Roger Moore und Kronprinzessin beim CHIO

Von: Manfred Kutsch
Letzte Aktualisierung:
5691883.jpg
Alles schön akkurat: Die Hecken werden geschnitten, bevor 300 Aktive mit 550 Pferden dem Weltfest des Pferdesports sportlichen Glanz verleihen. Foto: Michael Jaspers
5691886.jpg
Ehrentribüne (oben): Gina Klaassen (links, ALRV) und Claudia Berger (Unicef). Gläserne Kommandozentrale: Turnierleiter Frank Kemperman.
5687604.jpg
Ein Wiedersehen gibt es mit „James Bond“, dem inzwischen 86-jährigen Roger Moore. Als Unicef-Botschafter wird der legendäre Schauspieler den Scheck der jüngsten Weihnachtsaktion unserer Zeitung „Wir helfen den Kindern von Bangladesch“ entgegennehmen. Foto: stock/Mavericks

Aachen. Der Countdown zum CHIO 2013 läuft. Freitag kommender Woche, 21. Juni, starten die Voltigierer mit ihren Wettbewerben, es folgt am Samstag, 22. Juni, die Show „Pferd und Sinfonie“, darauf der „Soerser Sonntag“ mit schätzungsweise 30.000 Besuchern aus der Region.

Schließlich, am Dienstag, 25. Juni, geht es in der großen Reitarena los – mit einer Eröffnungsshow rund um das Partnerland Dänemark. Unter anderem mit der königlichen Goldenen Kutsche und dem Musikkorps des Gardehusaren-Regimentes.

„Hier läuft alles auf Hochtouren“, sagt Frank Kemperman, Vorstandschef des Aachen-Laurensberger-Rennvereins (ALRV). Und zwar in vielerlei Hinsicht. Denn in der Soers wappnen sich rund 50 ALRV-Mitarbeiter nicht nur für die Ankunft von 550 Pferden und 300 Aktiven, sondern auch für die Promis von Königshäusern und Regierungen, Film und Fernsehen, Wirtschaft und Sport.

TV-Übertragung in 140 Länder

Allein 220 Mails füllen den digitalen Briefkasten von ALRV-Protokollchefin Gina Claassen rund um den Besuch der dänischen Kronprinzessin Mary Elizabeth Gräfin von Monzepat (41). Ein Wiedersehen gibt es auch mit „James Bond“, dem inzwischen 86-jährigen Roger Moore. Als Unicef-Botschafter wird der legendäre Schauspieler den Scheck der jüngsten Weihnachtsaktion unserer Zeitung „Wir helfen den Kindern von Bangladesch“ entgegenzunehmen.

Aus Berlin haben sich die Minister Ursula von der Leyen und Guido Westerwelle angemeldet. Bei der „Media Night“ im Champion Circle tummeln sich neben der Kronprinzessin und dem britischen Weltstar unter anderem Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, „Mutter Beimer“ Marie-Luise Marjan, Sportlegende Magdalena Brzeska sowie Stars und Sternchen, die sich liebend gerne in den Klatschspalten wiederfinden. Derweil sind die meisten der 230 weißen Pagodenzelte im Ladendorf, in dem mehr als 1000 Menschen arbeiten werden, aufgebaut: „Wir haben dafür rund 43 Kilometer Kabel verlegt und 3500 Steckdosen installiert“, hat Ulrich Fischer (Aachener Reitturnier GmbH) gezählt. Ein neues Areal mit 18 zusätzlichen Zelten entstand im Bereich des Gespannstadions, weil das Mediendorf (mehr als 20 Studio-Container) mit seinen 250 TV-Mitarbeitern auf eine neue Stellfläche zur Tivoli-Seite hin verlagert wurde.

Glasfaserkabel

„Dort, am neuen Standort, konnte dann die erforderliche Glasfaserverkabelung vorgenommen werden, weil der CHIO von diesem Jahr an in HD-Qualität übertragen wird“, so Vermarkter Michael Mronz, der sich über ein Novum freut: Erstmals wird die ARD live den Gelände-Marathon der Fahrer übertragen (29. Juni, 16.30 – 17.30 Uhr). Insgesamt sendet das nationale Fernsehen 30 Stunden aus der Soers, international ist das Aachener Weltfest des Pferdesports in über 140 Ländern zu sehen.

2,67 Millionen Euro Dotierung 

Die ebenerdige Kommandozen-trale des Pferde-Spektakels, Volksfestes und Big Business (12 Millionen Euro Budget, Rekordpreisgeld von 2,67 Millionen Euro) ist ein nüchternes, lichtdurchflutetes Glasbüro mit Lamellen und Pferde-Aquarellen am äußersten Eck der Reitertribüne. Der Arbeitsplatz von Turnierleiter Frank Kemperman kann zentraler nicht liegen, grenzt an die Cafeteria der Reiter – und damit ganz nah an Geschichten und Gerüchten.

Im Moment aber füllen tägliche Anruf- und Rückruflisten mit 40 bis 50 Namen und ungezählte Besprechungen die 16 Arbeitsstunden des niederländischen Managers, der – noch – abends heim ins belgische Lanaken fährt. Beispiel eines Arbeitstages im Büro: 7.30 Uhr Chef-Kaffee Cappupresso (Mischung Cappuccino und Espresso), Zeitung lesen. 8 Uhr interne Konferenz mit allen Mitarbeitern im großen Raum „Halla“. Themen unter anderem: flächendeckendes WLAN beim Turnier, Austausch alter Fernseher in den Büros, Anlieferung 18.000 Kilo Hafer, 2100 Ballen Stroh, Check des Veterinärzentrums, in dem 29 Mitarbeiter arbeiten werden – in zwei Untersuchungsräumen, einem Röntgenbereich, Dunkelkammer, Apotheke und Labor.

9 Uhr: Kemperman schwingt sich auf sein Hollandrad, Typ „Old Dutch Classic“, radelt über das gesamte Turniergelände – mit Schreibblock, kommt mit 18 Notizen zurück, trifft Platzwart Rolf Zillekens, diskutiert den Zustand der Geländestrecke, checkt in der Albert Vahle-Halle die genauen Ausmaße der zusätzlichen Tribüne. 10.30 Uhr Besprechung mit Sportchefin Birgit Rosenberg, aktuelle Änderungen im Zeitplan, Nennungslisten, Parcourspläne.

11.30 Uhr Jurysitzung „Silberne Kamera“, bestes Pferdesportfoto des Jahres. 13.30 Uhr Meeting mit WDR-Projektleiter Welf Konieczny und Kommentator Peter Grube. 18 Uhr Baubesprechung Neubau Deutsche Bank-Stadion für die EM 2015. 20.30 Uhr Telefonkonferenz mit dem Weltverband FEI. Es wird Nacht über der Soers. Einsam und verlassen liegt das CHIO-Areal, still zieht ein Fischreiher seine Kreise über dem Landschaftsschutzgebiet.

In einer Woche ist es mit der Ruhe vorbei: dann kommen fast 400.000 Menschen in die Soers.

Leserkommentare

Leserkommentare (7)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert