Top-Pferd außer Form: Dubbeldam hofft noch auf CHIO-Start

Von: Helga Raue
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Ein Geschenk für die Dressur-Queen: Jeroen Dubbeldam hatte Isabell Werth, hier vor dem Rathaus, Klompen mitgebracht. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Erinnerungen sind noch ganz frisch, obwohl die Begebenheit über 30 Jahre her ist: „Ich bin zwar ein bisschen geritten, war aber kein begeisterter Springreiter. Bis mich mein Vater als kleinen Jungen eines Tages mit zum CHIO nach Aachen nahm. Nach drei, vier Tagen war ich vom Sport, von Aachen, der ganzen Atmosphäre so begeistert, dass ich beschlossen habe, Springreiter zu werden und irgendwann beim CHIO zu starten.“

Aus dem kleinen Jungen ist einer der erfolgreichsten Springreiter der Welt geworden, er ist amtierender Doppel-Welt- und -Europameister, Olympiasieger 2000 und hat 2001 bereits den „Großen Preis von Aachen“ gewonnen: Jeroen Dubbeldam.

Eine Woche vor dem Auftakt zu den Springprüfungen gaben sich der niederländische Springreiter sowie Dressur-Queen Isabel Werth (Rheinberg) bei der Auftakt-Pressekonferenz zum CHIO Aachen, die diesmal nicht im Rathaus, sondern im Haus Löwenstein stattfand, die Ehre. Bereits am Freitag startet das „Weltfest des Pferdesports“ mit dem Voltigieren in der Albert-Vahle-Halle, ab nächste Woche Dienstag greifen die Reiter und Fahrer ins Geschehen ein. Abschließender Höhepunkt wird am Sonntag, 23. Juli, der „Große Preis von Aachen“ sein.

Den hatte Dubbeldam 2001 auf dem Schimmel De Sjiem gewonnen. Mit seinem aktuellen Top-Pferd Zenith wurde der 44-Jährige 2015 in Aachen Europameister, holte zudem mit dem niederländischen Team Gold. Aktuell ist Zenith nicht in Top-Form, wurde daher nicht in die niederländische CHIO-Equipe berufen. „Bis Montagabend hatte ich noch gehofft, aber das Pferd und das Aachener Publikum haben es nicht verdient, dass man an den Start geht, wenn man nicht in Top-Form ist“, bedauert Dubbeldam, der noch auf eine Startgenehmigung hofft. Aber ganz sicher im Programm der Eröffnungsfeier – die Niederlande ist Partnerland – und als Betreuer des peruanischen Springreiters Alonso Valdez Prado vor Ort sein wird.

In Sachen Top-Pferd kann Isabell Werth aus dem Vollen schöpfen, mit gleich drei Vierbeinern steht die 47-Jährige in den Top 10 der Weltrangliste. In der deutschen Equipe wird sie ihre Nummer 1, Weihegold, satteln. Sie ist die klare Favoritin. „Ja, bei aller Bescheidenheit, darf man das sagen“, bestätigt sie lachend, „aber es gibt starke Herausforderer, und ich weiß gut, wie schnell sich das Blatt wenden kann.“ Das deutsche Team, zu dem auch Sönke Rothenberger, Dorothee Schneider und Hubertus Schmidt gehören, ist top-favorisiert, im Einzel wird Werth aber Teamkollege Rothenberger, Cathrine Dufour (Dänemark) oder Laura Graves (USA) im Nacken spüren.

Den Vorjahreserfolg zu wiederholen, wird für die deutschen Springreiter schwer. Das Team ist im Umbruch. Bundestrainer Otto Becker bietet neben den erfahrenen Marcus Ehning, Marco Kutscher und Philipp Weishaupt, Sieger im „Großen Preis von Aachen“ 2016, mit Maurice Tebbel und Laura Klaphake, Deutsche Meisterin Frauen 2017, zwei starke Youngster auf. Aber die Konkurrenz schläft nicht, allen voran die starken Belgier um ihren deutschen Nationaltrainer Peter Weinberg (Kohlscheid), aber auch Italien und die USA, die mit Kent Farrington, Bezzie Maden, McLain Ward, Laura Kraut und Lauren Hough kommen. „Mit einem Durchschnittsalter von 32,4 Jahren stellt Deutschland das zweitjüngste Team nach Belgien“, so Frank Kemperman, Sportdirektor des CHIO Aachen.

Olympiasieger Michael Jung, Weltmeisterin Sandra Auffahrth, Ingrid Klimke und Newcomerin Josefa Sommer treten zudem um den Nationenpreis in der Vielseitigkeit an, Europameister Michael Brauchle, Christoph Sandmann und Georg von Stein im Fahren.

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