Köln - Der 1. FC Köln hält kein Neuland für die Kanzlerin bereit

Der 1. FC Köln hält kein Neuland für die Kanzlerin bereit

Von: Roman Sobierajski
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„Herzlichen“ Glückwunsch: Konstantin Rausch feiert seinen FC-Kollegen Milos Jojic für dessen Tor zum 1:0 gegen Frankfurt. Foto: dpa

Köln. Üblicherweise werden Staatspräsidenten und Regierungschefs geladen, wenn etwas bahnbrechend Zukunftsweisendes beginnt, wenn Neuland betreten wird. Das Kölner Bundesliga-Team und Trainer Peter Stöger dürfte es dennoch gefreut haben, dass der FC Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die Begegnung gegen Eintracht Frankfurt auf der Tribüne des RheinEnergie-Stadions verfolgte, nur „business as usual“ bieten konnte.

Der FC schlug den bislang punktgleichen Konkurrenten mit 1:0 durch einen Treffer von Milos Jojic, erreichte die 40-Punkte-Marke und zog an der Hertha vorbei, die erst am Mittwoch in Mönchengladbach in den Spieltag eingreift. Zuvor hatte Kölns Coach den Defensivverbund ordentlich durcheinandergewirbelt: Neven Subotic und Dominic Maroh fanden sich nur auf der Reservebank wieder, stattdessen rückte der 20-jährige Lukas Klünter neben Jonas Hector, Dominique Heintz und Frederik Sörensen in die Abwehrkette.

Doch das blieb nicht die einzige Überraschung im Auftritt der Kölner: Der FC ließ die Mannschaft von Trainer Niko Kovac bei 70 Prozent Ballbesitz im ersten Durchgang agieren, griff erst weit zurückgezogen in der eigenen Hälfte an und verzichtete auf den Versuch, die Spielkontrolle zu erlangen. Manchmal spielte sich das Geschehen sogar im Kölner Strafraum ab: Eine Strategie, die von der offensivschwächsten Mannschaft der Rückrunde (vier Treffer in neun Begegnungen) beinahe bestraft worden wäre. Doch Ante Rebic scheiterte mit seinem Kopfball nach einer Ecke erst an der Latte und mit dem Nachschuss an FC-Keeper Timo Horn (26.).

Die Gastgeber waren bis dahin vor allem dann gefährlich, wenn sich Konstantin Rausch auf dem linken Flügel durchsetzen und Topstürmer Anthony Modeste suchen konnte. Doch Modeste kam erst gegen David Abraham zu spät (7.), dann verpasste nicht nur der Franzose nach Freistoß von Jojic knapp, sondern auch Dominique Heintz in seinem Rücken (10.). Und da auch die Frankfurter Marius Wolf mit seiner Direktabnahme nach Hereingabe von Taleb Tawatha (19.) sowie Marco Fabian (31.) das Kölner Tor verfehlt hatten, sahen die Kanzlerin und die 49.300 weiteren Zuschauer im Stadion eine schiedlich-friedliche und torlose erste Halbzeit.

Für den Geschmack von FC-Coach Peter Stöger ein offensichtlich zu harmloses Gekicke, denn für die zweiten 45 Minuten brachte der Österreicher nach wochenlanger Verletzungspause Mittelfeldwirbeler Leo Bittencourt und opferte dafür die Doppel-Sechs, da Marco Höger Platz machen musste. Darüber hinaus hatte das komplette Team den Auftrag bekommen, aktiver und offensiver zu agieren, die Viererkette empfing die Eintracht-Angreifer nun bereits auf Höhe des Mittelkreises, das Geschehen verlagerte sich 20 Meter weiter Richtung Frankfurter Tor. Und der Offensivdrang wurde umgehend belohnt: Eine Hereingabe von Rausch konnte die Eintracht-Abwehr nur klatschen lassen, Jojic schnappte sich den Abpraller und platzierte den Ball aus 18 Metern präzise neben den Innenpfosten zur 1:0-Führung (53.).

Kovac reagierte auf den Rückstand, brachte Aymen Barkok und Branimir Hrgota, doch mehr als eine harmlose Freistoß-Chance durch Rebic, die Timo Horn ins Seitenaus boxte (68.), sprang für die bis dahin seit 420 Minuten torlose Eintracht nicht heraus. Der FC hatte mit aggressiverem Pressing mehr vom Spiel, die Einwechselung von Subotic (für Clemens) zog einen weiteren Sicherheitsanker ein. So dürfte auch der Kanzlerin bereits eine Viertelstunde vor Spielschluss klar gewesen sein, dass der FC nur noch eine Aufgabe erfolgreich zu absolvieren hatte: Anders als beim Hamburger SV die vierminütige Nachspielzeit ohne Gegentreffer zu überstehen. Doch auch dies gelang gegen harmlose Frankfurter ohne Probleme.

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