Hannover - Reitverbands-Tribunal: Werth bleibt suspendiert

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Reitverbands-Tribunal: Werth bleibt suspendiert

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Reiten / Dressur / Isabell Werth
Isabell Werth reibt sich die Augen. Foto: dpa

Hannover. Isabell Werth bleibt gesperrt und muss heftige Kritik einstecken. Die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt verzichtete nach dem positiven Doping-Test ihres Pferdes Whisper am Donnerstag auf einen Protest gegen die vorläufige Suspendierung und verlangte auch keine Öffnung der B-Probe.

Der Tierschutzbund zeigte sich unterdessen „entsetzt”, der Pharmakologe Manfred Kietzmann hält Isabell Werths Erklärungen für „sehr seltsam”.

Bei der Anhörung vor dem Tribunal des Weltverbandes FEI zeigte sich Werth geständig. Die 39-Jährige aus Rheinberg hatte erklärt, dass ihr Schweizer Tierarzt Hans Stihl das Pferd wegen der sogenannten Zitterkrankheit mit dem Medikament Modecate behandelt habe, das den Wirkstoff Fluphenazin enthalte. Die Substanz ist allerdings für Pferde nicht zugelassen und steht auf der Dopingliste.

Nun bleibt Werth suspendiert und darf in der kommenden Woche nicht beim CHIO in Aachen starten. Sie hofft auf ein schnelles Urteil. Ein Start bei der EM im August scheint aber unmöglich, ihr droht eine Sperre von bis zu zwei Jahren.

Der Tierschutzbund hält Werths Erklärungen für „vorgeschoben” und auch Pharmakologe Kietzmann hält sie für unglaubwürdig. Der Professor der Tierärztlichen Hochschule Hannover sagte der Deutschen Presse- Agentur dpa: „Das ist nicht ganz nachvollziehbar und nicht ganz glaubwürdig.” Er sagte, dass es sich um ein Präparat mit sogenanntem Depot-Effekt handle. Die Wirkung halte dadurch länger an. Für Menschen werde eine Wirkung von bis zu sechs Wochen angenommen. Es gebe aber auch Hinweise, dass es bis zu 90 Tage wirke. Der Arzneimittel-Spezialist verwies zudem auf ältere Literatur, wonach das Mittel nur wenige Tage nachweisbar sei. Damit wäre es als Doping geeignet.
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