Köln - Der FC möchte ein Ausrufezeichen setzen

Der FC möchte ein Ausrufezeichen setzen

Von: Philip Sagioglou
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Der Blick täuscht: FC-Trainer Peter Stöger sieht Thomas Tuchels Arbeit mit Wohlwollen. Foto: Jan Hübner

Köln. Vorsicht ist geboten, wenn Fußballtrainer darum gebeten werden, die Arbeit eines Kollegen zu bewerten. Fällt die Antwort nicht maximal diplomatisch aus, dann gibt es nur zu verlieren – Kritik aus der Ferne hört niemand gern.

In der Regel äußern sich die Herren also phrasenlastig oder eben gar nicht erst zur Arbeit des jeweils anderen. Aber wer so viel Positives zu berichten hat wie Peter Stöger über die Entwicklung von Borussia Dortmund unter Thomas Tuchel, der kann das natürlich auch mal kundtun: „Jürgen Klopp ist gegangen, er war die Ikone dort und extrem erfolgreich – aber sie sind damit super umgegangen“, sagt der Trainer des 1. FC Köln also vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr) im Signal-Iduna-Park.

Nicht allein die Bilanz der Dortmunder, die diese Saison als bester Tabellenzweiter der Bundesliga-Geschichte abschließen werden, beeindruckt Stöger. Sondern auch, wie sie zustande kommt: durch den spielerischen Fortschritt unter Tuchel – weg vom Hochgeschwindigkeitsdauerpressing, hin zum klügeren, weil geduldigeren Umgang mit Ballbesitz. „Sie haben alles überragend gemacht“, sagt Stöger. Und doch wird die Meisterschale nach dieser so herausragenden Saison des BVB nicht in Dortmund übergeben – wie kommt das nur? „Sie haben halt Pech, dass die Bayern da sind“, erklärt Stöger. Ja, die Bayern. Da war was.

Dortmund wird es darum gehen, den letzten Bundesliga-Spieltag mit Blick auf das eine Woche später anstehende DFB-Pokalfinale gegen die Bayern ohne Verletzte zu überstehen. Gut möglich, dass Tuchel Leistungsträger schont. Im Vordergrund stehen Gesundheit und Fitness – und nach der 0:1-Niederlage in Frankfurt am vergangenen Wochenende ja nicht mal mehr das Bestreben, die Rückrunde unbesiegt zu beenden.

Einstelliger Tabellenplatz

Beim FC ist das anders. Die Kölner haben das Ziel, durch einen Punktgewinn nicht mehr auf Leverkusener Schützenhilfe gegen Ingolstadt angewiesen zu sein, sondern die erste einstellige Platzierung in der Abschlusstabelle nach 24 Jahren selbst zu fixieren. „Für uns ist das ein ideales Spiel zum Abschluss. Es gibt kaum reizvollere und interessantere Aufgaben als in Dortmund spielen zu dürfen“, sagt Stöger – und lobt seine Spieler: „Die Mannschaft ist gut drauf, möchte da noch mal ein Ausrufezeichen setzen.“

Wie schön, dass der passende Gegner bereitsteht. Ob der FC-Trainer am Samstag personell rotieren und manch einem Spieler einen Abschiedseinsatz gewähren wird, lässt er offen. Er habe „das Gefühl, jeder möchte an diesem Spiel teilnehmen“, sagt er und klingt sehr zufrieden. Das ändert aber nichts daran, dass er froh ist, dass die Saison endet: „Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde: Es könnte immer weitergehen“, sagt Stöger. Und findet: „Es ist an der Zeit.“

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Maroh, Mavraj, Heintz - Risse, Lehmann, Vogt, Mladenovic - Osako, Bittencourt - Modeste

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