Soerser Sonntag statt Finale in Südafrika

Von: Amien Idries
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Zeigt her eure Waden: Karnevalsprinz Alwin I. Fiebus (6.v.r.) enterte mit seinem Hofstaat die Bühne des AZ-Aktionszentrums. Die Karnevalisten waren bestens auf die Hitze vorbereitet, wovon sich die AZ-Redakteure Manfred Kutsch (r.) und Robert Esser (3.v.r.) überzeugen konnten. Foto: MichaelJaspers

Aachen. Der Halbfinalniederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft können vermutlich wenige Deutsche etwas Positives abgewinnen. Dem einen oder anderen Pferdefan hat das Halbfinalaus bei der WM am Sonntag jedoch eine Begegnung der besonderen Art beschert.

David Garret, aus Aachen stammender Star der Klassikszene, schlenderte nämlich mit seinen Eltern über das Turniergelände, das am Soerser Sonntag bei freiem Eintritt von vielen Aachenern begutachtet wurde.

Wie aus dem Umfeld des Star-Violinisten zu erfahren war, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel Garret dazu auserkoren, im Falle eines Finaleinzugs die deutsche Nationalhymne in Johannesburg zu spielen. Volksfest in der Soers statt Millionenpublikum in Südafrika lautete nach dem 0:1 gegen Spanien das Motto für den Wahl-New-Yorker. Und so besuchte er unter anderem das Zelt eines Hilfsprojekts von ALRV-Präsident Klaus Havel und dessen Frau Gudrun.

Sicher hat Garret auch einen Blick auf das Aktionszentrum der Aachener Zeitung geworfen, in dem unsere Moderatoren Sarah Siemons, Manfred Kutsch und Robert Esser am Mikrofon alle Hände voll zu tun hatten. Musikalisch eingerahmt von dem zu den Temperaturen passenden Dixieland-Jazz der Maxband, erklommen viele Interviewpartner die Bühne, auf der dank eines großen Ventilators zumindest ein leichtes Windchen wehte.

Turnierdirektor Frank Kemperman und Helen Rombach-Schwartz aus dem Vorstand des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) erläuterten die Veränderungen des diesjährigen CHIO. Kemperman: „Das ist vor allem die Hitze, die so nicht geplant war.” Rombach-Schwartz erzählte, dass aufgrund des Nachwuchses einiger Reiterinnen in der Equi-Lounge eigens eine Baby-Ecke eingerichtet wurde.

Premierengäste der besonderen Art konnte AZ-Redakteur Manfred Kutsch dann auf der Bühne des Aktionszentrums begrüßen. Schüler aus Aachens chinesischer Partnerstadt Ningbo zeigten sich vom - aus ihrer Sicht - exotischen Pferdesport begeistert und von den Aachener Temperaturen überrascht.

Wer als normaler Besucher über die Hitze klagte, dürfte beim Anblick von Balu sein Klagen augenblicklich eingestellt haben. Balu ist das Maskottchen der Aktion Glücksbringer, die behinderten Kindern therapeutisches Reiten ermöglicht. Dürfte ganz schön heiß gewesen sein in dem Bärenkostüm.

Auch Aktive werden in den kommenden Tagen den Weg ins Aktionszentrum finden. Den Auftakt machte das Voltigierteam Germany, dessen Mitglieder bereits seit Freitag Wettkämpfe austragen. Voltigierer Gero Meyer erläuterte, dass ihm vor allem die schwitzenden Hände zu schaffen machen. „Um die zu trocknen, greifen wir kurz vor unserem Ritt mit beiden Händen in den Sand.”

Ein Höhepunkt des ersten Tages im Aktionszentrum der AZ war auch der Auftritt des kommenden Karnevalsprinzen. Mit von AZ-Redakteur Esser handgestoppten elf Minuten Verspätung enterte Alwin I. mit seinem Hofstaat die Bühne.

Auch wenn Karnevalisten normalerweise unter dem entgegengesetzten Wetterextrem zu leiden haben, waren sie bestens auf die Hitze vorbereitet. In einheitlichen Sommeroutfits präsentierten sich die Jecken und ließen sich nicht lange bitten, am Bühnenrand nackte Männerbeine zu zeigen.

Der heißeste Soerser Sonntag in der Geschichte des CHIO klingt aus - David Garret ist ziemlich lange geblieben. So ganz privat verlief der Besuch angesichts zahlreicher Autogrammjäger natürlich nicht. Gegen 18 Uhr verließ er das Turniergelände.

Übrigens nicht mit dem für Prominente üblichen Shuttle-Service, sondern am Steuer seines eigenen Wagens. Vermutlich hat er das WM-Finale im Haus seiner Eltern geschaut. Ob er die spanische oder die niederländische Hymne auf der Geige gespielt hat, bleibt sein Geheimnis.
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