Springreiter Guerdat siegt mit Ferrari im NRW-Preis

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
Steve Guerdat
Beim Preis von Nordrhein-Westfalen siegte am Freitag der Schweizer Steve Guerdat. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die deutschen Reiter warten beim CHIO in Aachen weiter auf einen Sieg in einem wichtigen Springen. Beim Preis von Nordrhein-Westfalen siegte am Freitag der Schweizer Steve Guerdat.

In 47,52 Sekunden raste der 30-Jährige mit Ferrari zum Sieg und verwies Hans-Dieter Dreher aus Eimeldingen mit Embassy in 48,62 Sekunden auf Platz zwei. Zweitbester deutscher Starter war Ludger Beerbaum aus Riesenbeck, der mit Chiara (0/51,62) auf Rang acht kam.

Für mehrere deutsche Starter ging es aber weniger um den Sieg, sondern um die unverhoffte Chance, sich noch für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Am Vorabend hatte Marco Kutscher (Riesenbeck) beim zweiten Platz der deutschen Nationenpreis-Mannschaft das London-Ticket durch insgesamt 32 Strafpunkte verspielt. Das war bereits der dritte Ausfall innerhalb von sechs Tagen, nachdem Carsten-Otto Nagel (Norderstedt) wegen der fehlenden Fitness von Corradina und Ludger Beerbaum wegen Problemen mit Gotha abgesagt hatten.

„Die anderen können sich jetzt zeigen”, sagte der deutsche Equipechef Heinrich-Hermann Engemann: „Sie sind jetzt ein Stück aufgerückt.” Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit ihrer eigentlich noch zu jungen Bella Donna und Rene Tebbel (Emsbüren) mit Light on gelten nun als nächste Kandidaten. Bis zum Sonntag haben sie Zeit, sich zu empfehlen.

Tebbel nutzte die Chance im NRW-Preis am besten, blieb im Normalparcours mit seinem zehnjährigen Hengst ohne Abwurf und kam nach einem fehlerfreien Stechen am Ende auf Platz zwölf. „Das war so, wie wir es erwartet haben”, kommentierte Engemann. Auch Michaels-Beerbaum ritt mit ihrer neunjährigen Stute sicher, hatte jedoch einen Fehler und verpasste das Stechen.

Im ersten Springen des Freitags hatte die US-Amerikanerin Lauren Hough gewonnen. In der Prüfung für Nachwuchspferde gewann sie mit Ohlala in 65,76 Sekunden vor Hans-Dieter Dreher mit Canberra (0/65,84) und Rolf Moormann (Großenkneten) mit Cedrick (0/67,29). Die deutschen Reiter erreichten in bisher zehn Prüfungen nur einen Sieg in einem weiteren Springen für junge Pferde.

In der Vielseitigkeit hat die deutsche Mannschaft unterdessen einen erfolgreichen Start in den Nationenpreis geschafft. Nach der Dressur führt das Gastgeber-Team mit 110,00 Strafpunkten vor Großbritannien (118,60) und Australien (127,60). In der Einzelwertung liegt die Britin Laura Collett mit Rayef (30,20) auf Platz eins. Dahinter folgen Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Opgun Louvo (34,60) sowie die punktgleichen Ingrid Klimke (Münster) mit Abraxxas und Frank Ostholt (Warendorf) mit Little Paint (35,80). Weitere Disziplinen des pferdesportlichen Dreikampfs sind das Springen und der Geländeritt am Samstag.

Die Homepage wurde aktualisiert