Köln - Der 1. FC Köln ruft schon jetzt die Zeit der Endspiele aus

Der 1. FC Köln ruft schon jetzt die Zeit der Endspiele aus

Von: mor
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FC-Coach
Nach der Niederlage gegen Leipzig ist der Rückstand der Mannschaft von Peter Stöger auf den Relegationsplatz schon jetzt groß. Foto: Federico Gambarini

Köln. Der verbale Rückenwind für den Landsmann war für Ralph Hasenhüttl Ehrensache. Leipzigs Trainer kennt Peter Stöger, sein aktuell erfolgloses Pendant aus Köln, aus fünf gemeinsamen Jahren bei Austria Wien. Bei allen acht Auftritten von Hasenhüttl im österreichischen Nationaldress stand Stöger (65 Spiele) ebenfalls auf dem Platz.

Er sei immer derjenige gewesen, der die Chancen, die Stöger kreierte, verstolpert hat, witzelte der RB-Coach einmal. Aber nun war die Lage ernst, also verabschiedete sich Hasenhüttl freundlich: „Hier werden noch viele Mannschaften verlieren, Köln hat viel Qualität.“

Eine gewagte These angesichts des miserabelsten Saisonstarts, den ein Geißbockteam in der Bundesliga je hingelegt hat. Nach sieben Runden braucht der FC (ein Punkt) bereits ein kleines Fernglas, um Hamburg (sieben Punkte) auf dem Relegationsplatz zu sehen. Und passend zu all den schlechten Ergebnissen gibt es regelmäßig schlechte Neuigkeiten – zuletzt meist aus der Abteilung Angriff: So bat der lettische Stürmer Artjoms Rudnevs Ende letzter Woche aufgrund privater Probleme um Vertragsauflösung.

Und beim 1:2 am Sonntag gegen Leipzig musste Offensivkraft Jhon Cordoba kurz nach der Pause wegen einer Oberschenkelverletzung vom Feld. Der Kolumbianer, für 16 Millionen Euro aus Mainz geholt, muss eine längere Pause einlegen. Ob er bis zum nächsten Spiel, am 13. Oktober in Stuttgart, wieder einsatzbereit ist, ließ der FC offen.

Kein Geheimnis ist dagegen, dass die ohnehin erstaunlich großen Hoffnungen, die auf Neuzugang Claudio Pizarro ruhen, durch die akuten Engpässe weiter anwachsen. Ein zwar hochdekorierter, aber eben nicht mehr ganz taufrischer Angreifer als Rettungssanitäter für den Tabellenletzten – das wirft kein gutes Licht auf die Einkaufspolitik von Sportdirektor Jörg Schmadtke. Obwohl längst noch nicht fit, musste Pizarro nach Cordobas Verletzung früher als gedacht in den Ring treten.

Vom Kölner Publikum mit ohrenbetäubendem Beifall begrüßt, lieferte er Leonardo Bittencourt prompt den Pass zu einem Tor – erzielt allerdings aus Abseitsposition. Ansonsten fehlten Pizarro, seit heute 39 Jahre alt, Tempo und Bindung zum Spiel. „Jetzt habe ich zwei Wochen Zeit, um mit der Mannschaft zu trainieren“, erklärte der Peruaner. Während Keeper Timo Horn das Gebot der Stunde formulierte: „Ab jetzt ist jedes Spiel ein Endspiel – damit wir den Anschluss nicht verlieren.“

In die Rolle unerwarteter Hoffnungsträger schlüpfte gegen Leipzig dabei der 19-jährige Tim Handwerker. Der Neuzugang aus Leverkusen firmierte bislang als Linksverteidiger – bei seinem Debüt fiel er durch eine exzellente Schusstechnik und eine starke Flanke zu Yuya Osakos 1:2-Anschlusstreffer auf. „Defensiv gibt es ein paar Dinge, die er nicht kann“, sagte Stöger und vollzog einen radikalen Wechsel: „Für mich ist er jetzt ein Offensiver.“

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