1. FC Köln: Von der Lust auf ein Duell mit dem FC Bayern

Von: Lukas Weinberger
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Wo sind sie denn, die Bayern? Kölns Torjäger Anthony Modeste will wieder Grund zum Jubeln haben – wie nach seinem wunderbaren Treffer im Hinspiel in München. Foto: imago/Philippe Ruiz

Köln. Wann auch immer der große FC Bayern wo auch immer zu einem Fußballspiel antritt, ist eigentlich ganz egal, die Münchner kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt, so sehen es zumindest die meisten Gegner in der Bundesliga. Egal, ob die Bayern vorher sehr gut, richtig schlecht oder wahnsinnig durchschnittlich gespielt haben, es könnte oft einen besseren Zeitpunkt geben, mindestens einen.

Am Samstag, 15.30 Uhr, tritt der FC Bayern zu einem Fußballspiel an, die Münchner sind zu Gast beim 1. FC Köln. Und der Zeitpunkt ist ungünstig, klar, nur beim FC sehen sie das nicht so. Behaupten sie zumindest. Peter Stöger, Kölns Trainer, sagt: „Wir freuen uns sehr auf dieses Spiel.“

Dabei wäre es ein Leichtes für Stöger gewesen, einige Gründe dafür zu finden, warum er mit seinem FC am Samstag lieber nicht auf die Bayern treffen würde. Der Tabellenführer hat zuletzt erst den FC Arsenal, dann den Hamburger SV und zuletzt Schalke 04 deklassiert; das Team ist herausragend in Form, und sogar Spieler wie die eigentlich immer angeschlagenen Franck Ribéry und Arjen Robben sind fit.

Der Rosenmontag und der FCB

Die Kölner hingegen haben zuletzt beim 1:3 in Leipzig eine ziemlich dürftige Vorstellung abgeliefert. Und dazu kommt noch, dass dem FC neben den vielen Verletzten auch der gelbgesperrte Jonas Hector fehlt, dass Matthias Lehmann höchstens auf der Bank sitzt, dass ein Einsatz für Stammtorwart Timo Horn noch zu früh kommt. Stöger macht das nichts aus. Sagt er zumindest: „Wenn du Rosenmontag in Köln sein darfst und am Samstag darauf gegen die Bayern spielst und Trainer sein darfst – es soll mir nie schlechter gehen.“

So ein Duell mit den Münchnern hat eben auch noch diese andere Dimension. Stöger und der FC empfinden es als eine Belohnung; einfach, weil sie gegen die Bayern spielen dürfen. „Dass man sich mit den Allerbesten messen kann und darf, dafür arbeiten wir, dafür haben wir uns in dieser Liga so gut es geht etabliert“, findet der Trainer. Natürlich, es werde eine Menge Arbeit auf seine Spieler zukommen, sagt Stöger: „Keine Frage, das wird eine richtige Herausforderung für uns werden.“

Zu verlieren haben die Kölner gegen die Bayern genauso viel wie alle anderen Bundesligisten: gar nichts. Und dass der FC in der Lage ist, den Favoriten zu ärgern, hat er im Hinspiel gezeigt. Die Kölner waren in München in Rückstand geraten, sie kamen zurück, weil Anthony Modeste ein wunderbares Tor mit der Fußspitze gelang. Der Außenseiter hätte sogar gewinnen können; Simon Zoller schoss in der Schlussminute nur knapp am Tor vorbei. Dass der FC dem Sieg näher war als der Rekordmeister, hat keiner vergessen, nicht die Kölner, nicht die Münchner.

Und dann gibt es ja noch die imposante Heimserie: Seit April 2016 hat der FC zu Hause kein Ligaspiel verloren. Stöger räumte schmunzelnd ein, dass das auch damit zusammenhänge, dass „wir in der Zeit nicht gegen die Bayern gespielt haben“. Aber wer eine hübsche Serie aufgestellt hat, der will sie auch verteidigen, egal, wer da ins Rhein-Energie-Stadion kommt. „Unser Ziel ist es, die Heimserie zu verlängern“, sagt der Trainer.

Um das Vorhaben zu realisieren, muss es in der Kölner Defensive wieder besser passen als gegen Leipzig. Hilfreich ist da, dass Verteidiger Frederik Sörensen nach seiner Gelbsperre zurückkommt; problematisch ist, dass im defensiven Mittelfeld die Alternativen fehlen. Weil Hector und Lehmann ausfallen, ist der erst 19-jährige Salih Özcan der einzig gelernte Sechser, der auf dieser Position neben Marco Höger auflaufen und die gerade im offensiven Mittelfeld großartig besetzten Bayern stoppen könnte.

Falls Stöger dem unerfahrenen Özcan diese Rolle in so einem großen Spiel noch nicht zutraut, wird er sein 3-5-2-System wohl umstellen müssen. Er werde eine Lösung finden, da ist der Trainer sicher. Dasselbe gelte auch für die Frage, wer den FC denn als Kapitän aufs Feld führen wird.

Am ehesten als Ersatz für Lehmann und seinen Stellvertreter Hector kommt wohl Torhüter Thomas Kessler in Frage; sein Wort hat Gewicht, er ist erfahren genug, zudem im Mannschaftsrat. „Einer wird schon vorangehen“, sagt Stöger. „Mal schauen, vielleicht ist einer dabei, der in die Mannschaftskasse zahlen muss, wenn er es wird.“ Ungünstige Zeitpunkte? Gibt es beim 1. FC Köln nicht.

Voraussichtliche Aufstellung: Kessler - Sörensen, Subotic, Heintz - Olkowski, Özcan (Maroh), Höger, Rausch - Clemens, Osako - Modeste

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