Sandmann ignoriert sein Handicap

Von: wp
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Rechtfertigte das Vertrauen von Bundestrainer Ewald Meier: Christoph Sandmann holte in der Gesamtwertung Platz 3. Foto: Michael von Fisenne

Aachen. Ewald Meier, der Bundestrainer der Gespannfahrer, schüttelte mit diesem ihm eigenen, so sympathischen Lachen den Kopf: „Es ist verrückt”, sagte er. Und meinte Christoph Sandmanns Auftritt beim schweren Wohnwelt Pallen Marathon. Der Lähdener hatte Meier etwas dafür zurückgegeben, dass der Bundestrainer ihm vertraut und in die Equipe berufen hatte, obwohl der Weltklasse-Gespannfahrer erst vor vier Wochen am Meniskus operiert worden war und noch nicht ein einziges Turnier gefahren ist.

Sandmann gab Meier dies zurück: Platz 5 hinter Sieger Ijsbrand Chardon (Niederlande), Boyd Exell (Australien), Werner Ulrich (Schweiz) und Zoltan Lazar (Ungarn) im Marathon; nicht schlecht.

Platz 3 hinter Gewinner Exell und Chardon in der Gesamt-Einzelwertung aus Dressur, Hindernisfahren und Geländefahrt (Preis der Familie Talbot), klasse. Und: mit Michael Brauchle (Lauchheim) und Rainer Duen (Friesoythe) Platz 2 hinter den Niederlanden in der Teamwertung (Nations´ Cup), Weltklasse!

„Haben Sie diesen einen Fehler gesehen, den Christoph da an Hindernis 7 hatte”, schüttelte Meier erneut lachend den Kopf. Da nämlich fiel einer der gelben Plastikbälle zu Boden, die Parcours-Designer Dr. Wolfgang Asendorf erstmals in Aachen installiert hatte. Die fielen immer dann, wenn ein Gespann zu hart gegen das Holz donnerte. Zwei Strafpunkte kostete das.

Sandmann brachte das Kunststück fertig, das Holz nicht einmal zu berühren und trotzdem einen Ball zu Boden zu befördern - zirkusreif traf er die gelbe Kugel mit seiner Peitsche! „31 Knockdowns, 31 Bälle auf den acht Hindernissen sind zu viel für einen Marathon”, fanden Sandmann, Chardon und Exell nach dem Wettbewerb unisono. „Die Fahrer sind durch die Bälle deutlich exakter und vorsichtiger durch die Elemente gefahren. Das ist gut für die Pferde”, sagte Asendorf, der im „richtigen Leben” als Tierarzt tätig ist.

Der Bundestrainer war am Ende „sehr zufrieden” mit seinen Fahrern. „Allerdings darf es Rainer Duen nicht passieren, auf der Strecke Strafpunkte wegen eines Schrittfehlers zu kassieren”, fand Meier nur dieses eine Haar in der Suppe.

Sandmann ging unterdessen leicht humpelnd zurück in Richtung Stallungen. Auf der Kutsche im Gelände hatte er sein Handicap einfach ignoriert. „Das Laufen bereitet mir viel größere Probleme”, sagte er noch.
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