Köln gibt sicheren Sieg aus der Hand

Von: Philip Sagioglou
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Aufgebracht: Dominique Heintz (links) erklärt Andrej Kramaric, was er davon hält, dass der Hoffenheimer den Ball nach einem vermeintlichen Foul nicht ins Aus spielte, sondern das 1:1 vorbereitete. Foto: sport/Weber

Sinsheim. An Brisanz mangelte es definitiv nicht in diesem Spiel zwischen dem 1. FC Köln und 1899 Hoffenheim, im Gegenteil. Mit einem Heimsieg gegen die Gäste aus dem Rheinland hätte das Team aus dem Kraichgau schließlich den Relegationsplatz verlassen und den Abstand auf die Mannschaft von Trainer Peter Stöger auf drei Punkte verkürzen können. Sie hätte sich Luft im Abstiegskampf verschaffen können.

Und für Köln hätte eine Niederlage beim Provinzklub im Umkehrschluss bedeutet, dass er noch einmal um den Ligaverbleib hätte bangen müssen.Doch ganz so schlimm kam es nicht – Köln kassierte zwar spät ein umstrittenes Ausgleichstor zum 1:1, reiste aber immerhin nicht als Verlierer zurück in die Heimat am Rhein.

Simon Zoller hatte den FC mit seinem sechsten Saisontor mit 1:0 in Führung geschossen (69. Minute), Kevin Volland kurz vor dem Abpfiff ausgeglichen (90.+1). Die Kölner hatten heftig gegen diesen Treffer protestiert, sie monierten ein Foulspiel von Eduardo Vargas gegen Lukas Klünter und mangelndes Fairplay, weil der Kölner am Boden liegen blieb – und Hoffenheim dennoch weiterspielte und in der Folge das Tor erzielte.

„Wir beerdigen als Liga an diesem Wochenende den Fairplay-Gedanken“, schimpfte Kölns Sportchef Jörg Schmadtke. FC-Trainer Peter Stöger gab sich später versöhnlicher und verwies auf das „Ermessen des Schiedsrichters, so zu entscheiden.“ Es nutzte ja nichts, dieses Gegentor konnte niemand mehr ungeschehen machen.

Die Hoffenheimer waren zwar mit dem Selbstvertrauen aus drei Heimsiegen in Serie und dem Aufschwung unter dem 28 Jahre jungen Trainer Julian Nagelsmann ins Spiel gegangen, zu sehen war davon zunächst jedoch nichts. Anders als in den vergangenen Wochen agierten die Gastgeber eher vorsichtig als um Spektakel bemüht – von der Kölner Konterstärke haben sie offensichtlich auch im Kraichgau gehört.

Mehr Spielanteile hatte demnach der FC – doch die erste Chance erspielte sich die TSG: Nationalspieler Volland schickte Kramaric steil, der Stürmer schoss aus spitzem Winkel, stellte Timo Horn aber nicht vor Probleme (13.). Die Hoffenheimer reduzierten ihre Offensivbemühungen wieder, der FC durfte – vor allem über den starken Leonardo Bittencourt – einen Angriff nach dem nächsten einleiten, doch immer wieder endeten die vielversprechenden Vorstöße mit Flanken, die keinen Abnehmer fanden.

So war es auch in der 28. Minute: Jonas Hector flankte von der linken Seite flach ins Zentrum, dort lauerte Bittencourt, doch im letzten Augenblick fälschte TSG-Verteidiger Niklas Süle den Ball ab – knapp vorbei. Zehn Minuten später hatte Anthony Modeste die größte Chance des ersten Durchgangs, nachdem Risse und Bittencourt den Franzosen freispielten – doch sein Schuss aus elf Metern verfehlte das Tor. Modeste fasste sich an die Stirn und blickte ungläubig drein – auch er fragte sich offenbar, wie er diese Chance hatte vergeben können.

Weil beide Abwehrreihen anschließend aber wieder kompakt standen, kam es auch nach der Pause zunächst kaum zu gefährlichen Situationen. Nach knapp einer Stunde reagierte Nagelsmann auf die Passivität seines Teams und wechselte die offensiven Eduardo Vargas und Philipp Ochs ein. Das war der Auftakt in eine Drangphase der TSG, doch mit der offensiveren Ausrichtung opferten die Gastgeber einen Teil ihrer Stabilität. Und das hatte Folgen: Hector durfte von der linken Seite in Ruhe flanken, Zoller im Zentrum schießen – die Führung für den FC (69.). Eine, die sie verteidigen wollten.

Der eng gestaffelte Defensivverbund des FC geriet zwar ein paar Mal in Bedrängnis, doch er hielt sich schadlos. Das gelang lange – doch in der Nachspielzeit traf Kevin Volland aus wenigen Metern zum Ausgleich.

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