Aus Kölns Stammformation zum kriselnden Hamburger SV

Von: kup/luk
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Und Tschüss: Mergim Mavraj läuft in der Rückrunde im Hamburger Trikot auf. Foto: imago/DeFodi

Köln. Das Gespräch nahm einen merkwürdigen Verlauf, aber schon da war klar, dass diese etwas überraschende Entscheidung Mergim Mavrajs für Hamburg nur von einem wie Mergim Mavraj getroffen werden kann.

Nach dem 1:1 gegen Bayer Leverkusen in der vergangenen Woche spracht der Innenverteidiger noch in den Stadionkatakomben über Themen wie soziale Ungleichheit oder das Schicksal von Flüchtlingen, ehe ihn ein Reporter unvermittelt nach dem anstehenden Deal mit dem Hamburger SV befragte. Mavraj ärgerte sich zuerst ein bisschen „das ist jetzt ein krasser Themenschnitt“, sagte er und antwortete dann doch noch: „Damit sind intelligente Menschen befasst. Ich habe genug damit zu tun, meine langen Beine zu ordnen.“

Schon da war klar: Mavraj, 30, wird zum HSV wechseln. Und am Dienstag gaben die Hansestädter dann offiziell bekannt, dass der Abwehrspieler bis 2019 unterschrieben hat. „Der HSV ist ein großer Klub“, wurde Mavraj in der Mitteilung zitiert. Der kopfballstarke Abwehrmann gilt als absoluter Wunschspieler von Hamburgers Trainer Markus Gisdol. „Die Verantwortlichen haben mir in den Gesprächen aufgezeigt, welche Rolle sie für mich vorgesehen haben“, sagte Mavraj. „Es macht mich stolz, dass man mir zutraut, dieser Mannschaft weiterzuhelfen.“ Die in der Hinrunde oft mehr als wacklige Defensive der Hamburger kann den albanischen Nationalspieler als Stabilisator jedenfalls gut gebrauchen.

Es dürfte aber kaum die sportliche Perspektive gewesen sein, die bei Mavrajs Entscheidung die entscheidende Rolle gespielt hat: Er war Stammspieler beim FC, der zentrale Mann in der oft gelobten Dreierkette; in der Hinrunde verpasste er keine Minute. Und nun wechselt er vom Tabellensiebten zum 16.. Das Angebot aus Hamburg dürfte also sehr gut dotiert gewesen sein – und es ist nicht verwerflich, dass Mavraj es angenommen hat: Der Vertrag in Hamburg wird wohl sein letzter großer sein, und es ist nicht selbstverständlich, dass man mit 30 Jahren noch einmal ein Millionenangebot vorgelegt bekommt.

Zudem war ja auch nicht klar, wie es für Mavraj in Köln weitergehen würde: Beim FC lief sein Arbeitspapier im Sommer aus; trotz gegenseitiger Interessensbekundungen kam es nie zu einer Verlängerung. „Für Mergim bietet sich beim HSV mit dem neuen Vertrag eine attraktive Perspektive“, sagte FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke. „Wir haben mit ihm offen über seine Situation gesprochen, nachdem er uns über das Angebot informiert hatte.“ Köln erhält 1,8 Millionen Euro Ablöse. Ein schöner Betrag für einen Spieler, dessen Vertrag in einem halben Jahr ausgelaufen wäre.

Holt der FC Ersatz?

Dass die Kölner Mavraj haben ziehen lassen, spricht auch dafür, dass die Verantwortlichen um Trainer Peter Stöger und Schmadtke einen Plan haben. Weil Dominic Maroh wieder fit ist, kehrt ohnehin ein Innenverteidiger in den Kader zurück. Wahrscheinlich ist aber, dass Christian Clemens nicht der einzige Kölner Zugang im Winter bleiben dürfte.

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