Weg nach London führt über den CHIO

Von: Helga Raue
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Frauen-Power beim CHIO Aachen:
Frauen-Power beim CHIO Aachen: Helen Langehanenberg, Luciana Diniz und ALRV-Präsident Carl Meulenbergh gestern vor dem Karlsbrunnen auf dem Marktplatz. Foto: Holger Schupp

Aachen. „Aachen ist etwas Besonderes. Ich liebe es, hier zu reiten. In Aachen fühle ich mich wie zu Hause. Und ich bin schon bei Turnieren auf fast der ganzen Welt geritten.” Wenn Luciana Diniz vom CHIO Aachen schwärmt, spürt man, wie ehrlich ihre Worte gemeint sind - ihr strahlendes Lächeln unterstreicht das.

Die in Deutschland lebende Brasilianerin mit portugiesischem Pass hat den Termin fest in ihrem Kalender stehen - vom 29. Juni bis 8. Juli trifft sich die Elite der Reiter, Fahrer und Voltigierer beim „Weltfest des Pferdesports”.

Unvergessen ist der Siegesritt von Janne-Friederike Meyer auf Lambrasco im „Großen Preis von Aachen” 2011, unvergessen, wie sie jubelnd über ihren fehlerfreien Ritt nach dem letzten Sprung die Arme in die Höhe riss. Eine Reiterin hätte ihr da noch den Sieg streitig machen können: Luciana Diniz - doch die Portugiesin riss den letzten Sprung und wurde Vierte. „Ich war Sechste, Fünfte und zuletzt Vierte, in zwei Jahren werde ich dann den Großen Preis gewinnen”, rechnete sie am Montag gut gelaunt bei der Pressekonferenz im Aachener Rathaus vor. Nach der sie vor allem an einem Versprechen gemessen werden dürfte: „Die Brasilianer bringen nächste Woche viel Sonne mit.” Denn Rio de Janeiro ist die Partnerstadt des CHIO 2012.

Wie immer wird es ein Turnier der Superlative. 348 Teilnehmer aus 33 Nationen werden mit 560 Pferden erwartet, dazu kommen 490 Pferde im Schauprogramm, so dass in der Turnierwoche in der Soers 1050 Pferde zu sehen sein werden. Der Etat beträgt 10,5 Millionen Euro, das Preisgeld wurde leicht auf 1,83 Millionen Euro erhöht. 112 Stunden lang wird das Fernsehen aus der Aachener Soers berichten. Und schon jetzt werden die Karten knapp, die Dressuren ab Donnerstag sind ausverkauft.

„Aachen ist die Standortbestimmung für London”, so Frank Kemperman, Turnierchef und Vorstandsvorsitzender des ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV). In Aachen werden die Olympia-Tickets vergeben - am letzten Turniertag wollen die deutschen Bundestrainer ihre Kandidaten bekanntgeben. „Meyer, Christian Ahlmann, Marco Kutscher, Marcus Ehning und Philipp Weishaupt sind beim CHIO in der Springequipe”, hat Otto Becker mitgeteilt. Im Vielseitigkeits-Team sind Weltmeister Michael Jung, Sandra Auffarth, Ingrid Klimke und Dirk Schrade, bei den Fahrern Christoph Sandmann, Michael Brauchle und Georg von Stein.

„Leider wird Totilas ausfallen, da Matthias Rath krank ist”, bedauert Kemperman - aber nur kurz, denn mit Helen Langehanenberg war die neue Dressur-Hoffnungsträgerin zu Gast. Seit ihrem Doppel-Sieg bei der DM vor Rath und Totilas gehört sie mit Damon Hill zum Favoritenkreis für Aachen und London. „Damit beschäftige ich mich nicht, ich werde mich einfach weiter aufs Reiten konzentrieren und versuchen, gut zu sein”, nimmt die 30-Jährige aus Havixbeck zwar die gesteigerte Aufmerksamkeit wahr, „doch ich spüre das nicht als Druck”. In der Equipe reitet sie zusammen mit Newcomerin Kristina Sprehe, Anabel Balkenhol und Dorothee Schneider. Und ist wohl die Favoritin, denn einige Konkurrenten wie Doppel-Europameisterin Adelinde Cornelissen (Niederlande) gehen den Deutschen vor Olympia lieber aus dem Weg.
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