Das nächste 0:0: Kölner machen weiter Fortschritte

Von: Christian Oeynhausen
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Fehlerfreier Tag in der Bundesliga: Torwart Sven Müller war von Mario Gomez und Kollegen nicht zu bezwingen. Foto: imago/Foto2press

Wolfsburg. Jörg Schmadtke hatte das 0:0 des 1. FC Köln beim VfL Wolfsburg soeben als „erstklassigen Auftritt“ eingeordnet, da schoss dem FC-Geschäftsführer doch noch ein kleines „Aber“ durch den Kopf.

„Es fehlt die Selbstverständlichkeit, dass es einfach geht. Und man nicht denken muss: Das ist der große VfL Wolfsburg, da muss man Bedenken haben. Nein, du kannst gegen die genauso ein Tor schießen wie gegen Preußen Berlin“, sagte Schmadtke, „und wenn wir diese Selbstverständlichkeit reinkriegen, haben wir den nächsten Schritt gemacht.“

So betrachtet könnte das 15. 0:0 im 70. Erstliga-Spiel unter Trainer Peter Stöger mal irgendwann als Startpunkt einer neuen Haltung in die Bewertung der FC-Auftritte eingehen: Der Klub mag nicht mehr überrascht sein davon, einem individuell stärker besetzten Konkurrenten auswärts ebenbürtig bis überlegen zu sein, um hinterher festzustellen: Heute war mehr möglich als ein Punkt.

Die Erkenntnis ist umso erstaunlicher, da der FC bei den Niedersachsen sieben verletzte Spieler ersetzen musste, darunter mit Maroh, Rausch, Rudnevs und Horn vier Startelf-Kandidaten. Trotzdem zeigten die Kölner einen reifen Auftritt mit einer Menge eigener Initiative nach vorn, so dass Wolfsburgs Coach Dieter Hecking hinterher sagte: „Unterm Strich ist das Unentschieden gerecht. Ich bin heute gar nicht so unzufrieden.“ Yannick Gerhardt, der Ex-Kölner auf Wolfsburger Seite, hatte alte Bekannte und Altbekanntes wiedergesehen: „Der FC hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Das Spiel war nicht so spektakulär, weil die Kölner es gut machen.“

Gerhardts Auftritt war eine der drei Geschichten des Spiels, von denen man mehr erwartet hatte als dann passierte: Ein paar Pfiffe gegen den Ex-Kölner gingen beinahe unter. „Man muss es ja eh ausblenden. Aber ich finde es gut, dass viele die Pfiffe sein gelassen haben“, sagte Gerhardt, der nach 63 Minuten ausgewechselt wurde.

Unspektakulär verlief auch die Liga-Rückkehr von Mario Gomez, der einen harmlosen Torschuss abgab und ein anderes Mal in aussichtsreicher Position über den Ball schlug. „Er hat gespielt“, lautete Heckings etwas giftige Bewertung. Mergim Mavraj, sein Kölner Bewacher, war schon mehr beeindruckt vom Nationalspieler: „Es ist ganz schwer, gegen solche Stürmer zu spielen. Sie haben nicht viele Ballkontakte, sind eigentlich unsichtbar, und plötzlich hauen sie dir die Kirsche ins Tor.“

Aber Mavraj hielt Gomez mit Dominique Heintz davon ab, sichtbar zu werden. Und so verbrachte Sven Müller im Kölner Tor bei seinem Debüt einen entspannten Nachmittag, bei dem er drei Bälle halten musste. „Das erwarte ich von jemanden, der bei uns unter Vertrag steht, dass er die hält“, sagte Schmadtke. „Hat er brav gemacht“, sagte Trainer Peter Stöger.

„Ich war nicht nervös. Alle Mitspieler haben mir Mut zugesprochen, dass ich es machen soll wie immer. Es war Bundesliga-Atmosphäre, aber ich hatte die Coolness aus der Regionalliga“, sagte Müller, der zur zweiten Halbzeit mit Sven-Müller-Sprechchören empfangen wurde.

Der 20-Jährige wird bei normalem Heilungs-Verlauf der Verletzung von Timo Horn am Freitag gegen den SC Freiburg wieder auf der Bank sitzen. „Finde ich nicht schade“, sagte er, „Timo ist unsere klare Nummer eins. Ich kann meine Rolle einschätzen.“

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