Ingolstadt ruft: Kleine Eingriffe für die große Euphorie

Von: Roman Sobierajski
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Notwendiger Wechsel im Sturmzentrum? Sehrou Guirassy (links) könnte für Anthony Modeste zum Einsatz kommen. Foto: imago/v. d. Laage

Aachen. Was denn passieren würde, wenn sich der 1. FC Köln tatsächlich für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren würde, wollte der stets neugierige Boulevard von FC-Trainer Peter Stöger wissen. Und keine wissenschaftliche Arbeit könnte die Stimmungslage beim ungeschlagenen Tabellenvierten besser wiedergeben, als der Schmäh des Österreichers: „Wir sind zu dem Entschluss gekommen, wenn‘s passiert, dann nehmen wir auch daran teil.“

Mit mehr Unaufgeregtheit kann man der gestiegenen Erwartungshaltung im Umfeld nicht begegnen, aber mittlerweile treten auch Stöger und seine Spieler nicht mehr reflexhaft auf die Euphoriebremse. „Wir stellen uns dieser Herausforderung“, erklärte der 50-Jährige vor dem Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten FC Ingolstadt. „Wir haben ja auch Spaß dabei, es gibt unangenehmere Situationen.“

Aber, um die Euphorie lebendig zu halten, muss auch der Trainer seine Aufgaben erledigen, und die sieht Stöger nicht in großen Träumen („Was ich vor der Saison dachte, habe ich lange wieder vergessen“), sondern darin, „kurzfristig auf Veränderungen zu reagieren“. Eine dieser Veränderungen dürfte die Frage sein, ob Torjäger Anthony Modeste nach seiner Trainingsverletzung (Sprunggelenk) heute wieder eingesetzt werden kann, was sich wohl definitiv erst kurz vor dem Spiel entscheiden wird.

Als Alternative stehen Simon Zoller, Artjoms Rudnevs und Sehrou Guirassy bereit – wobei sich der 20-jährige Franzose, der nach seiner Verletzung viel Einsatzzeit in der U 21 des FC bekam, vom Spielstil her am Besten als Modeste-Ersatz eignen würde. „Guirassy kommt auf jeden Fall für einen Einsatz in Frage“, erklärte Stöger, der schon gegen Leipzig Guirassy für Modeste einwechselte – für die letzten fünf Minuten.

Die Gedanken des Trainers kreisen darüber hinaus natürlich um die Frage, wie man einem Gegner entgegentritt, der in den zurückliegenden Partien oft nur knapp als Verlierer vom Platz gegangen ist. „Ich denke da in zwei Richtungen“, sagt Stöger, „einerseits wollen wir so gut wie möglich unsere eigene Spielidee durchbringen, andererseits wissen wir natürlich, welche Spielertypen Ingolstadt hat und welchen Plan sie voraussichtlich verfolgen werden.“

Die Spielertypen, auf die Schanzer-Trainer Markus Kauczinski bauen kann, laden ein zu einem intensiven Pressing gegen den Ball, um dann selbst mit schnellem Umschalten Konter fahren zu können. Bisheriges Problem: Die Ingolstädter kamen stets in Nöte, wenn sie selbst den Ball verloren haben und der Gegner die Räume nutzen konnte, die sich durch das hohe Aufrücken auftaten.

„Wir werden sehen, ob wir den Gegner richtig einschätzen, oder welche Möglichkeiten wir unseren Spielern an die Hand geben können, um diese Einschätzung gegebenenfalls korrigieren zu können“, bereitet der FC-Coach sein Team auf einen nach der Länderspielpause taktisch eventuell anders agierenden Gegner vor.

„Das wird auf jeden Fall ein sehr laufintensives Spiel“, prognostiziert Stöger – auch mit Blick auf die eigene Spielidee, die dem FC in der Statistik des „kicker“ in vielen Bereichen Bestwerte bescheinigt: gutes Umschalten, alle Tore nach Vorbereitung über die schnellen Außen erzielt, wenig eigene Fouls und kein einziges Gegentor in Halbzeit zwei. Eine Bestätigung für gute Trainingsarbeit?

„Ich halte nicht viel von Statistiken“, sagt Kölns Coach wenig überraschend. „Die einzige Aussage, die sich daraus ableiten lässt, ist, dass die Spieler reifer geworden sind und oft richtige Entscheidungen treffen.“

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Sörensen, Mavraj, Maroh, Rausch - Lehmann, Hector - Risse, Osako, Bittencourt - Modeste (Guirassy)

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