FC Köln unter Dampf, aber nicht vom Druck getrieben

Von: Roman Sobierajski
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Das Jubeln im Testspiel geübt: Christian Clemens (r.) und Anthony Modeste. Foto: imago/Team 2

Köln. Naiv gedacht, könnte man meinen: alles im grünen Bereich beim 1. FC Köln, kein Grund zur Sorge. Friede, Freude, Europapokal, auch wenn man sich mit „einem Platten und zwei blauen Augen in die Winterpause gerettet“ habe, wie FC-Vizepräsident Toni Schumacher seufzend bemerkte.

Doch für Menschen wie den Kölner Trainer Peter Stöger ist das bislang Geschaffte eigentlich nur die Herausforderung, noch mehr zu wollen und nicht die Einladung, sich auf dem Erreichten auszuruhen – auch wenn es in der dreiwöchigen Vorbereitung keinen großen Anlass zu gravierenden Änderungen gab. „ Wir haben unsere Spielideen entwickelt“, meinte der Österreicher vor dem Gastspiel bei Mainz 05 am Sonntag (17.30 Uhr), „wir mussten nur Christian Clemens in die Abläufe integrieren. Für ihn ist es eine ungewohnte Position für das, was wir auf den Platz bringen wollen.“

Das Ziel ist fest definiert, wenn Stöger in den Kölner Boulevardblättern vorrechnet, dass man 52 Punkte braucht, um im internationalen Geschäft dabei zu sein. 25 davon sind vor dem letzten Hinrundenspiel bereits eingefahren, und so philosophiert der 50-Jährige ruhig über den Erfolgsdruck, den es unzweifelhaft gibt, und die (eigene) Erwartung, noch einen draufzusetzen.

„Natürlich ist un-sere Position psychologisch einfacher, als ginge es um den Klassenerhalt, aber die Arbeit verändert sich ja trotzdem nicht. Wir waren in den zurückliegenden Wochen nicht lockerer oder lustiger drauf als vor dem Saisonstart.“

Allerdings sorgen die Nachrichten aus der Reha für einige Entspannung im Vergleich zu den letzten Spielen vor Weihnachten. Innenverteidiger Dominik Maroh ist ebenso wieder im Mannschaftstraining wie Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt und Mannschaftskapitän Matthias Lehmann. Zudem wurde mit Rückkehrer Clemens, für den es beim ersten Pflichtspieleinsatz für seinen neuen und alten Klub direkt wieder gegen seinen bisherigen geht, ein Ersatz für den Langzeitverletzten Marcel Risse (Kreuzbandriss) gefunden.

Auch an dieser Stelle zeigt Kölns Coach, dass man gelernt hat, mit dem Druck umzugehen, und nicht bereit ist, sich von ihm treiben zu lassen. „Wir bekommen die Spieler immer sehr fit aus der Reha zurück, auch weil wir sie gerne etwas länger als unbedingt nötig dort lassen, um nicht zu riskieren, dass sie sich mit einem zu frühen Einsatz sofort wieder verletzen.“ So sind alle drei in Mainz auf jeden Fall im Kader, „wer in der Startelf steht, wird sich bis Sonntag entscheiden“.

Damit hat der FC-Trainer auf jeden Fall größere Optionen als sein Gegenüber Martin Schmidt: Topscorer Yunus Malli („Ein ausgezeichneter Spieler, da gibt es keine zwei Meinungen“) hat Mainz Richtung Wolfsburg verlassen, und der kolumbianische Angreifer Jhon Córdoba („Ein richtig starker Stürmer, der wird fehlen“) sitzt gegen den FC seine Rotsperre ab.

In Sicherheit wiegen will Stöger sich und seine Spieler dennoch nicht: „Das ist ein Verein, der vor einigen Wochen noch Europa League gespielt hat. Ich erwarte gute Spieler, die ihre Position dann nur anders interpretieren.“ Und vielleicht geht es ihm ja auch nur darum, den Druck hochzuhalten – für alle.

Voraussichtliche Aufstellung: Kessler - Olkowski, Sörensen, Maroh, Heintz - Clemens, Höger, Hector, Rausch - Osako, Modeste

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