Köln - FC Köln findet fast zurück in die Erfolgsspur

FC Köln findet fast zurück in die Erfolgsspur

Von: Roman Sobierajski
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Da war die Welt noch in Ordnung: Leonardo Bittencourt (r.) feiert sein 1:0 mit Anthony Modeste. Zum Kölner Sieg reicht das aber nicht – weil Hoffenheims Kerem Demirbay in der Nachspielzeit auch noch jubeln darf (kleines Bild). Foto: imago/mika, dpa

Köln. Rund um die Mannschaft des 1. FC Köln und Trainer Peter Stöger hatte es in den letzten Tages einiges Rumoren aus Fankreisen gegeben: Zwei Spiele in Folge verloren, gegen den schwachen FC Augsburg einen ebenso saftlosen wie pomadigen Auftritt hingelegt.

Durch das Internet geisterte schon der hämische Spruch „Der 1. FC Köln ist wieder da“, als wäre in den vergangenen knapp vier Jahren nicht einiges an (erfolgreicher) Aufbauarbeit geleistet worden. Es „gibt keine Ausreden“, lautete die unaufgeregte Einschätzung des Kölner Coaches, der alles „was gut und was schlecht funktioniert hat“, ins Kalkül ziehen wollte.

Gegen die TSG Hoffenheim zeigte die Kölner Mannschaft vor 49.600 Zuschauern im Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga jedenfalls das Gesicht, das das Stöger-Team über weite Strecken der Hinrunde ausgezeichnet und auch noch am 30. Spieltag in Kontakt zu den internationalen Rängen gebracht hatte.

Dass zu einem erfolgreichen Ritt auf der Rasierklinge gegen die Offensivmaschinerie aus dem Kraichgau mit zwei Toren pro Spiel eine gute Balance zwischen defensiver Stabilität ebenso gehören würde wie ein kreativeres Offensivspiel als zuletzt gezeigt, war nach der 0:4-Niederlage im Hinspiel klar. Der Plan ging fast auf: Das 1:0 durch Leonardo Bittencourt egalisierte Kerem Demirbay erst in der dritten Minute der Nachspielzeit.

Modeste gesucht

Die Torchancen der Klasse „Erwähnenswert“ gehörten in der Anfangsphase der Begegnung der Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann. Bereits nach vier Minuten verzog Andrej Kramaric aus spitzem Winkel über das Tor von FC-Keeper Timo Horn, nur sechs Minuten später verstolperte Adam Szalai nach Zuspiel von Sandro Wagner den Ball im Kölner Strafraum fast kläglich.

Dass sich Kramaric bei einem Schussversuch aus 35 Metern an der Schulter (!) verletzte (14.), war dann allerdings schon der vorläufige Schlusspunkt der Hoffenheimer Anfangsoffensive. Stattdessen fand der FC immer besser in die Partie, auch wenn die Versuche, Toptorjäger Anthony Modeste im Sturmzentrum zu finden, nicht immer von Erfolg gekrönt waren – und endete häufig mit dem Abseitspfiff von Schiedsrichter Marco Fritz endeten.

An Modestes Stelle sorgten andere für offensive Momente. Dominique Heintz traf nach einer von Yuya Osako verlängerten Ecke von Milos Jojic mit seinem Kopfball nur den Pfosten und Torwart Oliver Baumann (40.), und eine scharfe Hereingabe von Heintz in den Rücken von Modeste kam zu überraschend für Osako, der verzog (42.)

Fünf Minuten nach dem Wechsel brachte Peter Stöger Neven Su­botic für den Gelb-Rot gefährdeten Heintz, Nagelsmann verstärkte die Offensive mit Nadiem Amiri für Kramaric, der in seiner letzten Aktion zwar von Lukas Klünter im Strafraum zu Fall gebracht worden war, vorher aber im Abseits gestanden hatte (56.).

Der schönste Spielzug

Doch dann war es der FC, der mit dem bis dato schönsten Spielzug für den ersten Torjubel sorgte: Klünter bediente Jonas Hector auf dem rechten Flügel fand Bittencourt am langen Pfosten, der zum 1:0 für den FC nur noch den Fuß hinhalten musste (58.).

Nagelsmann reagierte auf den Rückstand und brachte mit Mark Uth für den glücklosen Szalai einen frischen Stürmer. Und die Antwort der Hoffenheimer waren wütende Angriffe, Wagner bugsierte den Ball zwar über die Kölner Torlinie, stand aber klar im Abseits (62.), Amiri köpfte unbedrängt am Tor von Horn vorbei (65.).

Der FC zog in der Folge das Spiel auf, das ihn in dieser Saison stark gemacht hatte und presste aus einem kompakten Verbund heraus. Mehr als eine Direktabnahme durch Hector (68.) sprang zunächst nicht heraus. Dann scheiterte Osako aus spitzem Winkel (76.), ein Volleyschuss von Matthias Lehmann strich am Torwinkel vorbei (77.).

Horn parierte auf der Gegenseite gegen Niklas Sühle (80./90.) und Wagner (88). Doch dann schaffte es Kerem Demirbay den Ball in der vorletzten Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich ins Tor zu schieben. Das war‘s: Aber der 1. FC Köln ist wieder da.

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