FC Köln: Mit Robustheit gegen die schnellen Kreativspieler

Von: Roman Sobierajski
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Treffen die Toptorjäger aufeinander? Kölns Anthony Modeste und Dortmunds Pierre Emerick Aubameyang haben zusammen fast so viele Treffer erzielt wie Leipzig oder Bayern München. Foto: imago/Eibner

Köln. Nein, Peter Stöger wird wohl kein großer Freund mehr von historischen Parallelen, doch selbst der im Hier und Jetzt lebende Trainer des 1. FC Köln räumt der Willensanstrengung seiner Mannschaft gegen Borussia Dortmund in der Vorsaison, als der FC einen Rückstand noch in einen Sieg drehte, einen gewissen Stellenwert ein.

„Die Partie gegen Dortmund lebt von der Emotionalität, unseren Sieg können wir als positiven Effekt mit ins Spiel nehmen“, räumt der 50-Jährige ein. Kleiner Schönheitsfehler: Sieben Spieler, die den 2:1-Erfolg vor zwölf Monaten miterleben durften, werden am heutigen Samstag (15.30 Uhr) bei der Neuauflage auf keinen Fall das FC-Trikot tragen.

Yannick Gerhardt und Dusan Svento haben den Klub verlassen, die anderen fünf fallen verletzt aus – größtenteils für längere Zeit. Auch gegen Dortmund wird Stöger die Mannschaft aus der Partie gegen Hoffenheim umbauen müssen, ganz sicher auf der Positon von Marcel Risse, der nach seinem Kreuzbandriss mit der Reha begonnen hat, vielleicht fallen auch noch Torjäger Anthony Modeste und Simon Zoller aus, die die ganze Woche nicht im Mannschaftstraining waren.

Ob sie einsatzfähig sind oder zumindest im 18er-Kader stehen, entscheidet sich wohl erst am Spieltag. „Verheizt werden“ soll jedenfalls keiner der Spieler, sagt Stöger glaubhaft, auch wenn die Personalmisere vor dem Dortmund-Spiel drückend ist. „Es geht um Verantwortung. Hätten wir das Gefühl, es verschlechtert sich mit dem Einsatz für einen Spieler etwas, würden wir ihn niemals reinjagen.“

Falsche Trainingsmethoden oder Überbelastung kann man ohnehin nicht verantwortlich machen für die vielen Ausfälle, die sich bislang in Grenzen hielten, seitdem Yann-Benjamin Kugel, der auch Fitness-Coach der deutschen Nationalmannschaft ist, als Athletiktrainer in Köln arbeitet. Und schaut man sich die Verletzungen von Dominic Maroh bis Leo Bittencourt, von Matthias Lehmann bis Marcel Risse genauer an, findet man regelmäßig „Verletzungen nach Zweikämpfen im Spiel“ als Ursache.

Einen billigen Grund zum Lamenti findet der FC-Coach darin allerdings nicht: „Wir werden jetzt nicht in Selbstmitleid zerfließen, denn wir haben noch drei Aufgaben zu bewältigen“, sagt Stöger und geht – bei aller Euphorie auf den Rängen – die Aufgabe gewohnt nüchtern an, gewinnt der Situation sogar noch etwas Positives ab. „Die Gruppe, die jetzt noch da ist, rückt noch enger zusammen. Wir werden auf jeden Fall eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz bringen.“

Auf die wartet auf jeden Fall eine schwere Aufgabe, auch wenn der 50-Jährige den grandiosen Champions-League-Auftritt der Dortmunder bei Real Madrid nicht als Blaupause für seine eigenen Überlegungen nehmen will. „Dortmund zeichnet sehr viel Kreativität aus, sehr viel Schnelligkeit und sehr viel Qualität im Offensivbereich“, verrät der Österreicher sicher keine geheimen Erkenntnisse. „Da werden wir sicher einiges zu tun haben. Das wird spannend.“

Und da die Laufbereitschaft des BVB kaum mit noch mehr Kilometern zu übertreffen und die Geschwindigkeit eines Pierre-Emerick Aubameyang für Tempo-30-Zonen zu schnell ist, muss Kölns Trainer eingestehen: „Das wird nicht so leicht. Um gegen Dortmund zu bestehen, müssen wir ein gewisses Maß an Robustheit mit ins Spiel bringen und viel körperliche Präsenz auf dem Platz zeigen.“

Bleibt die Hoffnung darauf, dass der BVB in der Offensive zwar Ferrari fährt, in der Verteidigung aber manchmal auch nur Trabant. Und da wäre die Genesung von FC-Stürmer Tony Modeste (zwölf Ligatore) sicher nicht das schlechteste Mittel, um Aubameyang (15 Treffer) etwas entgegenzusetzen.

Voraussichtliche Aufstellung: Kessler - Sörensen, Mavraj, Heintz - Olkowski, Höger, Hector, Rausch, Zoller (Jojic) – Modeste, Osako

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