Gefeiertes Spiel zwischen Köln und Bremen ohne Sieger

Von: Roman Sobierajski
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Kölns Torhüter Timo Horn wird von Teamkollegen wie Dominique Heintz (rechts) gestört, aber nicht von Bremens Jannik Vestergaard (links). Das folgende Tor von Garcia wird dennoch anulliert. Foto: imago/Nordphoto

Köln. Ein wenig Zeit brauchten Werder-Trainer Viktor Skripnik und FC-Coach Peter Stöger schon, um dieses torlose Remis zwischen ihren beiden Mannschaften richtig einzusortieren. Bei Skripnik ist die Verwirrung nachvollziehbar, schließlich gingen seine Spieler am vorletzten Spieltag der Saison erstmals ohne Gegentreffer unter die Dusche, doch der Punktgewinn ist nicht das Ende der Abstiegssorgen an der Weser.

Sein Kölner Pendant verfügt dagegen über reichlich Erfahrung mit der Doppelnull, aber endgültig gesichert ist das nun schon dritte Saisonziel nach Nichtabstieg und 40+x-Punkte, nämlich auf einem einstelligen Tabellenplatz einzulaufen, durch den Nichtsieg allerdings auch nicht.

Zumindest die Zuschauer waren sich im ausverkauften Stadion schnell einig und simulierten weit über eine Stunde lang begeistert auf den Rängen, dass unten auf dem Rasen gerade ein packendes Fußballspiel stattfinden würde. Doch weit gefehlt: Die Bremer kamen zwar zu unverhofft vielen Standardsituationen am Kölner Strafraum, entschieden auch fast alle Kopfballduelle für sich, doch die Versuche von Jannik Vestergaard (17.) und Papy Djilobodji (16., 59.) waren kaum geeignet, FC-Keeper Timo Horn aus der Ruhe zu bringen. Und die Kölner taten sich schwer, Bremens Defensivbollwerk auszuspielen, die Halbräume zu besetzen und die Angreifer in Szene zu setzen. „Da fehlte die letzte Präzision“, bemerkte Marcel Risse richtig.

Dass es tatsächlich nach 73 Minuten immer noch 0:0 stand, war aber hauptsächlich Schiedsrichter Felix Zwayer zu „verdanken“, der erst einem Treffer des Bremer Verteidigers Santiago Garcia (26.) die Anerkennung verweigerte, obwohl Horn nur von seinen eigenen Mannschaftskollegen bedrängt worden war. Und auch dass Kölns Dominic Maroh im gegnerischen Strafraum zu Fall gebracht wurde, ließ der Unparteiische ungeahndet. „Das war ein klarer Strafstoß“, lamentierte Maroh im Anschluss. „Aber das kennen wir ja.“

Doch dann passte sich die Partie in der Schlussphase doch noch der Begeisterung auf den Rängen an, und hätte Werders Torwart Felix Wiedwald nicht mit einer Glanzparade den Volleyschuss von Anthony Modeste entschärft (78.), dem Franzosen wäre die Kopie seines Traumtores aus dem Mainz-Spiel gelungen. Bereits zuvor hatte Wiedwald gegen Modeste (45.) und Leo Bittencourt (63.) seine Klasse bewiesen, und es wäre Claudio Pizarros Aufgabe gewesen, für den Bremer Last-Minute-Sieg zu sorgen. Doch erst warf sich in höchster Not Maroh in der Nachspielzeit in den Schuss des Peruaners, dann kullerte dessen Kopfball nach der folgenden Ecke knapp am Kölner Kasten vorbei.

All das vor Augen wagte FC-Coach Peter Stöger dann noch ein Saisonfazit, bescheinigte seinen Spielern für „größere spielerische Ordnung“ zu sorgen, „mehr Chancen zu kreieren – auch wenn wir die nicht immer nutzen“. Doch dem Österreicher ist auch klar: „Je weiter man sich nach oben orientiert, desto schwieriger wird es.“ Und so gab es zunächst nur ein „Nicht-Ziel“ für die Saison 2016/17: „Wir werden jetzt nicht die Champions League als Ziel ausrufen. Das ist klar, denke ich, äh, hoffe ich“, Stögers Blick suchte dann dennoch Manager Jörg Schmadtke – nur zur Sicherheit.

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