Aachen - Totilas triumphiert auch im „Großen Dressurpreis”

Totilas triumphiert auch im „Großen Dressurpreis”

Von: Helga Raue
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totilas chio2011
Matthias Rath hat mit Totilas auch die dritte Dressur-Prüfung beim CHIO gewonnen. Der 26-Jährige aus Kronberg im Taunus siegte mit dem teuersten Dressurpferd der Welt am Sonntag trotz leichter Fehler in der Kür. Foto: dpa

Aachen. Chapeau, Edward Gal! Totilas passagierte und piaffierte wie 2010 zum Dreifach-Triumph in Aachen. Und sein Reiter darf sich „Dressurchampion von Aachen” nennen. Denn nach Grand Prix und Spécial gewann der Rapphengst am Sonntag die Kür um den „Großen Dressurpreis von Aachen”. Doch auf der Ehrentafel am Richterturm wird ein anderer Name stehen: Matthias Alexander Rath.

Der Kronberger siegte auf Totilas mit 82,825 Punkten knapp vor dem 2009-Sieger Steffen Peters (USA/82,000) auf Ravel und Europameisterin Adelinde Cornelissen (Niederlande/81,775).

„Ich muss mich bei Totilas bedanken, wir hatten eine super Woche in Aachen”, strahlte Rath nach seinem erneuten Triumph, der ihn zum Favoriten für die EM Mitte August in Rotterdam macht. Seine Kür war mit Spannung erwartet worden, denn bei der DM in Balve hatte der 26-Jährige nahezu unverändert Gals WM-Kür lediglich spiegelverkehrt geritten.

„Wir haben die Kür überarbeitet. Der Anfang ist komplett verändert worden. Es lief besser als in Balve, aber wir hatten ein paar Fehler wie in den Zweierwechseln.” Die wiederholte Rath am Ende - das war einer der auffälligsten Unterschiede zu Gals Choreographie, denn die Abfolge der Höhepunkte und Lektionen war erneut in weiten Teilen wie bei Gals WM-Kür.

Ganz anders Isabell Werth, die voll auf Risiko ritt, was nach einigen Patzern mit Platz 6 - noch - nicht belohnt wurde. „Schade, das war sooo schade”, bedauerte Werth, denn bis zu den Pirouetten war El Santo gut unterwegs. Doch vor der ersten Pirouette fiel der Zehnjährige fast aus, bei der zweiten musste Werth energisch eingreifen, damit „Ernie” auf der Hinterhand drehte.

„Er hatte Angst, auf die Wand zuzugaloppieren, damit habe ich nicht gerechnet, war selbst total überrascht”, erläuterte die 41-Jährige, die mit ihrem Newcomer im Spécial Rang 3 belegt hatte. Erst am Samstag hatte sie die neue Kürmusik zu David Bowies „Lets dance” bekommen, die neue Kür mit „Ernie” bisher „nur trocken” trainiert. „In Balve habe ich mit ihm Satchmos Kür geritten. Auf der Heimfahrt von der DM habe ich mir eine Choreographie für Ernie überlegt, als ich zu Hause ankam, war sie fertig”, berichtet Werth lachend. „Sie ist dynamischer und passt sehr gut zu ihm.”

Unterwegs scheinen Dressurreiter allgemein kreativ zu sein, auch Steffen Peters „fand” seine neue Musik auf dem Flug. „Sie stammt aus dem Film Avantar, den ich bestimmt acht Mal gesehen habe. Doch erst im Flugzeug fiel mir auf, dass sie gut zu meiner Kür passt”, berichtete der in Deutschland geborene US-Amerikaner, der mit Ravel - als junges Pferd ebenfalls von Edward Gal ausgebildet - eigens für den CHIO über den großen Teich angereist war. 2009 hatte der WM-Dritte ebenfalls einen Dreifach-Triumph in Aachen gefeiert. „Ravel macht in Aachen noch zwei Tage Ferien, und am Mittwoch geht es wieder zurück.”

Noch vor Werth kam Christoph Koschel (Hagen) auf Donnperignon auf Platz 5 in der Kür, im Spécial wurde er Sechster. Platz sechs gab es in der CDI-Tour auch für Nadine Capellmann (Aachen) auf Elvis. „Nur” auf Platz neun landete Vorjahressieger Edward Gal mit Sisther de Jeu, doch der Niederländer darf sich eigentlich als Sieger fühlen. Schließlich hat der dreifache Weltmeister Totilas ausgebildet und an die Weltspitze geführt. Und doch wird der „Dressurchampion von Aachen 2010” sich 2011 eher wie der große Verlierer gefühlt haben . . .

Langehanenberg für Dressur-Equipe nominiert

Das Dressur-Komitee nominierte am Sonntag das Team für die Europameisterschaft in Rotterdam: In der Equipe reiten Isabell Werth (Rheinberg) mit El Santo, Matthias Alexander Rath (Kronberg) mit Totilas, Christoph Koschel (Hagen) mit Donnperignon und Helen Langehanenberg (Havixbeck) mit Damon Hill.

Sollte El Santo ausfallen, so würde Werth ihr zweites Pferd Warum nicht satteln. Fällt eins der anderen Paare aus, wird Anabel Balkenhol (Rosendahl) mit Dablino nachrücken - vorausgesetzt, der Gesundheitszustand des Pferdes, das sich in Aachen verletzte, lässt das zu. Zweite Reserve ist Nadine Capellmann (Aachen) mit Elvis.

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