Jhon Cordoba bleibt den ersten „Liebesbeweis“ schuldig

Von: Roman Sobierajski
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Ein Spieltag voller Hindernisse: Jhon Cordoba fehlt bei seinem ersten Bundesligaeinsatz für Köln die Konsequenz im Abschluss. Foto: imago/mika

Mönchengladbach. „Jhon Cordoba hat ein gutes Spiel abgeliefert“, befand Kölns Schlussmann Timo Horn, kurz bevor er nach Spiel­ende zum Dopingtest musste. „Er war etwas unglücklich im Abschluss, aber daran hat es nicht gelegen.“ Um sich gleich im Anschluss zu widersprechen: „In der letzten Saison haben wir hier auch einen Treffer kassiert, aber zwei geschossen. Das war der Unterschied.“

Der FC-Keeper war sicher nicht der Einzige, der sich auf die Suche nach dem Unterschied machte. Zwei Jahre lang war Anthony Modeste die zentrale Figur im Spiel des 1. FC Köln. Nicht nur aufgrund seiner 0,6 Tore, die er pro Spiel zum Erfolg der Stöger-Elf beisteuerte, sondern auch wegen seiner Fähigkeit, in der Vorwärtsbewegung Bälle festzumachen, bis die Abteilung Attacke anrollte.

Und auch wegen seines unermüdlichen Anlaufens der Vereidigung, was das gegnerische Aufbauspiel ins Stocken brachte. Zudem war sein Einsatz in der Defensive bei Standardsituationen immer groß.

Entsprechend riesig ist die Lücke, die er im Drehbuch der Spieltaktik der Stöger-Elf hinterlassen hat. Und entsprechend intensiv fiel am Sonntag der Blick auf Jhon Cordoba aus, der diese Lücke nach Kräften schließen soll. „Ich will niemanden ersetzen, ich bin gekommen, um ich zu sein“, hatte der Kolumbianer vor seinem Bundesliga-Debüt für den FC selbstbewusst erklärt.

Doch man selbst zu sein ist kein leichtes Unterfangen, wenn man in eine eingespielte Mannschaft implementiert wird – und wenn aufgrund der Verletzung von Yuya Osako die komplette Stamm-Offensive des FC aus der abgelaufenen Saison nicht auf dem Platz steht.

Dessen Part im Zentrum übernahm Milos Jojic, und auf den Außenpositionen konnte Kölns Trainer mit Leo Bittencourt, Lukas Klünter und Marcel Risse, der sein Comeback feierte, eigentlich mehr Tempo und Spielwitz aufbieten als in der von vielen Verletzungen geprägten abgelaufenen Saison. Doch während sich die Hausherren im Borussia-Park vor allem im ersten Durchgang über die Flügel eine Großchance nach der anderen erarbeiteten, blieben der Kölner Angriff stumpf und erwähnenswerte Chancen absolute Mangelware. Vor allem ie Unterstützung aus der „zweiten Reihe“ fehlte für Cordoba.

Zudem war der Kölner Zentrumsstürmer, der als teuerster Einkauf der Vereinsgeschichte den teuersten Verkauf ersetzen soll, beim Gladbacher Innenverteidiger Jannik Vestergaard zumeist in besten Händen. Der Däne entschied fast sämtliche Kopfballduelle für sich.

Ansonsten steht im Arbeitszeugnis des 24-Jährigen so etwas wie eine Torchance, die durch einen Querpass auf den mitgelaufenen Bittencourt deutlich gefährlicher geworden wäre, (32.) und ein zuvor durch Yann Sommer entschärfter Schuss aus spitzem Winkel (19.). Grund genug für Kölns Trainer, bereits nach einer halben Stunde die komplette Bank zum Aufwärmen zu schicken. Serouh Guirassy (für Risse) und Simon Zoller (für Bittencourt) kamen, und das Kölner Angriffsspiel wurde etwas besser.

„Initiative ergriffen“

„Nach rund 60 Minuten haben wir deutlicher die Initiative ergriffen“, befand Horn, „aber unsere Chancen waren einfach nicht zwingend genug, um hier einen Trefer zu erzielen.“ Der Kölner Sturm blieb ein laues Lüftchen. Ein einziges Mal noch konnte sich Cordoba in Szene setzen, doch sein Kopfball ging weit über das Borussia-Tor.

„Tore sind Liebe“, hatte der Neuzugang aus Mainz im Vorfeld ein Sprichwort zitiert, das wohl unter kolumbianischen Torjägern zirkuliert. Wenn es stimmen sollte, ist der 24-Jährige seinen „Liebesbeweis“ beim ersten Bundesliga-Auftritt schuldig geblieben.

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