FC verliert beim Comeback von Subotic

Von: Christoph Ruf
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Abend der langen Gesichter: Kölns Neven Subotic (links) und Torhüter Thomas Kessler können das 1:0 der Freiburger durch Vincenzo Grifo (nicht im Bild) nicht verhindern. Foto: imago/Hübner

Freiburg. Der Abend begann amüsant für die gut 3000 Kölner Fans, die am Sonntag den Weg nach Südbaden gefunden hatten. Ausgerechnet als die sechs Freiburger Jecken, die vor dem Spiel interviewt werden sollten, zu reden begannen, versagte das Mikrofon, und es war nur noch ein vielstimmiges Krächzen zu hören. 90 Minuten später war die Laune im Gästeblock zwar immer noch ganz ordentlich, aber die 1:2-Niederlage beim SC drückte schon ein wenig aufs Gemüt.

„Es ist bitter, so ein enges Spiel durch einen Freistoß zu verlieren“, sagte Verteidiger Dominique Heintz, der sein Team „gut im Spiel“ gesehen hatte. Auch FC-Coach Peter Stöger war nicht unzufrieden mit seiner Mannschaft, hatte den SC aber „einen Tick stärker gesehen, deshalb ist der Freiburger Sieg verdient“

Die erste Chance des Spiels hatte in der 19. Minute Freiburgs Verteidiger Marc Torrejon, der mit seinem Kopfball aber nur den Pfosten traf. Unmittelbar im Anschluss scheiterte Vincenzo Grifo mit einem Freistoß an Horn-Stellvertreter Thomas Kessler (21.). Freiburg hatte in einer Partie, die ausgeglichen begonnen hatte, nun ein optisches Übergewicht und drängte mehr auf die Führung als die Kölner, die sich nach der mäßigen Leistung beim Pokal-Aus in Hamburg allerdings wieder als kompakte Einheit präsentierten.

Mitte des ersten Durchgangs hatten dann auch die Kölner ihre erste gute Torgelegenheit, als Jonas Hector einen Kopfball in aussichtsreicher Position nicht richtig traf und das Tor verfehlte – Yuya Osako hatte die Vorarbeit ebenfalls per Kopf geliefert (27.).

Doch dann war es der Sportclub, der in Führung ging. Nach Pass von Christian Günter war es der Freiburger Mittelfeld-Lenker Grifo, der einfach mal abzog. Sein Schuss landete zuerst an der Unterkante der Latte, der Ball titschte auf, sprang aus dem Tor heraus – und Florian Niederlechner köpfte ihn in die Maschen. Da der Ball aber schon zuvor die Linie überquert hatte, wurde Grifo als Torschütze ausgerufen (32.). Unmittelbar darauf musste FC-Trainer Peter Stöger verletzungsbedingt wechseln: Für den angeschlagenen Sechser Marco Höger kam Christian Clemens (33.).

Beim FC stand erstmals Neuzugang Neven Subotic in der Startelf; es war sein erstes Bundesligaspiel seit fast einem Jahr. Der Serbe verteidigte bei seinem Comeback zentral neben Dominic Maroh und Dominique Heintz und machte seine Sache ordentlich, wie auch Heintz fand: „Es ist klar, dass ihm noch ein bisschen die Spielpraxis fehlt, aber er hat es insgesamt sehr gut gemacht.“ Das fand auch Stöger, der sich freute, dass „so ein Spieler, der ein richtig guter Typ ist und solch eine beschissene Zeit hinter sich hat, wieder in der Bundesliga spielt“.

Angreifer Anthony Modeste bekam es über 90 Minuten meist mit Caglar Söyüncü zu tun, der beim 3:0-Hinspielsieg der Kölner zwei Gegentreffer mitverschuldet hatte. In der 39. Minute schraubte Modeste sein Konto auf 16 Saisontreffer, als er einen Leonardo-Bittencourt-Schuss, den SC-Keeper Alexander Schwolow hatte abprallen lassen, zum 1:1 über die Linie drückte. In der 50. Minute, mitten in der stärksten Kölner Phase nach dem Seitenwechsel, hatte Modeste die nächste große FC-Chance, die Schwolow aber zunichte machte – Schiedsrichter Hartmann hatte zuvor allerdings die klare Abseitsposition des französischen Stürmers übersehen.

Das Spiel nahm weiter Fahrt auf, auf der Gegenseite hatten Maximilian Philipp (62.) und Grifo (74.) gute Möglichkeiten für Freiburg, ehe Philipp tatsächlich zum 2:1 traf: Einen 22-Meter-Freistoß von Grifo konnte Kessler nur nach vorne abwehren, so dass Philipp den Ball nur noch über die Linie drücken musste (77.). Kölns Coach Stöger reagierte und brachte Simon Zoller.

Doch der SC brachte das Remis über die Zeit und rückt in der Tabelle bis auf drei Zähler an Köln heran. „Die Mannschaft hat mittlerweile die Qualität, auch gegen einen so starken Gegner so viel zu investieren, dass das Spiel in unsere Richtung kippt“, freute sich Freiburgs Trainer Christian Streich, der sich nach dem Spiel herzlich von seinem Kölner Kollegen verabschiedete.

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