Köln-Trainer Stöger: „Wir brennen auf diese Aufgabe“

Von: Roman Sobierajski
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Zwei, die ein Spiel allein entscheiden können: Während Kölns Torjäger Anthony Modeste (Nr. 27) zurzeit eine Durststrecke durchlebt, trifft Bremens Max Kruse (Mitte) aus allen Lagen. Foto: imago/Nordphoto

Köln. Als die Spieler des 1. FC Köln an jenem Samstagnachmittag im Dezember des vergangenen Jahres das Bremer Weserstadion verließen, fühlte sich dieses 1:1 für die Mannschaft von FC-Trainer Peter Stöger mehr an, als habe man gerade zwei Punkte verloren als von einem Auswärtsspiel einen mitgebracht.

Die Bremer hatten schon am 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga fast so viele Gegentore auf dem Konto wie der FC am Freitag (20.30 Uhr), an dem es auf der Zielgeraden der Saison zum erneuten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften kommt.

Und wenn auch nach dem Auftakt des 32. Spieltags noch zwei Begegnungen zu absolvieren sind, wäre schon ein erneutes Remis für beide Teams so etwas wie eine mittlere Katastrophe oder zumindest der vorzeitige Schlusspunkt unter eine Saison, die seit dem letzten Kräftemessen für beide Teams bemerkenswert unterschiedlich gelaufen ist.

Köln (Platz 8, 42 Punkte) und Bremen (Platz 6, 45 Punkte) machen sich Hoffnungen auf die Qualifikation für die Europa League, doch nur der Gewinner dieser Partie kann sich noch ernsthafte Hoffnungen darauf machen. Zumal Werder (Leipzig, Dortmund) das weitaus schwierigere Restprogramm als der FC (Leverkusen, Mainz) hat.

Dennoch hat der damals abstiegsbedrohte grün-weiße Hühnerhaufen unter Trainer Alexander Nouri eine bemerkenswerte Serie gestartet, was nicht nur – aber auch – damit zu tun hat, dass Max Kruse nicht nur von „Big Blinds“ , „Bluffen“ und „All in“ einiges versteht, sondern eben auch von seiner eigentlichen Profession, die sich eher um Tore schießen, Vorlagen geben, kämpfen, rennen und passen dreht.

„Kruse ist in der Lage, Ideen zu Toren zu entwickeln“, lobt auch Kölns Trainer Peter Stöger den Ex-Gladbacher. „Es ist erfreulich, dass er die Schlagzeilen wieder auf seiner Seite hat. Das ist positiv. Weniger positiv ist, dass er gegen uns spielt“, folgt der Wiener Schmäh hinterher. Eine fachliche Erklärung für den Bremer Höhenflug kann der Fußballlehrer allerdings nicht liefern: „Ich weiß nicht, wie sie in diesen Lauf hineingekommen sind. Sie sind schwer zu verteidigen, sind immer für Tore gut. Sie machen aus wenig das Optimum.“

Dem FC scheint dagegen nach der Partie in Bremen diese Leichtigkeit abhanden gekommen zu sein, die ihn bis dato durch die Saison getragen und zeitweise sogar bis an die Champions-League-Ränge gespült hatte. Dem Remis an der Weser folgten sechs Niederlagen, sechs Unentschieden und nur vier Siege – und zeitweise kam am Rhein sogar wieder unzufriedenes Gegrummel auf.

Selbst Sportdirektor Jörg Schmadtke sah sich bemüßigt, über die „Mechanismen der Selbstzerstörung“ zu philosophieren, die beim FC dazu führten, die Vergangenheit zu glorifizieren, die Gegenwart schlechtzureden – und keinen Blick für die Zukunft zu haben. „Das Spiel gegen Bremen hat eine enorme Bedeutung“, fordert Schmadtke folgerichtig Konzentration auf den letzten Metern ein: „Ein Sieg würde unsere Ausgangslage extrem verbessern.“

In dieselbe Kerbe schlägt auch sein Trainer, der sich nicht erfreut zeigt, angesichts der Frage, ob Yuya Osako nach überstandener Mandelentzündung als offensive Option fehlen wird. Dennoch bleibt der Österreicher seiner Einstellung treu, lieber auf die Dinge zu achten, die beeinflussbar sind. „Die Jungs, die zuletzt dabei waren, stehen alle zur Verfügung“, hebt der 50-Jährige also lieber den positiven Fakt hervor. „Wir brennen auf diese Aufgabe.“

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Klünter, Sörensen, Subotic, Heintz - Lehmann - Bittencourt, Rudnevs, Jojoc, Hector - Modeste

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