ungeduldiger, das weiß auch der Trainer. Er sagt: „Ruhe würde uns ganz gut tun – aber nur Ruhe zu bewahren, bringt Dich da nicht raus“, sagte Stöger: „Das Wichtige ist, den Mittelweg zu finden: nicht alles schlechtzureden, aber auch anzupacken.“ Ähnlich sieht es auch sein Torwart.

„Mit einem Sieg können wir eine Trendwende einleiten“, sagt Timo Horn. Er weiß allerdings auch, dass im Falle einer erneuten Niederlage die Stimmung am Geißbockheim kippen könnte. „Ich appelliere an die Fans, weiter hinter uns zu stehen“, sagte er: „Ich kann verstehen, dass sie sauer sind – in Dortmund haben wir teils Auflösungserscheinungen gezeigt –, aber wir brauchen sie, um weiter eine Einheit zu bilden.“

Wie dramatisch schlecht der Start in die neue Saison verlaufen ist, beweisen ein paar Zahlen: Zwölf Gegentore wie jetzt in nur vier Spielen hatte der FC im Vorjahr erst nach dem 13. Spieltag im Dezember kassiert. Die vierte Niederlage der Saison kassierten die Kölner erst am 20. Spieltag Mitte Februar. Und das Auftaktprogramm taugt trotz dreier Auswärtsspiele nur bedingt als Erklärung: Aus den gleichen Spielen der Vorsaison holten die Kölner immerhin sieben Punkte.

Was muss gegen Frankfurt besser werden? Das Spiel des FC ist aus der Balance geraten, es gelingt bislang nicht, sich aus einer stabilen Defensive Chancen zu erarbeiten. Gegen Frankfurt wird es aber darauf ankommen. „Die Eintracht ist schwer zu bespielen, kampfstark und bei Standards gefährlich“, sagt Stöger.

Große Änderungen wird er wohl nicht vornehmen, er wolle „die Jungs bringen, die bereit sind“. Und dann hat auch Stöger noch einen wichtigen Satz gesagt: „Frankfurt ist keine Mannschaft, bei der ich sage: Wir haben im eigenen Stadion keine Chance, drei Punkte zu holen.“

Doch keine „schlechten Verlierer“: Watzke nimmt Vorwürfe zurück

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat die Vorwürfe gegen den 1. FC Köln zurückgenommen. „Die Entscheidung zeigt Größe und nötigt mir größten Respekt ab“, sagte Watzke, nachdem der FC erklärt hatte, vor allem wegen der Aussichtslosigkeit auf Erfolg doch keinen Einspruch gegen die Wertung des 0:5 beim BVB einzulegen.

„Ich bin angenehm überrascht und ziehe meinen Vorwurf, Köln sei ein schlechter Verlierer, komplett zurück“, sagte Watzke: „Der Vorwurf ist mir schwer gefallen, aber ich musste meiner Gefühlswelt nach dem Spiel spontan Ausdruck verleihen.“ Zuvor hatte schon Kölns Trainer Peter Stöger versöhnliche Töne angeschlagen: „Ich bin ihm nicht weiter böse.“ Watzke hatte die Kölner wegen der Protest-Ankündigung aufgrund eines irregulären Tores als „schlechte Verlierer“ bezeichnet.

Stöger erklärte darüber hinaus, er finde die Entscheidung des Vereins, keinen Protest gegen die Partie einzulegen, grundsätzlich richtig. „Ich finde es aber auch richtig, dass man das in dieser Klarheit und Schärfe thematisiert hat“, sagte er und fügte hinzu: „Ich bin grundsätzlicher Befürworter des Videobeweises, das heißt, ich möchte, dass er bleibt. Aber man muss auf Probleme hinweisen dürfen.“

Voraussichtliche Aufstellung: T. Horn - Klünter, Meré, Heintz, Rausch - Lehmann, Höger - Risse, Bittencourt - Cordoba, Osako (Jojic).

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