0:3 gegen den FC Bayern: Das erwartete Ende einer schönen Serie

Von: Lukas Weinberger
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Und da ist das Spiel entschieden: Kölns Thomas Kessler (Mitte) und Pawel Olkowski (r.) können das 0:2 nicht verhindern. Foto: imago/ActionPictures

Köln. Als es vorbei war, wirkte es ein bisschen so, als sei im Rhein-Energie-Stadion des 1. FC Köln etwas ganz Schlimmes passiert, mindestens ein 1:5, vielleicht sogar ein 0:8.

Marco Höger stapfte jedenfalls wortlos an den Journalisten vorbei in die Kabine, Neven Subotic hinterließ nur bei den Reportern der Deutschen Fußball Liga ein paar Sätze, dann hatte auch er genug; und Torhüter Thomas Kessler, der die Kölner ja zuvor als Kapitän aufs Feld geführt hatte, absolvierte lediglich die Pflicht vor den Fernsehkameras, dann verschwand auch er, ohne ein weiteres Wort.

Dabei hatte Köln nur mit 0:3 gegen den übermächtigen FC Bayern verloren, und so schwierig war die Niederlage nun auch wieder nicht zu erklären: Die Münchner waren an diesem Samstagnachmittag eine Klasse besser, mindestens. Was weder eine große Überraschung noch etwas ganz Schlimmes war. Auch wenn damit die hübsche Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage jetzt Geschichte ist.

Nicht Osako, nicht Lewandowski

So sah es ja auch Peter Stöger, der Trainer der Kölner. Als er gefragt wurde, wie er den Auftritt des FC denn bewerte, sagte er: „Das war vollkommen in Ordnung.“ Seine Mannschaft hätte leidenschaftlich gespielt, Willen gezeigt, Zweikämpfe angenommen. Und das Wichtigste: „Sie hat sich gewehrt.“ Dass das zu wenig war, lag vor allem an den Münchnern, die auf dem Weg zum fünften Meistertitel in Serie wohl nicht mehr aufzuhalten sind.

Die Form des Teams von Trainer Carlo Ancelotti ist pünktlich zur entscheidenden Phase der Saison großartig, so ist sie kaum zu schlagen. Das weiß auch Stöger, er sagt: „Die zwei, drei Chancen, die du gegen Bayern hast, sollten positiv ausgehen.“ Und es hatte ja eine dieser Möglichkeiten gegeben: Wenn Münchens Torwart Manuel Neuer den Kopfball von Yuya Osako in Kölns mutiger Anfangsphase nicht sensationell pariert hätte (18. Minute), hätte das ein bisschen Stress für die Bayern bedeutet, sagte Stöger: „Es wäre trotzdem sehr schwer geworden.“

Dass danach die Gäste trafen, war nicht überraschend; überraschend war nur, dass es Javi Martinez (25.), Juan Bernat (48.) und Franck Ribéry (90.) taten. Und nicht Robert Lewandowski. Entschieden war das Spiel zu Beginn der zweiten Hälfte, als Bernat erst ins Tor schoss und eine Minute später Osako im Strafraum traf, ohne dass Schiedsrichter Jochen Drees auf Elfmeter entschied. Kölns Manager Jörg Schmadtke sagte: „Selbst wenn wir das Tor machen oder den Elfer kriegen: Wenn die Bayern diesen Druck ausüben, ist es schwierig über 90 Minuten.“

Vor allem, wenn eine Mannschaft personell so gebeutelt ist wie der FC, das wurde gegen den Rekordmeister noch einmal sehr deutlich. Und freilich war auch das ein gewichtiger Grund dafür, warum die Kölner den Bayern nicht besser Paroli bieten konnten.

Ein bisschen sinnbildlich für die Probleme beim FC stand Dominique Heintz, er feierte eine Premiere; der Innenverteidiger musste im defensiven Mittelfeld aushelfen. Weil Salih Özcan kurzfristig krank ausfiel, weil Matthias Lehmann noch nicht wieder fit war, weil Jonas Hector ohnehin gesperrt fehlte. Heintz machte seine Sache auf der Sechs sogar ganz gut, das bescheinigte ihm später sogar Stöger, aber ein Vorteil für den FC war das nicht. Zumal die Kölner ja auch auf den offensiven Außenbahnen und im Tor mit Alternativen arbeiten müssen.

Gegen den FC Bayern zeigte sich wieder, dass Simon Zoller und Christian Clemens derzeit nicht in der Lage sind, die Ausfälle von Leonardo Bittencourt und Marcel Risse zu kompensieren; und auch Kessler spielte zuletzt nicht wie ein würdiger Ersatz für Stammtorwart Timo Horn. Eine gute Nachricht für den FC ist, dass zumindest Lehmann und Horn bald ins Team zurückkehren könnten, vielleicht sogar schon am Samstagabend in Ingolstadt (18.30 Uhr), wo auf jeden Fall Hector wieder dabei sein darf.

Und jetzt auch noch Sörensen

Fehlen wird dort allerdings Frederik Sörensen, der Däne war gegen München nach knapp einer Stunde ausgewechselt worden. Beim FC sprachen sie am Sonntag nur von einer „Verletzung im Oberschenkel“, die wohl ein Muskelfaserriss ist. Sörensen würde damit bis Anfang April ausfallen. Und das ist tatsächlich ein bisschen schlimmer als eine Niederlage gegen den übermächtigen FC Bayern.

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