Stress in Aachen? Gibts nicht mehr!

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Nicole Uphoff mit ihrem Rembra
Nicole Uphoff mit ihrem Rembrandt beim CHIO in Aachen: 1988 und 1991 gewann das Paar jeweils den Großen Preis. Foto: imago/Thomas Zimmermann/HochZwei

Aachen. Früher hat Nicole Uphoff-Selke mit dem Namen Aachen Stress verbunden. Positiven Stress, aber trotzdem Stress. „Der CHIO war für Rembrandt immer ein schwieriges Turnier”, erinnert sich die vierfache Olympiasiegerin im Dressurreiten an ihre Auftritte in der Kaiserstadt. Warum, das hat ihr der Westfalenwallach nie verraten.

„Heute kann ich den CHIO genießen. Ich habe überhaupt keinen Stress mehr”, sagt die 44-Jährige. Seit ihrer zweiten Schwangerschaft mit Sohn Philip (3) ist aus der erfolgreichen Dressur-Amazone endgültig eine Hobby-Reiterin geworden. Und dazu steht die Duisburgerin aus voller Überzeugung.

„Mein Leben hat sich komplett gewandelt”, berichtet Uphoff-Selke. „Wir haben nur noch ein Pferd. Hin und wieder reite ich aus. Aber die Familie hat für mich oberste Priorität.”

Die Gründe dafür heißen Patrick (7) und Philip. Die Söhne haben zwar einen Bezug zum Pferd, wissen auch, wie Rembrandt ausgesehen hat, tendieren derzeit aber in eine ganz andere Richtung. „Ich bin sicher, dass beide nie reiten werden. Und das finde ich völlig okay”, sagt die Mutter. Wie auf Kommando ruft Patrick aus dem Hintergrund. „Ich will lieber Traktor fahren.” Landwirt wird der Ältere, während der Jüngere eine eindeutige Tendenz zum Ballsport zeigt.

Ein langer Weg

Es hat einige Zeit gedauert, bis dass die einst so erfolgreiche Reiterin sich selbst mit dem Wort Hobby in Verbindung bringen konnte. Denn den Druck, den sie in Aachen immer ganz besonders spürte, hat Nicole Uphoff-Selke gebraucht. „Ohne Druck reiten zu können - dafür habe ich lange gebraucht”, erzählt die zweifache Mutter.

Heute entspannt Uphoff-Selke auf dem Rücken ihrer Westfalen-Stute. „Wir haben einfach Spaß, wenn wir zusammen unterwegs sind”, sagt die Frau, die den Großen Dressurpreis von Aachen 1988 und 1991 gewinnen konnte.

Ihre Erfahrung im Pferdesport will Uphoff-Selke weitergeben. Mit Ehemann Andreas Selke hat die 44- Jährige die „Star-Equipe” gegründet. Ziel des Projekts ist das Fördern junger Talente. Vom Kauf eines Pferdes über das Training bis zum Wettkampf will das Ehepaar den Talenten zur Seite stehen.

Ein Schwerpunkt dabei wird der saubere Pferdesport sein. Und wer weiß - möglicherweise kehrt der Druck irgendwann zurück zu Nicole Uphoff-Selke. Dann nämlich, wenn einer ihrer Zöglinge aus dem „Star-Equipe Jugend-Cup” den Sprung zum CHIO schafft.

Bis das so weit ist, wird die zweifache Siegerin das Weltfest des Pferdesport entspannt genießen. „Es gibt viele große Turniere auf der Welt. Aber Aachen ist definitiv das größte. Da muss man einfach dabei sein”, schildert Uphoff-Selke, dass ein Besuch in der Soers in jedem Jahr zu ihrem Selbstverständnis gehört.

Fasziniert ist die ehemalige Erfolgsreiterin von der Entwicklung, die der CHIO genommen hat. „Aachen war damals schon das größte Turnier. Aber im Vergleich zu heute war das damals klein.”

Dieses Wachstum sieht die 44-Jährige überhaupt nicht als negativ an. Früher sei es in der Soers eher gemütlich zugegangen, heute ist das Turnier laut Uphoff-Selke deutlich aufregender.
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